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Kategorien > Mysterie > Engel

Engel der Hoffnung

von CassSofia

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Engel der Hoffnung


Ich laufe durch die Nacht, durch diese heilige, eiskalte Nacht. Mein Gesicht atmet die Kälte ein und scheint fast zu erfrieren. Ein Bienenschwarm überfällt mich, zieht an mir vorbei, schaut mich nicht an. Ich fühle mich verloren unter diesen gesichtslosen Menschen, die auf der Jagd nach Freude und einem Lächeln von ihren Lieben sind, wenn sie unter dem Baum ihre Geschenke auspacken. Es ist Weihnachten.
Meine Arme umschlingen meinen schmalen Körper, ich halte meinen grünen Mantel, der mich nicht schützt, fest. Still stehe ich da, mein rotes Haar weht mir ins Gesicht und versperrt mir zeitweise die Sicht. Ich beobachte wie eine Mutter mit ihren Kindern an den hell beleuchteten Schaufenstern vorbeizieht. Ich höre ihre aufgeregten Stimmen, wie sie nach dem Weihnachtsmann fragen und ich sehe ihre Freude, höre ihr Lachen, das mir ein Lächeln schenkt.
„Wie viel willst du?“, höre ich eine Stimme, aus der Ferne an mein Ohr kriechen. „Was willst du?“, frage ich heiser. „Was hast du denn zu bieten Süße?“, entgegnet der Mann mit einem schmutzigen Lächeln. Warum kann ich mich nicht unsichtbar machen, mich an einen Ort zaubern, wo mich keine gierigen Augen anstarren und mit mir spielen wollen.
Mechanisch bewege ich mich auf und ab, schließe meine Augen, fühle nichts. Betäubt erhebe ich mich, ziehe meinen Mantel an, schaue nicht zurück. Mit schnellen Schritten flüchte ich in die kalte Nacht und hoffe auf eine Bessere.

„Mama da bist du ja endlich! Ich habe auf dich gewartet und sogar schon Zähne geputzt“, ruft eine hohe Stimme und stürmt auf mich zu. „Du weißt doch was morgen ist oder?“ „Ja morgen kommt der Weihnachtsmann“, sagt Sofie mit leuchtenden Augen. „Weißt du, auf dem Weg nach Hause bin ich dem Weihnachtsmann begegnet und er hat mir von seiner langen Reise erzählt, wie er überall ganz schnell hinfliegen muss, damit alle Kinder auf der ganzen Welt ihre Geschenke bekommen. Deshalb war ich so lange weg.“ „Hm, wirklich?“, schaut mich Sofie mit verzogenem Mund und den Kopf zur Seite gelegt an. „So, jetzt wird es aber Zeit, ins Bett zu gehen mein Engel. Damit du morgen ganz früh wach wirst und siehst, was dir der Weihnachtsmann gebracht hat.“
Sanft schleiche ich mich in den Keller, um die Geschenke zu holen. Vergeblich suche ich nach dem Lichtschalter, taste mich an der Wand entlang. Plötzlich fühle ich etwas Weiches, etwas Warmes. „Wer ist da?“, frage ich ängstlich in die Dunkelheit. Ich höre nichts, außer einem leisen flatternden Geräusch. „Hab keine Angst, ich will dir helfen“, wispert eine süße Stimme.
Ein unsanftes Zerren an der Bettdecke weckt mich aus dem Schlaf. „Mama aufstehen, der Weihnachtsmann war da!“ Schlaftrunken gehe ich ins Wohnzimmer, als das Telefon klingelt. „Entschuldigen sie die Störung, aber sie haben sich vor längerer Zeit bei uns beworben und nun könnte ich Ihnen eine Stelle anbieten.“
„Mama schau mal, was ich unter dem Weihnachtsbaum gefunden habe!“ Ungläubig blicke ich zum Telefon und zu dieser weichen weißen Feder.

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Kommentare

Aoi schrieb am 2010-07-08 17:56:35:
Eine sehr schöne Geschichte. Aber wer sagt das es Engel nicht gibt? Ich finde es sollte sie geben, allein um uns zu beschützen und uns zu helfen wie in der Geschichte.
CassSofia schrieb am 2006-10-01 22:37:04:
Vielen Dank für euer Lob.
Ja es wäre schön, wenn es Engel gäbe. Aber falls es sie nicht gibt, kann man ja solche Geschichten schreiben und den Menschen dadurch Freude und Träume schenken und vielleicht auch etwas Mut machen, an Wunder zu glauben.
Vielen Dank!

CassSofia
Alucard schrieb am 2006-10-01 17:14:52:
ja, wahrhaftig eundervoll.. rührende story.... und sehr schön umgesetzt. gefällt mir sehr sehr gut...
Liebe Grüße Raph
Anefis schrieb am 2006-09-30 22:28:14:
sehr schön...wenn es nur solche wunder wirklich geben würde, die den menschen wieder etwas mehr mut geben
würden.
KIKI schrieb am 2006-09-30 17:08:45:
Eine Geschichte die berührt!!Unglaublich schön!!Schade das es keine Engel gibt!!

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