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Kategorien > Fantasy > Düsteres & Geheimnisvolles

Engel der Nacht 4

von Anariel, die Nomadin

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Araschira schrie wütend auf. Es war schon wieder geschehen. Erneut waren ihr dieser untreue Dämon Daharion und der dunkle Engel entkommen. Wie machte dieses vermaledeite Biest das immer nur. Im einen Moment war sie noch da, schon ganz nah und im nächsten einfach so verschwunden und dass, obwohl es weit und breit kein Portal auf die Feenpfade gab. Wütend warf sie die erkaltete Kohlepfanne um und verteilte dadurch die darin enthaltene Asche auf dem Boden ihres großen, bequemen Zeltes. Nachdem sie auf diese Weise zumindest ein wenig ihrer Wut abregiert hatte griff sie in eine Tasche ihres Umhangs und zog einen winzigen Flakon aus dunklem Glas hervor. Die Nachtelfe hielt das kleine Gefäß gegen das Licht und musterte besorgt das dunkelrote, beinnahe schwarze Pulver, das es bis zur Hälfte füllte. Das getrocknete Blut des Engels, das einzige, dass zurückgeblieben war, nachdem Daharion sie so schändlich verraten hatte. Vor fast fünf Monaten war das Glasfläschchen noch bis oben hin voll gewesen, doch sobald man das Blut mit Wasser wieder verflüssigte, verlor es schnell an Kraft. Die Magie darin und damit auch die Verbindung zu dem dunklen Engel verflog nach nur wenigen Stunden ins Nichts. Mit einer entschlossenen Bewegung umschloss sie den kleinen Behälter mit der Faust und lies ihn wieder in der Tasche verschwinden.
Noch immer aufgebracht, wie sie war schritt die mächtige Elfenpriesterin in ihrem Zelt umher und kümmerte sich nicht um die Aschespuren, die sie dabei hinterließ. Bis heute war es ihr ein Rätsel, wie sich Daharion gegen die Banne und Zwänge, mit denen sie ihm zum Gehorsam brachte, auflehnen konnte. Und doch, kein einziges dieser Bänder und der unsichtbaren Ketten existierten noch. Obwohl Farene nicht zu den magieschwachen Dämonenrassen gehörten, so hätte es ihm dennoch nie möglich sein sollen sich all dieser Zwänge zu entziehen. Aber ein dunkler Engel hätte vermutlich die Macht dazu.
Araschira hielt in ihrem unruhigen umhergehen inne, ganz erschrocken über diesen Gedanken. Bisher hatte sie vermutet das Daharion eine Möglichkeit gefunden hatte einen hochrangigen Dämonen oder ähnliches um Hilfe zu bitten und Iliriel nur half um sie, die mächtige Hohepriesterin, zu ärgern, oder weil er vielleicht selbst an der Macht des schwarzgeflügelten Engels interessiert war. Aber vielleicht war alles viel einfacher und Iliriel hatte dem Mann geholfen. Aber warum sollte sie ausgerechnet ihrem bis dahin härtesten Jäger helfen?!
Die Augen der Elfe sahen blicklos ins Nichts, während ihre Gedanken um dieses Rätsel kreisten. Am Anfang, nachdem der Dämon sie verraten hatte, war sie der Annahme gewesen, er hätte das weite gesucht. Aber ganz offensichtlich war er bei dem dunklen Engel geblieben, half diesem seltsamen Wesen und beschützte es. Warum? Und warum vertraute Iliriel ihm überhaupt? Ihm, der doch erst ihr Jäger gewesen war?
Der Blick der Frau kehrte aus dem Nichts zurück. Mit wirbelndem Umhang wandte sie sich ab und verlies schnellen Schrittes das Zelt. Jeder Dämon trug die Fähigkeit zur wahren Liebe in sich, aber aufgrund ihrer Erziehung und den Orten wo sie lebten und wie sie lebten entwickelte sich diese Emotion bei den wenigstens voll und ganz. Es war so einfach. Über Araschiras Gesicht huschte ein triumphierendes Lächeln.
Die Tatsache das Daharion noch immer dem dunklen Engel zur Seite stand hatte nichts mit Dankbarkeit oder Eigennutz zu tun. Der Mann hatte sich ganz einfach in Iliriel verliebt und dass die Frau ihn bei sich behielt verriet der Elfe noch etwas. Iliriel erging es wohl nicht anders als dem Farene.
Ein lautes, kaltes Lachen brach durch Araschiras Lippen. Sie musste den dunklen Engel gar nicht finden. Wen sie finden und fangen musste, das war Daharion und der dunkle Engel, blind vor Liebe würde ihr dann ganz einfach in die Falle gehen. Der suchende Blick der Hohenpriesterin der Nachtelfen schweifte einen Moment über das Lager, bis sie die Person entdeckt hatte, die sie suchte. Mit schnellen Schritten überwand sie die Entfernung zu der rotblonden, jungen Frau, die dort am Lagerfeuer saß. „Miranis,“ Araschiras Stimme hatte sich zu einem gefährlichen Schnurren gewandelt, „meine Liebe, es wird Zeit, dass du mir deinen Wert beweis.“ Miranis blieb sitzen, wandte stattdessen nur den Kopf und blickte zu der stehenden Elfe auf. Ihre feurigen, topasfarbenen Augen mit der mandelförmigen Pupille zogen sich misstrauisch zusammen und musterten die Hohepriesterin aufmerksam. Die Nachtelfe lächelte breiter. Natürlich sagte die junge Farene nichts. Diese Art der Unhöflichkeit und Missachtung ihres Status waren Miranis Art des Aufbegehrens gegen die unsichtbaren Ketten, mit denen Araschira sie umgeben hatte. „Ja mein Schätzchen, jetzt wirst du mir deinen Wert beweisen, denn du wirst mir deinen Bruder Daharion aufspüren und fangen.“ Über das Gesicht der attraktiven Dämonin huschte kurz Erschrecken, bevor es sich zu einer nichts sagenden Maske verwandelte. Doch die Nachtelfe hatte es bemerkt und begann laut zu lachen, während sie sich umwandte und davonging. Miranis blickte der anderen Frau hasserfüllt nach, dann seufzte sie und blickte ins Feuer. Sie hatte befürchtet, das es irgendwann so kommen würde. Spätestens wenn dieses nachtelfische Miststück herausfand, das sich ihr Bruder in Iliriel verliebt hatte. Genau das, erkannte sie, war jetzt geschehen.
Auf der Suche nach Daharion war sie an Araschira geraten, von der sie prompt betrogen, betäubt und gebannt worden war. Miranis schüttelte leicht den Kopf. Sie hätte auf ihren Lehrmeister in den Kampfkünsten hören sollen, der sie davor gewarnt hatte nach ihrem kleinen Bruder zu suchen. Aber sie war nun mal eine Farene und gehörte in dieser Beziehung zu einer Dämonenrasse, die nicht nur immer versuchte ihren Kopf durchzusetzen, sondern eigenwillig, neugierig und draufgängerisch war. Einer Rasse, die sich selten etwas von anderen sagen lies. Ihr Gesicht umwölkte sich kurz mit ehrlich empfundener Sorge und Trauer. Sie hätte dieses eine Mal auf Kariol Kartan, dem Schwertmeister, bei dem sie seit drei Jahrhunderten lernte, hören sollen. Der alte Kämpfer wusste um die Eigenheiten ihrer Art. Er hätte nicht versucht sie abzuhalten, wenn er sich nicht wirklich Sorgen gemacht hätte, dass sie dadurch in Schwierigkeiten geriet.
Die Farene schloss kurz die Augen. „Oh Daharion,“ flüsterte sie mit ihrer warmen, rauchigen Stimme, „wenn du dich schon verlieben musstest, warum dann ausgerechnet in Iliriel, den dunklen Engel?“ Sie öffnete die Augen wieder und starrte erneut ins Feuer. Irgendwie musste sie eine Möglichkeit finden, um aus den Zwängen Araschiras zu entwischen. Sie wollte nicht ihren eigenen, kleinen Bruder jagen!
Ihre Gedanken kehrten zu Kariol Kartan zurück, ihrem Lehrmeister, der ihr nicht nur die Kunst des Schwerttanzes beibrachte. Miranis hatte es bisher noch nicht versucht, aus Angst das es nicht funktionieren würde und aus Sorge, das wenn es doch funktionierte, sie dieses nachtelfische Miststück auf Kariol

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Kommentare

-DeathAngel- schrieb am 2011-12-05 22:23:01:
Ich bin heute mal durch zufall auf diese seite gestoßen und hab mcih mal umgesehen...
und ich muss ...WOW
ich selbst schreibe auch ff´s und ich finde deinen schreibstil einfach wundervoll... und diese story ist der hammer.
wie kommst du nur immer auf diese wundervollen namen ? ^^
bitte mach noch weiter

glg mandy
Tiriki schrieb am 2009-03-08 23:29:01:
Hallo Anariel
Ich habe diese Seite leider erst vor kurzem entdeckt und muss sagen, ich liebe deine Geschichten und fände es sehr sehr schade, wenn du nicht weiter schreiben würdest.
Liebe Grüße
Tiriki
Sophie Moor schrieb am 2008-01-23 18:33:05:
Hi Anariel,
Ich kann dich verstehen. Mir geht es genau so. Meine Sachen, die ich reinstelle, ließt i-wie niemand, aber was soll's. =) Ich muss damit zurecht kommen und wenn ich ehrlich bin, finde ich meine Erzählungen auch nicht sonderlich gut. Es sind nur Auschnitte meiner Gefühle, Gedanken und meines Lebens. Aber nun gut mit Selbstmitleid!
Natürlich kannst du fragen, ob noch Interesse besteht! Ist ja nicht verboten.
Ich persönlich warte schon auf diese Fortsetzung (Engel der Nacht 5) und hoffe, dass es sie geben wird.
Liebe Grüße,
Sophie Moor
Anariel schrieb am 2008-01-23 03:53:36:
Hallo Sophie,

erst mal Danke für Dein Lob.

Nun, da man hier ja leider nicht sehen kann, wie oft eine Geschichte angeklickt wurde hat man auch keine Vorstellung ob und wie oft etwas gelesen wurde. Von daher wäre ein kleiner Kommi, muss ja nicht gleich endlos lange sein, sehr schön, damit man weiß ob überhaupt noch interesse besteht.
Außerdem habe ich den selben Wunsch, wie viele andere Autoren hier: Das man meine Geschichten also nicht nur einfach liest, sondern mir auch tatsächlich sagt, was man davon hält, Allein deshalb stelle ich doch meine Texte auch in eine Seite, wo es eine Kommentarfunktion gibt. Wär mir das nicht wichtig, dann könnte ich auch sonstwo ausstellen.
Es kann schon ganz schön frustrierend sein, wenn man einen Text/Teil ausstellt dessen man sich selbst noch nicht ganz sicher ist, oder der einem besonderst gut gefällt und dann kommt gar nix.
Zudem sind mir Kritiken an den Texten, sofern sie nicht nur dazu gedacht sind um mich zu beleidigen(was zum glück bisher nur ein einziges Mal geschehen ist) sehr willkommen und hilfreich.
Von daher werde ich immer wieder einmal nachfragen, ob überhaupt noch interesse besteht.

Mit lieben Grüßen
Anariel
Sophie Moor schrieb am 2008-01-21 16:06:44:
Hi, Anariel. Ich finde deine Fortsetzungen spannend und echt schön. Wäre schade, wenn du sie nicht weiterschreiben würdest. Aber das ist doch das Problem:
Die, die deine Fortsetzungen lesen, haben bereits Kommentare gemacht und haben keine Lust, sie immer und immer zu wiederholen. Das ist doch auch nicht schlimm. Hauptsache sie LESEN und finden deine stories GUT, oder? =)
Ich persönlich liebe deine Geschichten und Gedichte. Ich kann darin so gut versinken und vergesse die Welt um mich herum und das zeichnet einen wahren Schriftsteller aus.
Liebe Grüße,
Sophie Moor.
Anariel schrieb am 2008-01-13 05:31:02:
Tja nu, ich fide es schade, das anscheinden niemand mehr meine Geschichten kommentieren will. Vermutlich bin ich mit meinen Fortsetzunggeschichten schlicht zu langwierig für die schnelle Leserschaft heutzutage.

Tja nun, wenn euch die Geschichte von meinem dunklen Engel noch weiter interessieren sollte, so sagt mir das bite. Ansonsten werde ich sie einfach still im Hintergrund weiterschreiben, und so die Götter wollen, werdet ihr sie irgendwann um Buchregal finden,

Es grüßt euch eine Nomandin zwischen den Welten
Anariel
Anariel schrieb am 2008-01-08 18:58:30:
Hallo immortal Soul,

Na da bin ich ja froh. Freut mich, das ich helfen konnte.

Liebe Grüße
Anariel
Immortal Soul schrieb am 2008-01-08 14:16:56:
Hallo nochmal.
Ich wollte dir nur nochmal danken, dass du mir das mit dem Namen und so erklärt hast. Es war nicht meine Absicht und ich habe mich auch schon gewundert, wieso da keine Liste von mir auftaucht.
Natürlich werde ich dich NICHT wegen deiner Hilfe anmotzen. Wieso sollte ich auch?
Danke! =)

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