Entscheidungen 1
von
Yve
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er, Daniel. Ich sah zu ihm auf, er sah mich ebenfalls an. Stechend, kühl. Als er sich hinunter beugte, um mir hoch zu helfen, schlug ich ihm mit einer Faust gegen sein Schienbein. Kein Ton aus seinem Mund, aber dafür aus meinem. Sein Bein war furchtbar hart und jetzt schmerzte auch noch meine Hand.
„Aua!“
Er hob mich hoch und stellte mich aufrecht hin. Wie konnte man nur so hart sein? Ich sah mir meine Hand genauer an, schwoll sie an?
„Du wolltest fliehen? In diesem Zustand?“
Zweifel stand in seinem Blick. Ich erwiderte nichts.
„Wo ist Eric?“
„Jagen.“
Ich nickte.
„Gut.“
Und schon humpelte ich weiter vorwärts, ich nahm einfach nicht weiter Notiz von Daniel. Er ging kerzengrade neben mir.
„Ich glaube kaum, dass du weit kommen wirst, Viola.“
„Das glaubst du, aber ich bin optimistisch.“
Ich bog ganz hinten nach links und er ebenfalls, dann hatte ich die Tür erreicht. Die ich gesucht hatte, ich streckte meine Hand aus und drückte die Klinke hinunter. Sie war verschlossen. Mein Mund klappte auf, ich drückte sie noch mal nach unten. Man hatte mich mit diesem Irren eingeschlossen.
„Du wirst nicht weit kommen, das sagte ich doch bereits.“
Mit einer Andeutung eines Lächelns hob er den Schlüssel in die Luft.
„Gib mir den Schlüssel! Sofort!“
Er schüttelte den Kopf. Seine schwarzen Haare waren zerzaust.
„Los!“
Ich schnappte nach dem Schlüssel, aber er zog ihn weg, ich fiel nach vorn. Sein Arm schnellte auch nach vorn und fing mich auf. Der Holzboden ächzte.
„Warum bist du so, Daniel?!“
Ich hatte die Zähne aufeinander gebissen.
„Glaub mir, es ist zu deinem eigenen Wohl.“
Er stellte mich wieder aufrecht hin.
„Pff.“
„Geh wieder in dein Zimmer.“
Ich schüttelte trotzig mit dem Kopf. „Gib mir den Schlüssel!“
„Nein.“
Ich humpelte an ihm vorbei, es hatte sowie so keinen Sinn. Er folgte mir und als wir in meinem Zimmer standen ließ ich mich als aller erstes wieder auf mein Bett fallen.
„Wenn ich wieder gesund bin, könnt ihr was erleben und du ganz besonders.“
Er lachte, was er sonst sehr selten tat.
„Das will ich sehen. Ein Kampf, bei dem du dich zur Abwechslung mal nicht K. o schlägst?“
Er lachte noch lauter.
„Hör auf zu lachen!!“
Ich schmiss mein Kissen nach ihm, er fing es auf und drückte es an sich, um daraufhin einfach weiter zu lachen. Ich erhob mich und wollte diese Schikane eigenhändig beenden, doch ich fiel wieder einmal hin, was auch sonst. Er streckte einen Arm aus und zeigte auf mich, er kringelte sich vor lachen. Ich kochte vor Wut, am liebsten hätte ich ihm irgendwas Hartes gegen den Kopf geschlagen, aber hier war nichts. Die Tür zu meinem Zimmer wurde geöffnet. Eric stand in der Tür.
„Was ist denn hier so lustig, Daniel?“
Daniel schien sich zu beherrschen. Er rückte seine Kleidung zu Recht.
„Nichts, nichts.“
Ein breites Lächeln zierte sein Gesicht.
„Was machst du denn da auf dem Boden Viola?“
„Ach ich liege hier nur so zum Spaß.“
Eric zog eine Augenbraue nach oben. Er sah erstaunt zu mir hinunter. Seine Wangen waren gerötet. Er kam auf mich zu und hob mich hoch, um mich anschließend auf mein Bett zu heben. Ich fixierte Daniel mit einem bösartigen Blick und ließ ihn nicht aus den Augen.
Die Tage vergingen und es ging mir mit mal zu mal besser. Nach 2 langen Monaten, konnte ich mich bereits ohne Krücken bewegen und das war auch gut so, denn ich hatte nicht vor hier zu bleiben, meine nächste Flucht war geplant.
Ich war im Trainingsraum und machte Dehnübungen, als Daniel den Raum betrat. Er beobachtete mich.
„Was willst du Daniel?“
Sein Gesichtsausdruck war ernst und er hatte wieder diesen schwarzen Mantel an. Das einzige, was an ihm Farbe zeigte, waren seine harten Augen.
„Du machst von Tag zu Tag Fortschritte.“
Ich nickte. Ich wollte auch Fortschritte machen, um mich aus dieser Hölle, meiner persönlichen Hölle, zu befreien. Ich erhob mich und machte mich kampfbereit. Ich atmete zweimal tief ein und aus und trat so fest ich konnte gegen den Sandsack, der von der Decke hing. Es folgten weitere Schläge mit den Händen, wieder mit den Füßen, bis ich völlig außer Atem war. Wieder ließ ich mich hinunter sinken und fuhr mit meinen Dehnübungen fort. Daniel stand inzwischen neben mir und sah auf mich hinunter.
„Du hast wirklich große Fortschritte gemacht.“
Ich sah zu ihm auf. Sein Mantel lag neben ihm auf dem Boden, sein Gesicht hatte wieder diese harten Züge. Ich wusste, was er vorhatte. Als sein Arm nach unten schnellte, rollte ich mich zur Seite. Kampfbereit aus der Hocke, ich schnellte nach vorne und versuchte ihn, mit einem gezielten Tritt aus dem Gleichgewicht zu bringen, ohne Erfolg. Er ließ mir keine Chance ihn zu erwischen. Ich erhob mich und vollführte die Übung, die ich an dem Sandsack vollbracht hatte, einmal traf ich ihm im Gesicht, ein Volltreffer, doch Daniel ließ sich nichts anmerken. Er kämpfte weiter. Er schlug zu und ich taumelte einige Meter zurück gegen eine Wand, ich war außer Atem, ich konnte nicht mehr. Mein Atem ging unregelmäßig. Daniel stand vor mir und sah mich an, völlig Gefühllos. Er trat noch einen Schritt auf mich zu, ich konnte seinen Atem spüren. Er fühlte sich kalt, auf meiner Haut an. Ich war völlig verschwitzt. Ich sah zu ihm auf. Er stützte sich mit beiden Händen, an der Wand, neben meinem Kopf ab. Ich sah ihn an, was hatte er vor?
„Ich kann nicht mehr, ich muss eine Pause machen, Daniel.“
Er kam näher, bis sein Gesicht direkt vor meinem war. Es war als würde er mich berühren, tat es dann aber doch nicht. Er hauchte mir einen ganz zarten Kuss auf den Mund und dann war ich allein. Ich sackte nach unten und atmete erst mal tief ein, ich hatte die Luft angehalten gehabt. Vorsichtig strich ich mit meinen Fingern über meine Lippen.
Am Abend saß ich mit Daniel, Eric und noch einigen mehr am Essenstisch. Ich war die einzige die etwas aß, die anderen saßen nur aus Höflichkeit da. Ich hatte meine braunen Haare hochgesteckt, meine blauen Augen musterten alles aufmerksam. Alle sahen sie mich an, als würden sie es ganz faszinierend finden, wie ich mir Happen für Happen in den Mund schob und ab und zu das Glas mit Wasser an den Mund führte. Ich war erst 19 Jahre alt und schon verlobt, ich konnte es immer noch nicht fassen, ich hatte keine andere Wahl gehabt, man hatte mich gezwungen, ich wusste noch alles, wie es angefangen hatte, einfach alles. Ich hatte alles bis ins kleinste Detail abgespeichert.
Ich war 18 Jahre alt gewesen und befand mich auf dem Weg zur Schule. Meine Schultasche hing schwer an meiner Schulter, es war leicht windig und mild. Als ich in der Schule ankam, begrüßte ich meine Freunde, der Unterricht war langweilig wie immer, aber ich hatte keine Probleme damit. Irgendwann war die Schule vorbei und ich war mit einigen Freunden noch etwas essen gegangen, wir waren in die Bücherei gegangen, um unsere Hausaufgaben zu machen, es hatte ziemlich lange gedauert und so war die Sonne schon fast hinter dem Horizont verschwunden gewesen. Ich ging durch den Park, als ich auf
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Kommentare
pünktchen schrieb am 2008-01-17 18:02:41:
also die geschichte is echt der ahmmer...anfangs ein wenig verwirrend aber trotzdem superspannend...hoffe du schreibst ne fortsetzung oder gibt es schon eine?
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