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Kategorien > Fantasy > Enumin

Enumin --1. Das Unvermeidliche--

von Sin

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Das unvermeidliche



Trace hatte längere blonde Haare, eine Brille, trug durchschnittliche Kleidung (wie man sie eben im 21. Jahrhundert trug) und er war eigentlich schon immer ein ruhiger Junge gewesen. Einen Großteil seiner Zeit verbrachte er, wenn er nicht gerade in der Schule saß und dem endlosen gequatsche eines Lehrers zuhörte, hinter einem Buch verborgen allein in seinem Zimmer, in einem Hochhaus in der großen Stadt Heidelberg. Dort lebte er zusammen mit seiner Mutter Jutta. Sein Vater war bei einem Arbeitsunfall ums Leben gekommen, als er noch sehr klein war. Trotzdem hatte er nie einen Vater vermisst. Seine Mutter sorgte sich gut um ihn. Wenn andere Jungs Fußball spielten, wollte er lieber ein neues Fantasy-Buch lesen. Er war zwar 17 Jahre alt, aber Fantasy-Literatur war auch für Ältere auf alle Fälle etwas, womit man seine Zeit verbringen konnte. Und einige Freunde aus seiner Klasse teilten mit ihm diese Einstellung. Er war weder irgendwo ungewöhnlich begabt, noch ungewöhnlich groß, oder sportlich noch hatte er irgendwas anders seltsames an sich. Ja, eigentlich war sein Leben geradezu ungewöhnlich normal verlaufen. Es gab keine absonderlichen Aktionen, die sein Leben prägten, oder sonst etwas, was etwas Abwechslung in seinen monotonen Lebensalltag gebracht hätte. Doch an diesem einen Tag, sollte etwas passieren, das sein Leben ganz gewiss verändern würde...



Gedanken verloren ging Trace seinem alltäglichen Schulweg nach. Die vorbei rauschenden Autos und vorüber laufenden Passanten nahm er gar nicht richtig war. Sein Schulranzen war so schwer wie eh und je und der Duft der in der Luft hing hatte sich seit den 17 Jahren, die Trace nun schon in dieser Stadt lebte auch kein bisschen verändert. Ziemlich sicher würde es demnächst anfangen zu regnen. Der Himmel hatte die Farbe eines verwaschenen Grautons angenommen und ein kühler Herbstwind trug zusätzlich dazu bei, dass man das Wetter als miserabel ansehen konnte. Seit einigen Wochen schon sah es ganz danach aus, als wollte die Sonne überhaupt nie wieder scheinen. Trace war mit seinen Gedanken ganz wo anders. – Seit er dieses eine Buch gefunden hatte, war er andauernd in Gedanken versunken.

Das Buch beschrieb eine Welt auf eine Weise, die alles wissenschaftliche und logische einfach niederriss. Man konnte alles oder zumindest fast alles genau so auch auf die reale Welt übertragen und hin und wieder gab es doch Stellen im Buch, die so aussahen, als wäre genau das die Absicht des Autors gewesen – der übrigens nirgendwo erwähnt wurde und auch nicht auf dem schlichten schwarzen Leder des Umschlags vermerkt war – das einzige, was man sah, waren einige vollkommen wirr aussehende Zeichen, die wahrscheinlich den Titel des Buches darstellen sollten. Das Buch enthielt nicht wirklich eine spannende Fantasygeschichte, sondern viel mehr eine Art Nachschlagewerk für allerlei fantastische Dinge wie Parallelwelten, Magie und Kreaturen von denen zumindest Trace noch nie etwas gehört hatte. Bisher hatte er noch niemandem von dem seltsamen Buch, das er vor knapp einer Woche auf dem Sitz einer Straßenbahn gefunden hatte, erzählt und er hatte irgendwie auch nicht vor, das noch zu tun. Nicht, solange er nicht wusste, was das wirklich für ein Buch war, dass er durch einen glücklichen aber ebenso banalen Zufall gefunden hatte.

Seltsamer weiße befanden sich auch eine Reihe unbedruckter Blätter in dem kleinen Buch, auf denen zum Teil in unleserlicher Handschrift Notizen zu finden waren. Unleserlich waren die Notizen eigentlich nur, da sie in einer Schrift geschrieben waren, die Trace nie zuvor gesehen hatte, die aber große Ähnlichkeit mit dem vermeintlichen Titel des Buches aufwies. Trace hätte zu gern gewusst, wem dieses seltsame Buch eigentlich gehörte, und noch viel interessanter wäre, wer es denn geschrieben hatte!

Ein ziemlich großer Regentropfen, der mit einem „Platsch“ auf seinem Kopf auf traf, riss Trace förmlich aus seinen Gedanken. Ein schneller Blick in den Himmel sagte ihm, dass er sich schnellstens etwas zum Unterstehen suchen sollte, wollte er nicht Gefahr laufen, vollkommen durchgeweicht nach Hause zu kommen. Glücklicher Weiße war er kurz zuvor an einer Bushaltestelle vorbei gelaufen und war in einigen Sekunden schon unter einem schützenden Dach in einer kleinen Hütte aus Beton. Ein, zwei Sekunden später krachte ein heftiger Wolkenbruch auf die Straße, der die Sichtweite dermaßen einschränkte, dass man nicht weiter als wenige Meter sehen konnte. Ein ohrenbetäubendes Rauschen, begleitet von einem Blitz und einem anschließenden Donner läuteten das größte Unwetter ein, dass man je gesehen hatte. Ganz nebenbei registrierte Trace, dass nicht das mindeste Lüftchen wehte, sonst aber alle Bedingungen für das apokalyptische Unwetter erfüllt waren. Trace kam aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Nach einer knappen halben Minute grauenvoller Wasserergüsse hatte sich die Straße schon in einen richtigen fließenden Fluss verwandelt. Er war mehr als einfach nur dankbar, dass er gerade jetzt an der hässlichen aber durchaus massiven Bußhaltestelle war. Er wollte sich nicht ausdenken, was passiert wäre, würde er jetzt unter freiem Himmel stehen. Dass er hier nicht raus gehen würde, bevor es aufgehört hatte, wie aus Eimern - nein wie aus Containern - zu regnen, das stand wohl absolut fest. Mehr als 10 Minuten stand er einfach nur da, und sah der mächtigen Naturgewalt zu, wie sie die ganze Stadt zu versenken drohte. Es war wegen des Wetters - falls man es denn überhaupt noch Wetter nenne konnte - relativ düster in der Betonhütte, aber es reichte, um einige Schemen wahrnehmen zu können. Etwas Wasser sammelte sich auch hier schon am Boden, da die Straße das Wasser nicht in solch einer Masse abtransportieren konnte. Eine perfekt abgetrennte Linie aus vom Himmel fallendem Wasser bildete fast schon eine Art Tür, die den eigentlichen Eingang der Haltestelle verschloss. 'Bei einem solchen Wolkenbruch, musste es Tote geben', dachte Trace erschüttert! Nach weiteren fünf Minuten, in denen er das ohrenbetäubende wasserfallartige Rauschen hören musste, und vielleicht zum hundertsten Mal einen Finger in die Fluten hielt, die erbarmungslos auf die Stadt schlugen, fragte er sich doch, ob so etwas wie er es gerade erlebte überhaupt möglich war! Er kam zu keinem wirklich überzeugenden Ergebnis und irgendwann begann er das zwar mächtige aber ebenso monotone Naturschauspiel einfach zu ignorieren. Er konnte jetzt nichts tun, als zu warten. Also setzte er sich auf einen der blau gestrichenen metallenen Stühle, die in der Wand verankert waren und stellte seinen Schulranzen auf einen der anderen Sitze. Seine Schuhe befanden sich mittlerweile schon in einer Pfütze, die sich über den gesamten Boden der Hütte zog, aber glücklicherweise nicht tiefer als vielleicht eine Fingerspitze hoch wurde. Wenn er schon hier sitzen musste, konnte er auch genauso gut sein Buch raus holen und sich nochmals die seltsamen Zeichen vor Augen führen. Er öffnete

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Kommentare

Sin schrieb am 2006-12-22 21:28:51:
Grüße!

Lasst euch nicht von den 4 Seiten abschrecken, fangt einfach mal an zu lesen, und lest soweit, wie ihr es interessant findet!^^

Ja, es hat endlich so funktioniert, wie ich es wollte! Hat eine Weile Gedauert, aber jetzt ist das erste Kapitel vollkommen fertig gestellt. Das zweite ist bereits in Arbeit, und wird so bald wie möglich hochgeladen.

LG Sin

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