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Kategorien > Fantasy > Enumin

Enumin - 4. Der Herrscher

von Sin

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Er war mittlerweile nahezu begeistert von der Vorstellung richtige Magie zu sehen, und zu sehen, wie sie gewirkt wurde.

Sivanica gab Trace einen Mantel, ähnlich dem, den auch sie andauernd Trug. Dieser war aber scheinbar in keiner Form magisch, oder sonst irgendwie außergewöhnlich.

Hinter Sivanica lief Trace die steinigen Treppen hoch. Als sein Kopf wieder durch den Abblendzauber stieß, hatte er abermals das Gefühl, einen komplett anderen Ort zu betreten. Erstaunlichster Weise hatte er nicht einfach nur das Gefühl. Es war tatsächlich so! Was er eigentlich geglaubt hatte, wieder sehen zu müssen, war das halb verfallene Haus in der toten Landschaft. Wo der Beton und Teer allgegenwärtig war und es absolut kein Leben gab. Was er jetzt sah, ließ ihn erstmal überrascht inne halten. Sie befanden sich im Inneren einer großen Höhle. Es war eine Höhle, in der Unmengen von Tropfsteinen von der Decke hingen oder hoch vom Boden aufragten. Die Luft war kühl und feucht. Sie standen in einer kleinen viereckigen öffnung. Ihre Tiefe war unergründlich und nicht einmal der Boden, auf dem er gerade stand war zu sehen. Der Anblick seiner nicht vorhandenen Füße war erschreckend. Hastig machte er einen Schritt auf der unsichtbaren Treppe und befand sich dann auf dem Höhlenboden. Es war ein seltsames Gefühl, welches er das letzte Mal ignoriert hatte, als er aus dem Zauber raus gerannt war. Der Ausgang der Tropfsteinhöhle war nur ein paar Schritte von ihnen entfernt. Rötliches Licht der Abendsonne fiel durch den großen Eingang in die Höhle hinein und zog die Schatten der Tropfsteine in die Länge. Es reichte aber noch, um gut sehen zu können. Die Tropfsteine boten einen idyllischen schönen Anblick. Ein paar Sekunden stand Trace da und schaute auf die Felsformationen, die der Höhle diese Schönheit verliehen.

"Gefällt es dir?", wollte Sivanica wissen. "Ich war schon lange nicht mehr hier. Außerhalb der Höhle gibt es einen großen Strand. Wie das Meer dort heißt, weiß niemand. Es war auch noch nie jemand hier. Außer ich. Und jetzt du."

Trace schaute sich nur weiter verblüfft um. Der Anblick war nach dem langen Aufenthalt in Sivanicas Haus und dem ständigen Anblick der Grünwüste noch schöner in seiner Empfindung, als er es ohnehin gewesen wäre. "Wie sind wir hier her gekommen?", fragte Trace. "Ich habe irgendwann heraus gefunden, dass es mehr als nur einen Ausgang aus meinem Gefängnis gibt", antwortete Sivanica. "Leider ist es mit diesem Ort genauso, wie mit der Grünwüste. Er ist unendlich groß. Früher oder später kommt man wieder an den Ausgangspunkt zurück." Ein Gefängnis das unendlich groß ist... Wenn man niemanden bei sich hat, wird wohl alles irgendwann zu einem grausamen Gefängnis. Wie kann man so lange so allein leben? Die Frage stellte er sich jetzt erst so direkt. Das war doch nahezu unmöglich. Der Mensch brauchte andere Menschen um sich. Wie verkraftete man vollkommene Einsamkeit?

"Es ist trotzdem schön hier", antwortete er. Trace schaute sich noch kurz um und wandte sich dann Sivanica zu. "Gehen wir nach draußen?", fragte er. Sivanica lächelte kurz und deutete ihm dann mit einer Handbewegung ihr zu folgen. Der Anblick dort draußen war noch umwerfender als der in der Höhle. Die Sonne stand rot leuchtend am Horizont des Ozeans. Ein paar rote Wolken, die weiter oben dann einen lilanen Farbton annahmen, gaben dem Anblick des Himmels etwas faszinierendes. Das ganze Meer hatte einen rötlichen Schimmer. Der Strand fing unmittelbar am Höhlenausgang an und zog sich vielleicht dreihundert Meter breit bis zum Horizont so hin. Das Rauschen des Meeres und ein salzig riechender Wind zogen zu ihnen herauf. "Es ist wahnsinnig schön hier. Warum bist du nicht öfter hier?", wollte Trace wissen. "Es ist allein irgendwann nicht mehr so schön. Ganz einfach." Ja. Natürlich. Eigentlich hatte er die Antwort auch schon geahnt. Er wollte einfach nur die Stille durchbrechen. Sie begann langsam seltsam drückend zu werden. "Wolltest du mir nicht etwas über die Magie erzählen?", fragte Trace lächelnd. "Ja. Komm einfach mit." Beide zogen sich die Schuhe aus. Es war ein angenehmes Gefühl, barfuß durch den feinen Sand zu laufen. Sie nahm seine Hand und zog ihn einfach hinter sich her, den abfallenden Strand hinunter. Trace protestierte nicht.



Viel Spass beim Lesen!

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