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Kategorien > Aus dem Leben > Beziehungen

Er ist fort

von Leviathan

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Ich sehe in seine Augen. Jene Augen, die sonst immer ein Ort der Ruhe und Sicherheit für mich waren. Jene Augen die mir Zuversicht gaben und mich hielten, wenn es mir schlecht ging. Doch nun sehe ich in jenen Augen nur Trotz.
Ich berühre ihn an seiner Schulter, er zuckt weg. Abermals sehe ich ihn an, blicke ihm direkt in seine, nun immer schwärzer werdenden Opale. Ich räuspere mich, spreche seinen Namen laut aus. Warte. Noch einmal. Er blickt mich an, ich bekomme kaum noch Luft, weil er mich anschreit. Er, seine Augen schreien. Ich sehe seine Verzweiflung, und den Hass. Doch er kann mich nicht lange taxieren, schnell wendet er sich von mir ab. Dreht sich weg. Ich greife nach seiner Hand, halte sie fest. Versuche ihn daran zu hindern zu gehen. Wieder und wieder rede ich auf ihn ein, dass er das nicht tun soll. Es sind doch nur noch Monate. Nicht einmal ein halbes Jahr. Er schafft das, ich bin da. Ich werde immer da sein.
Er dreht sich um, sein Opale in gänzlicher schwärze. Die Pupillen huschen unruhig durch den Raum. Erst jetzt, erst jetzt wird mir bewusst, das was nicht stimmt. Dann begreife ich. Er ist drauf. Mit was auch immer. Und er hat eine Fahne. Eine Wand aus Schnaps und Bier schlägt mir entgegen, als er mir antwortet. Er haut ab. Er kann nicht mehr, er will nicht mehr zurück. Ich zittere am ganzen Körper, mir wird schlecht. Ich sehe ihn an, flehend. Meine Augen füllen sich mit Tränen. Energisch schüttel ich den Kopf. Ich werde panisch, versuche ihm den Kopf zurecht zu rücken. Bitte ihn an die Folgen zu denken. Doch ich dringe nicht zu ihm durch. Seine Augen verengen sich zu Schlitzen, er weicht zurück. Ich kann ihn nicht mehr deuten. Dann plötzlich verändert sich was in seinem Blick. Er wird weich und ich sehe die Verzweiflung.
Das Hupen eines Autos zerreißt die Situation. Verwirrt sehe ich ihn an, doch das Weiche ist verschwunden. Kalt. Kalt starrt er mich an. Dann dreht er sich um und geht. Öffnet die Türe nach draußen. Ich bin wie erstarrt.
Dumpf höre ich wie eine Autotür aufgemacht, dann zugeschlagen wird. Ein Motor heult auf. Dann ist er weg. Verschwunden.
Alles in mir dreht sich und ein Satz hallt unaufhörlich in mir wieder: „Er ist fort.“

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