Geschichte einsenden Links & Rings AGBs Impressum
Kategorieauswahl
Wir freuen uns über jeden Autor, der hier auf Storyparadies.de seine Geschichten veröffentlichen möchte.Da jeder Autor Feedback braucht, sind Kommentare, solange es sich um konstruktive Kritik handelt, möglich und auch ausdrücklich erwünscht. Bitte verwenden Sie zur Einsendung der Geschichten und Kommentare unser Formular und beachten Sie dabei unsere Regeln.
Suche


Kategorien > Liebe > traurige Erinnerung

Erinnerung

von Linda Fuchs

1

Erinnerung

Es ist irgendwie ganz komisch. Irgendwie weiß ich noch genau, wie alles anfing. Vielleicht weiß ich es noch so genau, weil mein Leben dadurch so lebenswert wurde…

„Hey.“, ein braun gebranntes Gesicht grinste mich an. Ich fluchte gerade darüber das der Wind mal wieder meine Haare in alle Richtungen blies und ich keine Chance hatte sie zusammenzubinden. Doch plötzlich schien das unwichtig, weil du da warst. Dieses braungebrannte Gesicht mit den grünen Augen, die mich anfunkelten. „Hallo.“, entgegnete ich trotzdem hitzig. „Du hast da was verloren.“ Und an der Hand baumelte meine Kette. „Oh. Danke.“ Es war meine Kette, die ich jeden Tag trug und ohne die ich eigentlich nicht leben konnte. Der Anhänger war ein kleiner Engel, den man kaum als solchen erkennen konnte. Ich hatte die Kette schon als kleines Kind bekommen, quasi eine Art Schutzengel. „Der Verschluss scheint kaputt zu sein.“, sagte er. „Das wurde ja auch mal wieder Zeit.“, sagte ich mehr zu mir selber. „Danke.“, bedankte ich mich nochmal, „die Kette ist mir ziemlich wichtig.“ „Dann solltest du sie vielleicht nicht hier am Strand tragen.“, sagte er und eigentlich wäre ich sauer über eine solche Bemerkung gewesen, aber da riefen auch schon meine Mädels mit denen ich hier im Urlaub war. „Elena, komm, wir haben da hinten einen Platz gefunden.“ Sie winkten mir zu und ich winkte zurück. „Elena?“ Ich sah noch mal in seine grünen Augen und nickte. „Na dann noch einen schönen Tag.“, grinste er und rannte zurück ins Wasser.
Das war unsere erste Begegnung. Bei der es nicht blieb. Wie sich herausstellte waren wir im gleichen Hotel und sahen uns quasi täglich. Es blieb also nicht aus, dass sein Scharm und die nötige Unterstützung meiner Mädels dazu führten, dass dieser braungebrannte Kerl mit den grünen Augen eine Urlaubsbeziehung wurde. Und aus dieser Urlaubsbeziehung entwickelte sich eine Beziehung die hielt und hielt und hielt…

„Bist du schon aus der Uni wieder da?“, fragte Markus. Ich stieß die Luft hörbar aus. „Ja. Ich lass die letzte Vorlesung sausen. Die kann ich mir heute echt schenken. Ich krieg eh nichts mehr mit.“ Ich legte die Wohnungsschlüssel auf den Tisch und setzte mich neben Markus. Er sah mich fragend an. Ich zuckte nur mit den Schultern und sagte: „Du bist doch auch hier.“ Markus grinste, sagte aber nichts. „Die Jungs kommen gleich auf ein Bierchen vorbei.“ Ich sah in an und mein Blick verriet ihm, dass ich nicht begeistert davon war. „Was ist los?“, fragte Markus. „Ach ich weiß auch nicht. Ich habe Kopfschmerzen und dann noch der ganze Wirbel mit der Hochzeit von Sara.“, sagte ich. Markus küsste mich auf die Stirn und stand auf: „Du machst das alles wunderbar. Sara kann sich freuen eine Trauzeugin wie dich zu haben!“ Markus ging in die Küche und kam mit einem Glas Wasser wieder: „Hier.“ „Danke.“ Ich trank das Glas aus, auch wenn ich keinen Durst hatte. „Willst du dich hinlegen oder sollen wir einen kleinen Spaziergang machen?“ „Ich leg mich gleich hin.“, ich machte eine kurze Pause, „wann kommen die Jungs?“ „Schätze in zwei, drei Stunden.“, antwortete Markus. Ich nickte und vergrub meinen Kopf in meinen Handflächen. „In zwei Tagen ist die Hochzeit, dann kannst du wieder etwas durchatmen.“, meinte Markus und legte seinen Arm um mich, „und bis dahin lässt du es dir zwischendurch etwas gut gehen.“

„Aaaaaaah Markus!“, rief ich. „Hä?“, Markus kam verschlafen aus unserm Schlafzimmer. „Wo sind meine Schuhe?“ „Welche von deinen tausend?“ „Du weißt schon die roten. Ich brauche die unbedingt heute Abend.“ „Dann hast du doch noch genug Zeit sie zu suchen. Guck mal auf die Uhr.“, meinte Markus und wollte schon wieder ins Bett gehen. „Ja aber ich muss noch mal Nadine anrufen und dann muss ich auch noch die T- Shirts abholen und….“ „Bleib mal ganz ruhig. Dein top Freund hat alles im Griff und die Shirts liegen schon da vorn im Schrank.“ „Oh du bist ein Schatz.“, sagte ich und küsste ihn. „Ich weiß.“, grinste Markus verschmitzt. „Ich wünsche Sara ja wirklich alles Glück der Welt, aber ich bin so froh, wenn das vorbei ist.“ „Morgen wirst du strahlen und einfach nur glücklich sein, dass es Sara so gut geht und dir wünschen es wäre nie anders gewesen.“, sagte Markus. „Du hast wahrscheinlich recht. Aber bis dahin muss ich noch was erledigen. Wir sehen uns zum Mittag?“ Markus nickte.

„Geld? Schlüssel?“, rief ich zur Tür wo Markus bereits wartete. „Habe ich schon alles. Elena, komm sonst kommen wir noch zu spät.“ „Okay. Da bin ich.“ Etwas nervös sah ich Markus in die Augen und er gab mir einen schnellen Kuss. „Du siehst fabelhaft aus.“ Er stupste meine Nase: „Was ist mit deiner Kette?“ „Oh Mist. Moment“, und wieder eilte ich zurück in die Wohnung. Wo war diese Kette. „Ich finde sie nicht.“, schrie ich. „Im Baaad.“, rief Markus zurück und ich konnte das Lächeln auf seinen Lippen hören. Ich lief zurück zur Tür: „Ich kann nicht.“, sagte ich und reichte ihm die Kette und er legte sie um meinen Hals: „Du bist aufgeregter als die Braut.“ „Sie ist meine beste Freundin, wenn irgendwas schief geht, dann…“ „Es wird alles wunderbar. Und jetzt komm.“ „Haben wir…“, doch Markus unterbrach mich: „Wir haben alles. Und wir wollen doch nicht zu spät kommen!“ Er zog die Wohnungstür zu und wir gingen. „Jetzt weiß ich auch warum Sara dich nicht so früh bei sich haben wollte.“, scherzte Markus. „Witzbold.“ Markus öffnete die Wagentür. Wir hatten uns für den Tag ein Auto geliehen. Als wir im Auto saßen atmete ich einmal tief durch: „Jetzt ist alles gut.“, sagte ich und sah durch die Frontscheibe. „Schön.“, sagte Markus und fuhr an.
Wir fuhren aus unserem Wohngebiet. „Haben wir wirklich alles?“, fragte ich da doch nochmal. Markus nickte: „Wir liegen gut in der Zeit. Ich habe dich etwas eher ins Bad geschickt!“, grinste Markus. „Du kennst mich zu gut. Es wird Zeit, dass ich mir einen anderen Freund zulegen.“, scherzte ich. Auch Markus grinste. Wir hielten an einer Ampel. Ich schrie. WUMM.

Tränen füllten meine Augen. Ich ließ die Erde auf das Grab fallen, dann meine Blume. Ich schloss die Augen. Vor mir sah ich Markus grinsend mit seinen grünen Augen. Wieder und wieder hörte ich ihn sprechen: Ich habe dich etwas eher ins Bad geschickt. Ich habe dich etwas eher ins Bad geschickt. Ich habe…. „Elena. Komm.“ Starke Arme griffen nach mir und zogen mich fort. Doch ich wollte nicht fort. Wollte nicht gehen. Ich liebte ihn. „Nein.“, sagte ich schwach, „nein.“ „Elena.“, flüsterte eine Stimme, „komm.“ Ich wurde weggezogen.

1

Kommentare

cigdempeker@hotmail.de schrieb am 2011-05-08 17:20:25:
Das ist das traurigste und berührendste was ich je gelesen habe.
Mir kamen fast die Tränen.
Klasse Geschichte.

Kommentar hinzufügen



Aufgrund des extremen Mißbrauchs der Kommentarfunktion sind wir leider gezwungen, die Kommentare ab sofort redaktionell zu überprüfen. Wir bitten um Ihr Verständnis.