Erinnerung an Wallace
von
Wolfgang Scholmanns
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Es war ein wunderschöner Wintertag, der Himmel zeigte sein herrlichstes Blau, und die Sonne ließ an manchen Stellen im Schnee kleine, funkelnde Kristalle leuchten. Mein Hund Wallace wartete schon ganz ungeduldig darauf, dass ich mich nun endlich anziehen und mit ihm einen Spaziergang machen würde. Ich bemerkte seine Ungeduld und sagte zu ihm: „ Nur die Ruhe, ich zieh mir noch eben die Schuhe an und dann können wir losgehen." Er wedelte freudig mit seinem Schwanz, wartete bis ich endlich die Tür öffnete, sprang hinaus und wälzte sich dann erst einmal in den frisch gefallenen Schnee. Ich musste lachen, denn in seinem schneebedeckten Fell sah er jetzt einem Schneemann ähnlicher als einem Hund. Auf unserem Spaziergang, dessen Ziel der nicht weit entfernte Wald sein sollte, kamen wir an zahlreichen Weiden vorbei, die nun sanft von dem glitzernden Weiß einer funkelnden Schneedecke überzogen waren. Wallace, der mit seiner Nase eine Furche in den Schnee schob, um nach Informationen anderer Hunde an den ihm bekannten Stellen zu suchen, jaulte plötzlich auf und stob in einem rasenden Tempo davon. Ich erschrak, ahnte aber sofort was die Ursache seines Verhaltens war. Er hatte an einem dieser Weidezäune einen elektrischen Stromschlag bekommen. Ich rief ihn zurück, aber der Schreck war ihm wohl so tief in die Glieder gefahren, dass er auf mein Rufen und Pfeifen nicht reagierte. Meinen Weg fortsetzend war ich davon überzeugt, dass er schon bald wieder auftauchen würde. Nach einiger Zeit jedoch, wurde ich immer unruhiger, denn all mein Rufen und Pfeifen führte zu keinem Erfolg. Wallace war verschwunden! Ein plötzliches, panisches Angstgefühl wuchs in mir und in meiner Vorstellung tauchten die schrecklichsten Bilder auf. Mein Wallace, er war doch das Liebste, was ich auf dieser Welt besaß. Ich rannte nach Hause, alarmierte Freunde und Verwandte und bat sie, mir doch beim Suchen zu helfen. Einige waren sofort bereit dazu und trafen dann auch schon kurze Zeit später bei mir ein. Wir suchten die ganze Gegend ab, aber nirgendwo gab es ein Zeichen von Wallace. Irgendwann brachen wir die Suche ab, denn es war schon dunkel geworden, und die Temperatur befand sich auch schon wieder tief im Minusbereich. Ich war total kaputt, wollte schlafen aber es ging nicht. Gedanken an Wallace ließen mich kein Auge zu machen. Wieder lief ich vor die Tür und rief und pfiff in meiner Verzweiflung nach ihm. Vergebens, Wallace blieb verschwunden. Tränen liefen mir übers Gesicht und ich zitterte am ganzen Körper, als ich flehend zum Himmel aufschaute und rief: „ Lieber Gott hilf mir, lass bitte meinen Wallace wieder zu mir zurückkommen."Da plötzlich spürte ich, dass etwas vor mir stand und das war er, mein Hund, mein Wallace, dass Liebste was ich besitze. Er sprang auf mich zu und ich umarmte ihn mit den Worten: „ Ich bin so froh, dass du wieder da bist, du kleiner Ausreißer!" Dann gab`s erst einmal eine leckere Mahlzeit für Wallace, der schon voller Erwartung an seinem Napf stand, ihn dann auch mit großem Appetit leerte und sich dann nach diesem anstrengenden Tag zurückzog, um ein Nickerchen zu machen. Auch ich legte mich nach einer Weile mit dem Gefühl tiefster Dankbarkeit ins Bett und dachte darüber nach ob es nun Zufall war, dass gerade in dem Moment, wo ich Gott um Hilfe bat, Wallace zu mir zurückkehrte oder ob vielleicht ………..?
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Kommentare
Basther schrieb am 2006-12-03 05:22:14:
Mal wieder eine sehr gelungene Geschichte!!
Ich ziehe meinen Hut vor dir!!
Ein Mensch, ein Wort und dieses, in ihrer belieben Zahl
In unentlicher Vielfalt
Vielfalt spricht Wahrheit
Sprichst Du
Beste Grüße
Basther
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