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Kategorien > Aus dem Leben > Aus dem Leben

Erinnerungen meines Lebens

von W.Blacksmith

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Guten Tag.
Mein Name.....unwichtig.
Es geht nicht darum wie ich heiße, sondern darum was ich erzähle.
Eine Geschichte. Meine Geschichte.

Alles begann mit dem Tod einer guten, alten Freundin. Ich hatte sie lange nicht mehr gesehen und als sie im Krankenhaus lag, kam ich nur selten vorbei um sie zu sehen. Ich war einfach zu beschäftigt damit Nichts zu tun. Nach ihrem Tod machte ich mir große Vorwürfe und stürzte mich in Fluten aus Alkohol, um zu vergessen und zu verdrängen.

Zwei Wochen später dann der nächste Schock. Meine liebe Großtante erlitt einen Schlaganfall. Eine Frau, eine Bäuerin genauer gesagt, die ihr lebenlang gearbeitet hat, konnte plötzlich nur noch sitzen und liegen - sehen und hören. Ich erinnere mich, wie ich oft ihren Geschichten aus der Kriegszeit lauschte und mir nicht ausmalen konnte, was für ein Gefühl es sein muss, von seinen Eltern getrennt zu werden, ohne zu wissen wie es ihnen geht. Wenn ich an ihrem Krankenbett saß und mit ihr redete, bekam ich keine Antwort, nur einen Blick der mir im Herzen brannte. Ich spürte was sie mir sagen wollte, doch konnte ich nicht tun was sie sich wünschte. Es brach mir jedes Mal das Herz sie so zurückzulassen.
Ein Grund mehr mich in weitere Sturzbäche aus Alkohol zu stürzen, um dem Ganzen zu entfliehen.

Nach zwei Monaten der exzessiven Trauer, war ich körperlich in sehr schlechter Verfassung. Doch damit nicht genug, kam es wieder zu einem Todesfall. Dieser traf mich härter als alles zuvor. Ein ganz besonderer Mensch, den ich kannte seit ich denken konnte und der mich kannte seit ich geboren wurde. Ich war physisch und psychisch am Ende, hatte Schlafstörungen und dann war da noch der Alkohol, der ein Loch füllen sollte, dass wie das Ozonloch durch die Belastung immer größer wurde.
Doch sollte sich bald alles ändern und meine Welt auf den Kopf stellen. Der Tag der Beerdigung rückte näher und ich versank immer mehr in meinem eigenen Grab.

Am Tag der Beerdigung erwachte ich am Morgen, nach einer Nacht mit nur einer Stunde Schlaf und ich fühlte mich, zu meiner eigenen Überraschung, gut.
Während der Zeremonie begann ich mich zu fragen, warum ich zwanghaft versuchte alles zu vergessen, was mir wichtig war. Ich sah das Bild meines Kumpels, umgeben von Kränzen und Kerzen. Sein Name in kunstvoller Schrift, auf einem schlichten weißen Band, hing darunter und ich begriff, dass mich die Wogen aus Alkohol umbringen würden, wenn ich mich nicht ändern würde. Ich fühlte, dass es weh tat loszulassen, aber ich fühlte mich wie ein Mensch. Es war als hätte ich diese Prüfung nicht bestanden, aber jemand führte mich trotzdem auf den rechten Weg zurück. Ich trauerte angemessen und hielt die guten Erinnerungen in Ehren. Ich schaute Fotos an und erfreute mich der guten alten Zeit. Ich lebte mein Leben und werde demnächst einen, wie ich hoffe, würdevollen Abgang finden.
Ich sitze in meinem Lehnstuhl, erfreue mich dem Schauspiel der Natur und genieße mein letztes Glas Whiskey.

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