Erlebnisse einer Rallyefahrerin
von
Bella
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5. Fauquemont Classic, 07. Juni 2008
Frühmorgens fuhren wir los. Das Wetter war typisch für diesen Sommer der uns als „kleine Regenzeit“ in Erinnerung bleiben wird.
Bereits auf der Fahrt zum Startpunkt schlug der Fehlerteufel zu. Jule hatte im vergangenen Jahr keinen Regen gesehen und so war wohl der Scheibenwischer verärgert. Er weigerte sich, in strömendem Regen wohl gemerkt, zu wischen. Das fing ja gut an und es sollte zum Ende des Tages noch besser werden.
Angekommen am Startpunkt stellte sich dann heraus, dass der Scheibenwischer lediglich verärgert war über seine Untätigkeit im vergangenem Jahr. Einfaches Anschieben reichte und er nahm willig wieder seinen Dienst auf. Dies war auch dingend nötig, da es zum Start erst mal nicht nach Wetterbesserung aussah.
Bis zur Mittagspause in St. Vith lief es fantastisch und wir hatten ein gutes Gefühl. Wir rechneten uns sogar einen Pokalplatz aus.
Auf der Rückfahrt, Schilder verkündeten die Nähe von Maastricht, schlug der Fehlerteufel nochmals zu. Gnadenlos und brutal. Es gab ein hässliches Geräusch aus dem Motorraum, Qualm und die Kontrollleuchten gingen an. Was war geschehen? Ein Blick in den Motorraum brachte dann die Klärung: Die Wasserpumpe hatte gefressen. Nun war guter Rat teuer, denn eine Weiterfahrt war unmöglich.
Endlich hielt ein Teilnehmer an und fragte, ob er behilflich sein könnte. Er konnte. Bis nach Hause waren es ca. 15 km. Da er, seiner eigenen Aussage nach, nicht mehr um einen der vorderen Plätze fuhr schlug er vor, uns nach Hause zu fahren. Wir nahmen dankbar an. Zu Hause holten wir unser Arbeitsauto, fuhren zur havarierten Jule, nahmen sie ins Schlepp und brachten sie nach Hause.
Dort stellten wir fest, dass wir wie immer, reichlich Vorzeit hatten und so war der Entschluss schnell gefasst: Porsche nehmen, zurück zur Stelle wo Jule den Dienst aufgeben hatte und die Rallye zu Ende fahren.
Exakt zum vorgesehenem Ende liefen wir am Ziel ein, gaben unsere Bordkarte ab und atmeten erst mal durch. Das hatte dann doch noch geklappt.
Nach dem obligatorischen Essen gab es die Preisverleihung. Ab Platz 10 wurden die Teilnehmer namentlich genannt und unsere Gesichter wurden langsam immer länger, Platz 5 und wir waren immer noch nicht genannt. Hatten wir uns verkalkuliert?
Dann die Erlösung, Platz 3 und wir hatten es mal wieder geschafft.
Internationale Trier Classcis, 14. – 16. September 2007
Zum 2. Male starteten wir bei der Trier Classcis. Erreichten wir im Vorjahr als Rallyeneulinge einen zufrieden stellenden 5. Platz in unserer Klasse, so stand uns dieses Jahr der Sinn nach mehr.
Am Freitag vor der Rallye fuhren wir also wieder mal nach Trier. Der Wettergott spielte mit und es war wie immer toll in Trier.
Dann Samstag Morgen, Start an der Porta Nigra. Die Streckenaufgaben waren für uns ok, aber wir fühlten uns jetzt schon ein bisschen wie alte Hasen und hatten ja eh im letzten Jahr hier gar nicht so schlecht abgeschnitten.
Getreu unserem Motto: Fahre immer auf Vorzeit, wenn die Strecke es hergibt, Du wirst die Zeit schon noch brauchen, liessen wir Jule ordentlich rennen.
Bis zur Mittagspause war denn auch alles bestens. Kurz nach Start zur Nachmittagsetappe ging’s los: Die beste aller Navigatorinnen vermisste ihre Handtasche. Natürlich war alles drin, weibliches Zubehör Kohle und Kreditkarten sowieso. Und das Alles kurz vor Start einer Sonderprüfung auf Zeit. Prosit.
Jetzt hiess es Nerven behalten und die WP ordentlich fahren.
Am Ende der WP dann die nächste Hiobsbotschaft: Die Kamera war weg! Gegenseitige Vorwürfe machten es nicht besser. Wir waren richtig fertig. Dann der entscheidende Hinweis von einem anderem Team: Habt ihr schon mal bei der Gaststätte wo wir die Mittagspause hatten nachgefragt? Also sofort Telefon raus und angerufen. Gott sei Dank, da gab es reichlich Damenhandtaschen, wir waren wohl nicht das einzige schusselige Team und auch unser Designermodell war noch da. Wir fuhren also die Tagesetappe zu Ende, hatten noch ein bisschen Stress bei der letzten Pause, aber da wir ja immer auf Vorzeit fahren, hat es auch dort dann tatsächlich noch zu Kaffee und Kuchen gereicht.
Im Tagesziel wurden wir ordentlich begrüsst, entschuldigten uns und rauschten dann wieder die 85 Km zurück. Der Veranstalter ermahnte uns doch bitte rechtzeitig zum Abendessen zurück zu sein, aber da waren wir schon wieder unterwegs.
Natürlich waren wir rechtzeitig zurück und stellten dann beim Zwischenergebnis erfreut fest: Wir waren ZWEITE in unserer Klasse.
Abends, wir sagten Jule noch Gute Nacht, bedankten uns für den tollen Tag und fanden dann doch tatsächlich - unsere Camera im Wagen wieder.
Am nächsten Morgen starteten wir dann zum alles entscheidenden 2. Tag. Natürlich auch hier wieder Probleme. Eigentlich hatten wir genug Zeit bis zum Start und frühstückten ausgiebig, Jule stand ja in der Tiefgarage, also was soll schon schief gehen? Es ging etwas schief. Die Tiefgarage öffnete sich nicht, der Hausmeister war verschollen und die Startzeit rückte unerbittlich näher.
In letzter Minute wurde uns doch noch geholfen und wir fuhren auf schnellstem Weg zum Re-Start.
Der 2. Rallyetag verlief dann harmonisch, komplizierte Aufgaben gab es nicht mehr und wir erreichten unser Ziel.
Dann wurde endlich das Ergebnis vorab veröffentlich. Unsere Enttäuschung war riesig – wir wurden nur noch auf Platz 6 geführt. Wie konnte das sein? Diese Verschlechterung konnten wir uns nicht erklären.
Des Rätsels Lösung kam dann allerdings sehr schnell – wir waren 6. im Gesamtklassement und hatten den 2. Platz in unserer Klasse behalten.
Voller Stolz nahmen wir dann die Pokale entgegen und auch das Siegerfoto wurde mit grossem HALLO gemacht.
2. Limburg Rally 22. – 24 Juni 2007
Diese 3-Tage-Veranstaltung sollte eines unserer persönlichen Highlights des Jahres 2007 werden. Aber der Reihe nach.
Die Veranstaltung war sehr stimmig aufgezogen und Freitag abends gab es ein schickes Diner zum gemeinsamen kennen lernen.
Samstag Morgen erhielten wir nach einem ausgiebigem Frühstück die Bordbücher. Oh Schreck, hier war alles in holländisch. Das hatten wir uns eigentlich anders vorgestellt. Zum Glück sind Chinesen mit Kilometrierung international. Wir hatten ja mittlerweile unseren Tripmaster drin und waren überzeugt, dass es zumindest von dieser Seite her keine Probleme geben dürfte.
Ein genaues Studium klärte uns dann auf. Hier waren keine Baumaffen zu notieren oder Ortseingangs-schilder aufzuschreiben, nein es wurden Fragen gestellt bezogen auf Orte, die von der Rallye angefahren wurden. Alles in holländisch. Auf Nachfragen erklärte uns der Veranstalter, dass wir als deutschsprachiges Team aber gerne in deutsch antworten dürften.
Wir atmeten auf und los ging’s.
Erste Etappe war dann Alt-Limburg in Belgien. Dieser Ort hat eine wechselvolle Geschichte und die gestellten Fragen bezogen sich auf die Historie.
Wir liefen auf und ab in der Hoffnung das Tourismus-Büro
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