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Kategorien > Sehnsucht > Liebe

Errinerungen an dich

von Makko

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„Vielleicht ruf ich dich nachher noch an, vielleicht auch nicht!“,hast du mir noch zugerufen als wir heute am letzten Schultag vor den Sommerferien aus dem Gebäude raus gegangen sind. Du wolltest mit Freunden weggehen. Ganz unverbindlich und nur aus Spaß. Das hast du mir gesagt. Und jetzt sitz ich hier seit zwei Stunden an meinem Schreibtisch. Das Telefon steht neben mir und ich warte auf deinen Anruf. Hinter mir auf dem Boden liegt mein fertig gepackter Koffer. Übermorgen geht’s in die USA. Ein Jahr als Austausch Schüler in der neuen Welt. Lange hab ich mir das gewünscht und vor ein paar Monaten wurde ein Platz im Austauschprogramm meiner Schule frei. Plötzlich ging es alles ganz schnell und ich konnte mich überhaupt nicht mehr wehren. Das Visum haben wir beantragt und Kontakt zu der Familie zu der ich komme hab ich auch aufgenommen. Du und ich wir haben oft darüber geredet. Wir haben uns versprochen zu Schreiben. Briefe oder E-Mails. Aber insgeheim hab ich mich gefragt ob unsere Beziehung das aushält. Du warst in letzter Zeit sehr komisch. Wir waren nicht mehr so oft zusammen wie früher weil du dauernd was anderes vorhattest. Ich hab immer wieder überlegt ob es nicht besser wäre wenn wir uns trennen. Ein Schnitt, hab ich lange gedacht ist besser als ein schleichender Übergang. Ich hab mich dann aber doch entschlossen alles so zulassen wie es ist. Ich kann ja jederzeit übers Internet oder Telefon diese Beziehung beenden wenn ich merke, dass das nicht funktioniert.

Zwei Jahre und vier Monate sind wir jetzt schon zusammen. Länger als jedes andere Paar in unserer Klasse haben wir es zusammen ausgehalten. Man hat uns mittlerweile zum Traumpaar erklärt. Ich kam damals neu in die Klasse und kannte keinen. Alles war ungewohnt für mich. In der Klasse herrschte ein reger Austausch von Zetteln auf die Nachrichten geschrieben wurden. Ich saß in der letzten Reihe. Neben Ralf der in den meisten Stunden mit Comics lesen beschäftigt war. Am Anfang dieser wie immer unglaublich langweiligen Biostunde hatte er mir ein Comic angeboten. Ich hatte aber abgelehnt weil ich versuchen wollte mich auf den Unterricht zu konzentrieren. Meine mündliche Note war auf Talfahrt und ich wollte sie wieder raufziehen. Nach einiger Zeit gab ich allerdings auf und ging meiner Lieblingsbeschäftigung nach. Aus dem Fenster starren und träumen. Plötzlich stubste mich mein Comicnachbar an: „Hey, für dich.“. Er hielt mir einen Zettel hin auf dem mein Name stand. Verwirrt sah ich in die Klasse. Bis auf zwei Mädchen in der ersten Reihe folgte niemand dem Unterricht. Viele saßen nur da und sahen so wie ich aus dem Fenster. Andere kritzelten in ihren Heften herum oder spielten mit ihren Nachbarn Schiffe versenken oder Käsekästchen. Von wem kam dieser Zettel fragte ich mich. Direkt vor mir drehte sich Lisa um. Sie ließ ihren Kaugummi platzen und flüsterte mir zu: „ Von Julia.“. Ich schaute zu dir rüber. Rote Haare, Sommersprossen im Gesicht und ein nettes Lächeln. Du unterhieltst dich mir deiner Nachbarin. Ich klappte den Zettel auf und las ihn durch. Was darauf stand weiß ich nicht mehr genau. Es hatte irgendwas mit dem Unterricht zu tun. Ich musste grinsen. Der erste Zettel den ich bekam und dann direkt von einem Mädchen. Das war damals noch etwas besonderes. Ich hatte aus dem Klassentratsch mitbekommen, dass einige Jungs in dich verknallt waren und davon träumten von die angesprochen zu werden. Und jetzt bekam ich, der Neue von dir einen Zettel. Ich las ihn mir nochmal durch, drehte ihn um und schrieb dann meine Antwort darauf. Ich faltete ihn wieder zusammen schrieb „Julia“ darauf und lehnte mich nach vorn. Ich klopfte Lisa auf die Schulter. Sie drehte sich um warf einen Blick auf den Zettel und grinste. Sie gab ihn weiter und ich beobachtete wie meine Antwort durch die Reihen ging bis er schließlich bei dir ankam. Du nahmst ihn und hast ihn gelesen. Was dann kam war glaub ich der Moment in dem ich mich in dich verliebt hab. Du hast deinen Kopf gehoben und mich direkt angesehen. Die Zeit stand für mich still und ich wollte nicht mehr wegsehen. Ich hörte meinen Namen. Ich hörte ihn ein zweites Mal und dann platzte dieser Augenblick wie eine Seifenblase. Der Lehrer sah mich an. Genau so wie der Rest der Klasse. Der Comicnachbar flüsterte mir zu: „Fotosynthese.“. Genau das gab ich wieder und zum Glück drehte sich der Lehrer wieder zur Tafel. Von dieser Stunde an standen wir beide im Dauerkontakt.


Einige Tage später wurde die Sitzordnung verändert und plötzlich saß ich neben dir. Ich konnte mein Glück kaum fassen. Wir mussten nicht mehr schreiben sondern konnten uns direkt mit einander reden. Viel bekamen wir vom Unterricht nicht mehr mit. Dafür lernten wir uns gegenseitig immer besser kennen. Lange Zeit ging das so und an einem Freitag fragtest du mich schließlich ob ich nach der Schule mit ins Kino kommen würde. Eine Gruppe hatte vor sich einen Film anzusehen und du wolltest nun das ich mitkam. Es gab nur eine mögliche Antwort auf diese Frage und so saßen wir etwas später nebeneinander im Kinosaal. Gut ausgerüstet mit Popcorn und Cola um uns einen dieser Jugendfilme an zugucken die aus Amerika rübergechwappt kamen. Eine Liebesgeschichte mit einer Action reichen Handlung drumherum. Nach gut der Hälfte des Films hast du dich an mich gelehnt und ich hab meinen Arm um dich gelegt. Wenn diese blöde Armlehne nicht gewesen wäre wäre das sogar recht gemütlich gewesen aber uns frisch verliebten machte das nichts aus. Die ganze Zeit saßen wir so da und am Ende haben wir uns zum ersten Mal geküsst. Es war für uns beide nicht der allererste Kuss. Wir hatten beide schon vorher andere Partner gehabt aber dieser Augenblick war für dich und mich, jedenfalls hast du mir das später gesagt, der schönste den wir je erlebt hatten. Nach dem der Film zu Ende war verließen wir Hand in Hand das Kino und zogen alleine noch durch den Stadtpark. Der Rest der Gruppe wollte noch weiter in die Fußgänger Zone und zu Mc'Donalds etwas essen. Du und ich setzten uns auf eine Bank unter einer Eiche glaub ich war das. Wir redeten, küssten und kuschelten bis die Sonne anfing unter zugehen. Ich habe dich nach Hause gebracht und bin als glücklichster Mensch der Welt nach Hause gelaufen und hab auf dem Weg fast eine alte Frau umgerannt. Leibe macht also doch blind.

Wenn ich heute so darüber nachdenke war das der schönste Tag meines Lebens. Ich weiß nicht ob du genau so denkst. Das wäre glaube ich das Erste was ich dich fragen würde wenn du jetzt anrufst. Kannst du dich noch an unsern ersten Kuss erinnern? Draußen wird es dunkel. Ich bin allein zu Hause. Meine Schwester ist auf einer Geburtstagsfeier und meine Eltern bei Freunden. Durst hab ich. Also geh ich runter in die Küche. Auf dem Tisch steht eine Auflaufform und daneben liegt ein Zettel: „Kartoffelauflauf 3 Minuten bei max. Stärke in die Mikrowelle stellen.“ Ein typischer Zettel von meiner Mutter. Aber Hunger hab ich keinen. Diese Form von Nervosität vor meiner Reise in

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Kommentare

JannaL schrieb am 2008-02-26 00:55:07:
Ich finde deine Geschichte sehr schön. Sie ist flüssig geschrieben und gut zu lesen. Man kann sich in deinen Protagonisten hinein versetzten und du hast seine Gefühle treffend und berührend widergegeben, ohne in Klitschees abzurutschen.
Lg Janna
bayer047@hotmail.com schrieb am 2007-12-31 01:59:29:
Vielen Dank für den Komentar. Ich hab lange drauf gewartet und gehofft das ich etwas feedback bekomme. Die Geschichte bruht übrigend nicht auf wahren Gegebenheiten sondern ist frei erfunden. Und ein Happy End hätte, so fand ich, nicht gepasst da ja die ganze Geschichte relativ traurig ist.
c.roemelt@gmail.com schrieb am 2007-12-17 02:34:40:
Hey, eine wirklich schöne Geschichte, hat mich sehr berührt...
Schade, dass das Ende so traurig ist, wie so oft bei wahren Geschichten. Du solltest aber auf jeden Fall beim Schreiben bleiben!
Und wenn die Geschichte auf einer wahren Begebenheit beruht: viel Glück für die Zukunft! :)

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