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Kategorien > Endzeit > Schicksal

Erwachen

von Anariel, die Nomadin

1

**“Out of the Dark into the Light.......”

Sie stand sinnend vor dem Spiegel. Der uralte Ruf schallte noch immer durch die nacht und durch die Welt. Er durchdrang alles und jeden und hallte in ihrem Inneren wieder. Interessiert betrachtete sie die Veränderungen, die an ihr vorgingen. Veränderungen, die der Ruf bewirkte, der noch immer erklang.
Nun also war es soweit. Das Ende war gekommen und sie hatte diesem Ruf zu folgen. Den Ruf zur letzten Schlacht.
Aus ihrem CD-Player tönte noch immer diese Lied von Falco. **“Out of the Dark.....”
Ihr Lieblingslied! Wohl nicht ohne Grund.
Erinnerungen strömten aus dem schwarzen Loch der Vergangenheit. Zeit ihres Lebens hatten sie diese Erinnerungen und schreckliche Visionen der Zukunft geplagt. Verschwommen waren sie gewesen, diese Erinnerungen an ein Leben vor dem Leben. Doch nun waren sie kristallklar. Manchmal hatte sie gedacht, sie würde verrückt oder so. Doch es war real, alles. Die Erinnerungen genauso, wie die Zukunftsvisionen. Es war wahr!
Sie war nicht verrückt, sie war nur unendlich alt, jedenfalls ihr Wesen, ihr Geist, ihre Seele.
An die hundert mal wiedergeboren in einem sterblichen Körper. Siebentausend Jahre lang!
**“Out of the Dark...”
Jetzt wusste sie warum ihr das Lied so gut gefiel. Es beschrieb sie so zu sagend selbst.
Denn daher kam sie, aus der Dunkelheit. Sie selbst hatte es so gewollt. Sie selbst hatte dem zugestimmt, ihr damaliges Sein aufzugeben und als Mensch unter Menschen wiedergeboren zu werden. Wieder und immer wieder, bis das der Ruf erschallen würde. Und weshalb? Um die Mächte im Gleichgewicht zu halten und zwar solange, bis das Gleichgewicht keine rolle mehr spielen würde und die letzte Schlacht beginnen sollte.
**“Muss ich denn sterben, um zu leben???”
Das würde sie, zumindest ihr jetziger Körper. Der starb jetzt und hier, jeden Augenblick ein wenig mehr. Das Blut in ihren Adern verwandelte sich langsam zu Feuer und ihre Haut wurde so kalt wie Eis.
Interessiert betrachtete sie sich im Spiegel. Ihre haut wurde langsam blasser, bis sie fas weiß war. Ihr Rotes Haar hingegen wurde langsam immer dunkler, bis es Schwarz war. Tief in ihren Augen glomm ein rotes Licht auf und wurde immer heller. Die Feuer der Hölle, die sie immer noch in sich trug. Die Feuer des Ortes, von dem sie stammte, aus der Dunkelheit.
Sie war eine Dämonin, wiedergeboren als Mensch aus eigenem willen. Aber sie war nicht die einzige, die diesen Weg beschritten hatte. Jetzt konnte sie die anderen sechs spüren, auch sie wurden von dem Ruf ereilt und ließen ihre Menschlichkeit hinter sich.
Sie spürte, wie ihre dunkle macht, die sie damals zum Großteil aufgegeben hatte wie dunkler Rauch in sie zurückströmte. Berauschend wie schwarzer Wein, heiß wie Feuer und kalt wie Eis. Die Kriegstrommeln hallten in ihrem Blut und der ruf gewann an Dringlichkeit.
**“Out of the Dark, into the Light!”
Sie liebte dieses Lied. Nur das sie niemals das Licht erreichen konnte. Stattdessen führte sie ihr Weg zurück in die Finsternis.
In diesem Leben hieß sie Mirabelle, doch das war nicht mehr von Belang. Ihre Verwandlung war abgeschlossen. Aus dem Spiegel blickte ihr eine Frau entgegen, die kaum mehr Ähnlichkeit hatte mit Mirabelle. Eine Frau in schwarz gekleidet mit blasser, fast weißer Haut. Mit blutroten Lippen und nachtschwarzem Haar. Und mit nachtblauen Augen, aus deren Pupillen einem das rote Feuer der Hölle entgegenleuchtete.
Sie wandte sich von dem Spiegel ab und der letzte Rest an Menschlichkeit fiel von ihr ab, wie eine verbrauchte, alte Haut. Mirabelle existierte nicht mehr, die Dämonin war zurück. Und der Ruf, der uralte Ruf hallte durch die Nacht. Es war so weit. Es hatte begonnen.
Sie war die Weltenkriegerin und sie würde die Heerscharen der Finsternis ins letzte Gefecht führen!
Sie war endlich erwacht!
**“Out of the Dark...” schallte es aus dem CD-Player. Doch die Frau, die einst einmal Mirabelle geheißen hatte war schon längst fort.
Die Apokalypse begann!


**Diese Zitate stammen aus dem Lied "Out of the Dark" von Falco. Eines meiner absoluten Lieblingsliedern!




(Diese Geschichte entstand bereits im Jahr 2000. Ich habe lange überlegt, ob ich sie überhaupt jemals jemandem zum lesen geben. Nun aber habe ich von Soltberg eine Geschichte gelesen, die mich stark an diese hier erinnert hat und darum habe ich mich entschlossen, sie nun doch hier rein zu stellen.
Lieber Soltberg, Du allein bist dran schuld, das diese Geschichte nun hier drin steht.
Mit liebem Gruße
Anariel,die Nomadin)

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Kommentare

Lucia schrieb am 2006-11-29 19:37:11:
Hi Anariel!
Ich kenne das Lied zwar nicht, aber das mit dem Düster-drauf-sein *g*
Wiedereinmal gelungen und wunderschön. Hab jetzt auf die Schnelle keine Fehler gefunden! Mir gefällt die Verwandlung und ihre Gedanken sehr gut - also alles! *gg*
Ich würde auf jeden Fall die nächsten Teile lesen und mach mich gleich dran!
Lg, Lucia
Anariel schrieb am 2006-09-17 00:00:24:
RisingSun,
danke Dir sehr.
Wenn du was nicht verstehst, dann frag einfach nach.

Ich weiß, diese Geschichte ist nicht leicht nach zu voll ziehen, da sie eigentlich so gut wie keine Handlung hat.
Und zu düster: Ja sie ist düster. Damals war ich auch recht düster drauf....wenn ich ehrlich bin, dann bin ich auch heute noch ab und zu sehr düster unterwegs.-g-

LG Anariel
RisingSun schrieb am 2006-09-16 11:31:34:
PS: Ich liebe dieses Lied auch...
RisingSun schrieb am 2006-09-16 11:30:47:
Recht düster, aber sehr schön geschrieben. Bin mir nur nicht sicher, ob ich es richtig verstanden habe.
Anariel schrieb am 2006-09-16 01:46:14:
eine zweite Anmerkung zu dieser Gesichte: Sie ist die erst von Zehn sehr kurzen Geschichten, die alle in einer ähnlichen Weise aufgebaut sind. Sie gehören alle zehn eigentlich zusammen.

Wenn diese Geschichte also euren Gefallen findet, dann sagt mir das bitte. Denn dann werde ich auch die restlichen neun Geschichten eintippen.

Mit liebem Gruße
Anariel, die Nomadin

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