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Kategorien > Endzeit > Schicksal

Erwachen 2 - Alexander

von Anariel, die Nomadin

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Alexander stolperte erneut, diesmal über eine Baumwurzel und schlug sich das Knie wund. Wie oft war er nun schon hingefallen? Er wusste es nicht, es war auch völlig egal. Seine Hose hing in Fetzen, seine Jacke war zerrissen. Aus einem langen Kratzer auf seiner Wange floss Blut.
Es war egal.
In seinem jungem Leben hatte er schon viel durchgemacht.
Er war erst achtzehn Jahre alt und hatte bereits alles verloren.
Seine Eltern, seine Familie und nun auch seine große Liebe. Tränen strömten ihm über das Gesicht.
Er war in den Wald gekommen um dem endlich ein Ende zu machen. Ein für alle mal Schluss zu machen, mit einem Leben, das nur Schmerz für ihn bereit hielt.
Er griff mit in seine rechte Jackentasche und befühlte die schwere Pistole darin.
Ja ein Ende machen mit dem hier.
Alexander musste nur noch den richtigen Ort finden. Eine Lichtung, an der er mit seiner großen Liebe oft gewesen war. Sie lag tief im Wald und eigentlich hätte er sie schnell finden müssen. Doch in der einsetzenden Dunkelheit hatte er sich verirrt.
Also stolperte er weiter durch den dunklen Wald, stürzte noch einige Male und rappelte sich jedes mal erneut auf. Bis er endlich die Lichtung fand.
Dort war sie, schön wie eh und je. Das Plätschern der kleinen Quelle klang unnatürlich laut und der Vollmond tauchte die frei Fläche in ein silbriges Licht. Langsam trat er auf die Lichtung hinaus ins Mondlicht und zog die Pistole aus seiner Tasche.
Wie in Trance schritt er über die Lichtung bis zur Quelle. Dort würde er es tun. Einfach abdrücken und Schluss!
Plötzlich hielt er inne und blickte zum Mond hinauf. Rote Schlieren überzogen die helle Scheibe, bis sie in hellem blutrot strahlte. “Blut auf dem Mond”, flüsterte er heißer.
Er erstarrte, als der Ruf durch die Nacht hallte. Der uralte Ruf zur letzten Schlacht.
Seine Hand, die immer noch die Waffe umklammert hatte sank herab.
Zeit seines Lebens hatten ihn schreckliche Visionen geplagt und Erinnerungen an ein leben vor dem Leben. Man hatte ihn deswegen schon einmal in die Klapsmühle gesteckt und Medikamente verabreicht, doch nichts hatte geholfen.
Und nun musste er erkennen, das sie real waren, diese Erinnerungen. Es war wahr!
Neugierig beobachtete er im Wasserspiegel der Quelle, die Veränderungen, die an ihm vorgingen.
Sein helles, blondes Haar wurde dunkler, bis das es schwarz war, während seine Haut blasser wurde. Selbst seine hellblauen Augen dunkelten nach, bis sie wie schwarz wirkten. Ein rotes Glühen entfachte sich tief im Inneren dieser Augen. Ein Wiederhall der Feuer der Hölle, dem Ort von dem er kam, aus der Dunkelheit.
Er war einer von sieben Dämonen, die sich dazu bereit erklärten in einem sterblichen Körper wiedergeboren zu werden. Wieder und immer wieder, bis das der Ruf erschallen würde. Und das war auch geschehen. Er hatte ein Leben nach dem anderen gelebt, siebentausend Jahre lang!
Nur um das Gleichgewicht der Mächte zu erhalten, bis es keine Rolle mehr spielen würde und er zur letzten Schlacht gerufen würde.
Jetzt verstand er, warum keiner seiner Lieben hatte bei ihm bleiben dürfen. Warum seine Welt so von Schmerz bestimmt war.
Das Blut in seinen Adern begann zu kochen und wurde wie schwarze Lava. Während unmenschliche Kälte seine Augen erfüllte. Wie flüssiges Feuer floss die Macht, die er aufgegeben hatte, um als Mensch unter Menschen zu leben, in seinen Körper zurück.
Jetzt konnte er auch die anderen sechs spüren, die ebenfalls von dem Ruf ereilt wurden.
Die Kriegstrommeln hallten in seinen Gedanken wieder. Der Ruf schallte noch immer durch die Nacht. Und er hatte diesem Ruf folge zu leisten.
Er war der Feuerbringer und sein Platz war neben der Weltenkriegerin!
Aus dem Wasserspiegel blickte ihm ein junger Krieger entgegen, der keine Ähnlichkeit mehr hatte mit Alexander. Seine Haut war blas, sein kurzes Haar pechschwarz. Seine Augen fast ebenso schwarz und aus der Pupille jener Augen leuchtete einem das Feuer der Hölle entgegen. Ein lächeln entblößte spitze, fast reinweiße Eckzähne. Seine Verwandlung war abgeschlossen.
Er wandte sich von der Quelle ab und der letzte Rest seiner Menschlichkeit fiel von ihm ab, wie ein alter Mantel.
Achtlos fiel die Pistole herab ins nasse Gras. Noch bevor sie den Boden erreichte, war der junge Mann, der einst Alexander geheißen hatte verschwunden.
Es hatte begonnen!

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Kommentare

RisingSun schrieb am 2006-09-19 16:25:32:
Jetzt bin ich wirklich gespannt auf den dritten Teil! Wieder sehr schön geschrieben. Ich bin gespannt, was du über die restlichen fünf Dämonen schreibst.
anton schrieb am 2006-09-18 14:24:44:
oh, wow ich hoffe du schreibst weiter!
deine Story ist spitze!!
lg

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