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Kategorien > Kurzgeschichte > Jugend

Erynnis Tages

von Little Schmetterling

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Erynnis Tages

Die Tür wurde geöffnet und die Ketten, die wie ein Vorhang vor dem Türgriff hingen, klirrten unruhig umher und verstummten dann leise wieder, als die Tür wieder geschlossen wurde. Alle Schüler schauten sich neugierig um. Es war schwül in dem Raum. Überall ragten riesige Pflanzen und bunte Blumen hervor, manche gingen bis zur Decke hinauf. Eine kleine Brücke führte über einen kleinen Teich, der mit verschiedenen Seerosen beschmückt war. Aber wenn man genau hinsah, dann sah man die eigentliche Attraktion in dem Häuschen. Schmetterlinge schwirrten wild umher, ließen sich auf bunten Blüten oder Seerosen nieder und offenbarten ihre wunderschönen, bunten Flügelkleider. Alle Schüler lösten sich von der Gruppe, die sie gebildet hatten und gingen in verschieden Richtungen um den Schmetterlingen nachzugehen. Elin Winston blieb stehen und schaute den Mitschülern nach, die den Schmetterlingen wild hinterher jagten. Sie wartete, blieb lieber geduldig und hielt sich im Hintergrund. Ab und zu flog ein Schmetterling an ihr vorbei, ließ sich aber nicht auf ihr nieder. Sie sah die anderen, an denen schon im Haar oder am Finger ein bunter Schmetterling haftete. Sie richtete den Blick zu Boden und seufzte leicht, dann glitt ihr Blick wieder hinauf und sie sah wie ein Mitschüler nach einem Schmetterling griff. Schnell. Erbarmungslos. Kalt. Er wollte unbedingt einen Schmetterling haben, doch als er die Hand öffnete fiel der Schmetterling regungslos zu Boden. Zarte Flügel, brechen schnell. Elin schaute zu dem Schmetterling. Genauso schwach, zerbrechlich und unsicher fühlte sie sich. Die Lehrerin rief die Schüler zusammen und alle strömten sie wieder nach draußen, Elin war die letzte die hinausging, denn sie hoffte immer noch, dass sich vielleicht doch noch ein Schmetterling auf ihr niederließ, doch dies blieb wohl doch nur eine Hoffnung.
Ein neuer Schultag hatte begonnen. Elin kam in die Klasse und rief ein fröhliches „Guten Morgen“, in die Klasse, niemand erwiderte ihre Begrüßung. In den Pausen wenn Elin zu ihren Klassenkameradinnen kam und fragte was gerade so besprochen wurde, bekam sie keine Antwort. Trotz ständiger Abweisungen und waltender Ignoranz, gab sie nicht auf und verlor ihr Lächeln nicht. Das Lächeln aber, galt nur einem Zweck, ausgelassen, fröhlich, offen und stolz zu wirken, auch wenn es innerlich nicht so aussah.
Der Unterricht neigte sich dem Ende und die erlösende Schlussklingel ertönte. Elin schulterte ihren Ranzen und ging die Treppenstufen hinunter, raus in die eisige Kälte des Oktobernachmittags. Als sie um die Ecke ging sah sie, Sophie und Tine, zwei Mitschülerinnen, sie rauchten, aber nichts Normales. Es roch seltsam und Elin wusste, das es eine Droge sein musste. Irgendwie musste sie doch dazugehören. Sie ging auf die beiden zu und ein gespieltes Lächeln zauberte sich auf ihre Mundwinkel. Sie fragte ob sie mitmachen dürfte. Sophie und Tine stimmten zu und gaben ihr etwas von dem Joint. Elin wusste über die körperlichen Folgen von Drogen aber selbst ausprobiert hatte sie diese noch nie. Sie wollte doch nur dazu gehören.
Ihr wurde schwindelig und es kam ihr so vor als würde alles um sie herum in einen Traum verschwinden. Doch dieser zustand hielt nur kurz an, da sie sich nach kurzer zeit schon auf den Boden lag und fürchterlich zitterte. Sophie und Tine wusste nicht was sie tun sollten und gingen weg von Elin.
Irgendwann fand sich Elin wieder, auf den Boden vor dem Schulgebäude. Die Sonne ging schon unter. Sie stand auf und alles drehte sich in ihren Kopf, langsam schleppte sie sich nach Hause. Aber zum ersten Mal in ihrem Leben hatte sie sich zugehörig gefühlt.
Die Zeit verging und Elin, Sophie und Tine trafen sich immer öfter, sie suchten sich auch Verstecke, damit sie niemand so schnell finden konnte. Elin lernte immer mehr Drogen kennen und achtete nicht mehr auf die Folgeschäden. Sie achtete nur noch darauf das Gefühl wieder und wieder zu verspüren. Das Gefühl der Geborgenheit, des Zusammenhalts und des tiefsten Glücks.
Elin kam fröhlichen Mutes in die Klasse, bis sie Sophie und Tine nicht entdecken konnte. Allerdings wusste Elin recht schnell was los war den es sprach sich herum wie Lauffeuer, das ihre Klassenkameradinnen beim Drogentausch erwischt worden waren.
Nun wusste Elin nicht mehr ein und aus, ihre einzigen Freundinnen die sie in der Klasse hatte, waren von der Schule geschmissen worden. Woher sollte sie nun ihr Glücksbringer herbekommen? Sie brauchte einige Tage bis sie verstanden hatte was überhaupt los war und um das alles zu verarbeiten. Allerdings wurde Elin blasser und blasser und irgendwann kam eine Klassenkameradin auf sie zu und fragte sie ob sie Drogen nehmen würde oder warum sehe sie so fürchterlich blass aus. Elin spürte wie die Wut in ihren Bauch kochte und sie verneinte nur und schrie sie an, was ihr einfallen würde, so mir ihr zu reden. Später kam dann auch noch die Lehrerin zu ihr und meinte, sie sollte sich mehr anstrengen sonst würde sie das Jahr nicht bestehen. Elin reichte es. Alles lief so schief, sie wusste weder ein noch aus. Niemand der ihr half, niemand der ihr wenigstens sagte wo sie Anfangen sollte.
Auf der Bus fahrt nach Hause, konnte sie ihre Last nicht mehr länger unterdrücken und fing an zu weinen. Als sie aus dem Bus ausgestiegen war und den Bürgersteig entlang zu ihrem Haus ging, schaute sie betrübt zu Boden. Plötzlich fiel ihr ein Schmetterling auf der auf dem Asphalt lag und sich nicht bewegte. Sie kniete sich zu ihm hinunter und blickte ihn an, er ist bestimmt tot, dachte sie sich und tippte ihn vorsichtig mit einem Finger an. Auf einmal bewegte er sich und seine dünnen Beinchen berührten ihren Finger, bis der Schmetterling auf ihrem Finger war und langsam mit den Flügeln schlug. Elin war so überrascht, dass ihr die Worte fehlten, sie erhob sich und blickte den Schmetterling auf ihren Finger ungläubig an, als wäre es nur ein Traum in dem sie steckte. Der Schmetterling aber flog plötzlich an ihre Wange und war dann in der Ferne verschwunden. Elin schaute erst etwas verwirrt doch dann blickte sie ihm mit einem entschlossenem Lächeln nach.


PS:
Ich bitte darum meine Geschichte zu kommentieren und auf Fehler zu überprüfen, ich bin nämlich nicht so gut in Deutsch.

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Kommentare

Lukas schrieb am 2007-12-06 16:45:58:
Hay tolle Geschichte, echt klasse!
Hab mit ihr gut führ eine Deutscharbeit lernen können =)

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