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Kategorien > Liebeskummer > Jugendliebe

Es geht nicht ohne Dich (Eine Liebesgeschichte aus

von Florian Fischer

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Vorwort

Die Geschichte, die ich Euch hier erzähle, ist schon etwas Besonderes. Zumindest für mich! Der Titel sagt ja eigentlich auch aus, worum es gehen wird und ich höre ja schon einige (vor allem meine Geschlechtsgenossen) aufstöhnen. „Wieder so ne Geschichte über eine bedeutungslose Teenieliebe!“ Aber da muss ich Euch energisch wiedersprechen! So einfach ist das nicht, mit der ersten großen Liebe, zumindest war es das bei mir nicht und was viel wichtiger ist: Es ist nicht nur nicht bedeutungslos sondern beeinflusst einen sogar das ganze Leben lang. Schließlich sind es die ersten intensiven Erfahrungen, die man mit dem anderen Geschlecht (oder meinetwegen auch mit dem gleichen) macht und so etwas prägt!
Zumindest habe ich das für mich festgestellt, als ich kürzlich, fast 20 Jahre danach, mal intensiver darüber nachdachte. Auslöser war – wie so oft in emotionalen Momenten – ein Lied. Gerüche und Musik sind die Dinge, mit denen man am meisten Erinnerungen verbindet. Insofern weiß ich nicht, was mit mir los wäre, wenn ich plötzlich das Parfum meiner großen Liebe von damals wieder riechen würde. Wenn ich wüsste, welches sie genommen hat, hätte ich es mir schon besorgt, nur um mich noch einmal an die schönen Momente zu erinnern. Wahrscheinlich war es „My Melody“ oder sowas. Gibt’s bestimmt heute gar nicht mehr! In meinem Falle aber war es ein Lied, was mich für einen Moment in die Mitte der 80er Jahre zurückversetzt hat. „Colour my love“ hieß es und war von einer Gruppe Namens „Fun Fun“. Aber das ist eigentlich nicht wichtig. Wichtig ist nur die Erkenntnis, dass ich das Glück hatte, mich beim ersten Mal in die Richtige zu verlieben. Und dieses „Richtige“ bezieht sich vor allem darauf, dass sie ein nettes Mädchen mit einem liebevollen Charakter war, die mit meinen Gefühlen so behutsam umgegangen ist, wie das eigentlich immer sein sollte, aber leider nicht ist. Nun könnte ich mir die Frage stellen, ob ich mich damals jemals in sie verliebt hätte, wenn sie nicht so gewesen wäre, und natürlich glaube ich, dass das dann nicht passiert wäre aber sicher sein kann man da nicht. Denn auch ich bin im Laufe meines weitern Lebens mal an die ein oder andere „Falsche“ geraten. Drum bin ich so dankbar, dass dies gerade bei meiner ersten Liebe nicht so war. Ich glaube das war für mein Leben und meine Auffassung von Partnerschaft und Freundschaft sehr, sehr wichtig. Aber die ganze Geschichte könnt ihr jetzt auch selber lesen. Und keine Angst, es geht nicht so philosophisch weiter, wie es angefangen hat! ;-)

Ihr müsst übrigens entschuldigen, dass ich Euch gleich Duze, aber die Dinge über die ich schreiben werde, erfordern eine gewisse persönliche Nähe zwischen Autor und Leser. Denn es wird hier, wie schon gesagt, fast nur um Liebe gehen und Liebe ist nun einmal etwas sehr persönliches. Liebe ist das zentrale Thema in unserem Leben. Die Bedeutung der Liebe ändert sich eigentlich nie, nur die Erscheinungsform. Wer nicht fähig ist zu lieben, der hat sein Leben schon vertan. Wenn Ihr also gerade bis über beide Ohren verknallt seid, egal ob glücklich oder unglücklich, oder wenn ihr schon seit 30 Jahren mit dem gleichen Partner zusammenlebt und ihn immer noch toll findet, so habt ihr eine Berechtigung hier zu sein. Und ihr könnt stolz auf Euch sein. Wer sich auf die Liebe zu einem anderen Menschen einlässt, gibt viel von sich her, bekommt dafür aber noch mehr wieder. Das gilt auch dann, wenn die Liebe nicht erfüllt wird, davon bin ich überzeugt. Liebeskummer ist etwas wunderbares, auch wenn er fürchterlich schmerzt, manchmal auch verletzt. Wer von uns war nicht schon einmal unglücklich verliebt? Was habt ihr für Erinnerungen daran? Fühlt es sich gut oder schlecht an, wenn ihr daran denkt. Es sollte sich gut anfühlen, denn ihr solltet stolz darauf sein, verliebt gewesen zu sein. In den oder die Klassenkameradin, in den oder die Kollegin, den Jungen oder das Mädchen von Nebenan, oder wen auch immer. Wichtig ist, dass Ihr Euch selbst treu geblieben seid. Es hilft einem nicht weiter, sich zu verändern, um anderen zu gefallen. Ihr seid auch so tolle Menschen, denn schließlich habt ihr geliebt und tut es noch, da bedarf es keiner charakterlichen Kosmetik!

Ihr wollt wissen, wer ich bin? Ich heiße Florian, bin 34 Jahre alt, mittlerweile mit einer tollen Frau verheiratet und habe zwei ebenso tolle Kinder. Ich bin nicht das, was man im Allgemeinen als einen tollen Hecht bezeichnen würde. Aber das wollte ich auch nie sein. Im Gegenteil, ich bin sogar genau dass, was ich selbst in meiner Jugendzeit als den totalen Spießer angesehen hätte und ich find das richtig gut. Die meisten Eltern wären stolz auf mich. Ich habe das erreicht, was sich wohl die meisten Eltern für ihre Kinder wünschen. Einen halbwegs brauchbarem Job, eine Familie, ein eigenes kleines Haus und 2 Autos in der Garage (stimmt nicht ganz: Für die Garage hat’s nicht mehr gereicht). Ich nehme an, auch meine Eltern sind stolz auf mich. Aber das ist alles egal. Ich bin stolz auf mich. Was interessieren mich da Andere, abgesehen vielleicht von meiner Frau? Versteht das nicht als Egoismus aber es gibt einfach Dinge, da ist die Meinung anderer irrelevant. Die Liebe ist eines von diesen Dingen. Man liebt sowieso nicht mit dem Kopf, zumindest nicht als Teenager. Später vielleicht, spielt der Kopf eine kleine, allerdings untergeordnete Rolle, bedingt durch die Erfahrungen, die man im Laufe der Zeit gemacht hat. Aber ist nicht die flammende, völlig kopf- und bedingungslose und alles verdrängende erste Teenagerliebe das, was einem nie wieder aus dem Kopf und aus dem Herzen geht? Ein Lied aus der Zeit bringt uns dieses Gefühl manchmal für Sekunden wieder, so wie es mir ergangen ist, und man schmunzelt meist darüber und macht einen leisen Seufzer, vielleicht auch nur innerlich. Wenn Ihr schon etwas älter seid, und dieses Gefühl lange nicht hattet, müsst Ihr Euch darauf einlassen, unbedingt! Es bedeutet keine Untreue zu Euerm jetzigen Partner, wenn Ihr einen habt. Im Gegenteil: Nehmt die Gefühle von damals mit, ein Leben lang, das ist wichtig!

Aber nun genug der Lebensberatung. Ihr werdet besser verstehen, was ich meine und warum, wenn ihr meine Geschichte gelesen habt und diese Geschichte beginnt an einem kalten Montagmorgen im Dezember 1984 in einem Klassenzimmer eines Gymnasiums irgendwo im Westen Deutschlands. Ich bin einer von 30 Schülern in der Klasse 10c. Eine tolle Klasse übrigens! Heute weiß ich das, damals war es für mich natürlich selbstverständlich.

Ich mochte diese vorweihnachtliche Stimmung. Ich mag sie heute noch. Vielleicht ist es nur ein Vorwand, um der Kälte und der andauernden Dunkelheit etwas abgewinnen zu können aber das ist letztlich ja auch egal. Natürlich war es uncool, Weihnachten gut zu finden, aber ich kann mich nicht erinnern, dass jemals einer meiner Mitschüler tatsächlich etwas dagegen gesagt hätte. Wahrscheinlich fanden sie es auch ganz gut und so sprach man nicht darüber.
Ich war in meiner Klasse voll

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