Es ist nie zu spät!
von
angel-of-death
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Es ist Nacht. Ich stehe im Nebel. Sanft umhüllt er mich und trägt mich auf seinen breiten, eleganten Schwingen. Er liebkost mich, ich liebe ihn. Zart berührt er meinen Mund und ich verspüre die Lieblichkeit seines Seins. Er entführt mich in sein Reich. Ich schließe die Augen. Es tut gut, ich vertraue ihm. Hinter meinen Lidern nehme ich ein Licht wahr. Endlich zeigt er sein wahres Gesicht. Ich schlage erwartungsvoll die Augen auf, doch ich sehe nur zwei schimmernde Lichter auf mich zu kommen. Sie sind schnell. Plötzlich verlässt mich mein Freund, lässt mich zurück in dieser kalten, unbarmherzigen Klarheit. Ich bin allein. Ich starre in das Grauen. Ich weiß, ich werde sterben. Doch ich sterbe im Reich des Nebels. Ich hatte mehr vom Leben erwartet, es ist zu früh. Doch ich bin bereit für die Aufnahme in das Ewige. Ich nehme meinen letzten Atemug, kurz bevor das Auto mich überrollt.
Ich schlage meine Lider auf und blicke in Weiß, in ein weißes, steriles Zimmer. Hier ist nicht das Reich des Ewigen. Doch wo bin ich? Ich schaue aus dem Fenster, doch ich sehe nur die schemenhafte Gestalt eines großen Baumes. Mir wird langsam klar, dass ich in einem Krankenhaus bin. "klar", was war passiert, warum bin ich in diesem Gebäude? Tausende Fragen überfluten mich, doch ich weiß die Antwort schon wlängst, "Klarheit". Kalte Klarheit umfängt mich, mein Freund hat mich verlassen, kurz bevor das Auto mich überfuhr. Sofort erscheint diese kühle Szene in meinem Kopf, ich muss doch tot sein. Doch ich bin es nicht, ich bin allein. Niemand da. Ich will aufstehen. Doch ich habe kein Gespür mehr in meinen Beinen. Was ist los? Ich taste mit meinen Händen die Beine entlang. Meine Fingerspitzen beginnen zu prickeln, als sie fühlen was meinen Beinen angetan worden war. Hunderte Kerben, Kratzer und Schlitze verzieren nun meine Beine. Entlang den Knien, fühle ich eine lange, dicke, wulstige Narbe. Dünne Fäden halten sie zusammen. Ich traue meinen Händen nicht, sie müssen lügen! Ich suche den Lichtschalter, der sich glücklicher Weise direkt neben meinem Bett befindet. Vorsichtig drücke ich ihn herunter, er ist so kalt. Vorsichtig schiebe ich die Bettdecke von meinen Beinen hinunter. Der Anblick entlockt mir einen heiseren Schrei. Meine Beine sind überschwemmt von Narben, sodass die edle Form fast nicht mehr zu erkennen ist. Ich schreie immer weiter. Die Wulst auf meinen krummen Knien erstreckt sich von der Mitte der Oberschenkel bis zum Fuß. Ich versuche sie zu bewegen, doch nicht einmal der kleine Zeh bewegt sich. Es sind nicht mehr meine Beine. Ich verstehe nicht warum. Plötzlich schlägt die Tür auf und eine Frau mit einem wei´ßen Kittel tritt ein. Sie bittet einen Mann und eine Frau in mein Zimmer, meine Eltern. Die Augen meiner Mutter sind angeschwollen und ihre Wimpern sind mit Tränenflüssigkeit verklebt. Ihre Anmutigkeit kann ich nicht mehr an ihr finden. Mein Vater sieht nicht besser aus. Seine sonst so geordneten Haare sehen verwuschelt aus, als ob er sich mit seiner Hand durch die Haare gefahren wäre. "Was ist los?" frage ich zaghaft "ich spüre meine Beine nicht" Dicke Tränen kullern meiner Mutter über ihre hohen Wangen, sie dreht den Kopf weg. "Susanne, du wirst nie wieder laufen können!" sagt Vater leise. Er beginnt zu schluchzen, mein Vater hat noch nie geweint. "Wie, nie wieder laufen können?" ich verstehe es nicht. "Susanne, du wirst nie wieder laufen können, verstehst du ?!" schreit mein Vater mich plötzlich an. Innere Leere ergreift mich und zieht mich hinab. Ich werde starr. Starre auf diese weiße Wand. Alles stoppt, die Zeit hält an. Ich bin verloren, meine Beine fallen von mir ab. Ich kann nicht weinen, ich kann nicht schreien, riesiger Druck breitet sich in mir aus, schnürt mir die Kehle zu, droht mich zu ersticken. Ich habe das Gefühl, als ob meine zarten Augen herausquellen. Krankhaft versuche ich meine Beine zu heben, doch ich rudere nur mit den Armen und verdrehe krampfhaft meinen Rücken. Abrupt höre ich auf, bin still und denke nichts mehr. Verspüre keine Gefühle mehr, bin tot. Alles schwindet, bricht zusammen, wurde totgetreten von dem Schicksal, dass so unerbittlich alles um sich verletzt und tötet. Meine Seele ist soeben gesotben und für alle Zeiten in die Ewigkeit gereist. Ich bin leer. Ich sage nichts mehr, bin stumm. Meine schwungvollen Lippen presse ich zusammen, bis es weh tut. An den Seitenwinkeln meiner Augen sehe ich Schwärze, liebevolle, erlösende Dunkelheit. Es breitet sich ausund verschluckt das Licht, erlöst mich von der grausamen Realität. Ich bin froh darüber. Auch meine Ohren sind zugestopft, nur hohes Piepen durchströmt meinen Körper. Ich spüre, wie meine Gedanken mich verlassen und ich in das Nichts falle. Es ist ein schönes Gefühl, entfliehen zu können. Nach einigen Stunden wache ich wieder auf. Eine Krankenschwester sitzt vor meinem Bett. " Du bist in Ohnmacht gefallen!" sagt sie gelangweilt und erchöpft. Schwermütig erhebt sie sich vom Stuhl, wobei ihr massiger Körper stark schwankt. Sie zieht einen Rollstuhl hervor. Ich bin stumm und starre sie nur ausdruckslos an. Ich merke wie sie ihre fleischigen Unterarme unter meinen Körper schiebt, sie sind kalt und gefühllos. Langsam hebt sie mich hoch und setzt mich behutsam in den Rollstuhl. Er ist mirfremd, seine Metallstangen sind kalt und haben schon viele Schrammen, aber mir ist klar, ich werde mein Leben mit ihm teilen müssen. Klarheit ist grausam "Ich bringe dich in den Gerichtssaal."`sagt sie betonungslos. Ich antworte nciht. Ich schaue an mir hinunter in der Erwartung, dass ich einen Schlafanzug anhabe, doch dem ist nicht so. Ich trage eine neue Jeans und einen grünen Pulli. Ich fühle mich nicht wohl in ihnen. Ich stoße sie ab. Das sind nicht meine Farben, blau und grün. Ich will schwarz, wie meine verdorbene Seele, die mich erbarmungslos im Stich gelassen hat. Nun bin ich hier allein. Ich frage mich, warum konnte ich nciht sterben, als das Auto mich überfuhr? Es wäre so viel einfacher gewesen, auch für meine Eltern. Doch nun sitze ich hier gefesselt ohne jegliche Art von Macht. Warum bin ich nicht in das Ewige entflohen, zu meine wahren Freunden, wie dem Nebel, der so oft schon mein Kleid der Nacht war, der mich so oft schon umarmt und verführt hat, in dem meine Seele gesorben ist? Doch nun sitze ich hier, und starre die Wände entlang. Endlich sind wir beim Ausgang des Krankenhauses angekommen. Die Krankenschwester öffnet die Tür und schiebt mich hinaus. Kalte Luft empfängt mich und umhüllt mich, wie ein weicher Schal. Ich mag dieses Gefühl, doch nicht lagne kann ich meine Umwelt in mich aufnehmen und mich mit ihr vollsaugen, denn sofort schiebt die fleischige Schwester mich in einen Wagen der Rollstuhlpatienten transportiert. Die Fahrt verläuft ereignislos. Plötzlich hält der Wagen abrupt an und die Transportertüren werden aufgerissen. Ein Mann mit sympathischem GEsicht zieht mich hinaus. Meine Ohren nehmen Vogelgezwitscher wahr. Es klingt so falsch. Es passt nicht in diese grausame
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Kommentare
meee schrieb am 2009-01-06 02:45:49:
ich finde die geschichte wunderschön...
@ramona musst sie ja nicht lesen wenn sie dir zu lang ist :S
Ramona@hotmail.com schrieb am 2008-10-28 09:55:42:
Diese geschichte ist inhaltlich gut verfasst, aber viel,viel, viel, viel zu lang !!!!!!!!!!!!!!!!!
Dankje das wars
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