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Kategorien > Kurzgeschichte > Psychologie

Es ist nie zu spät!

von angel-of-death

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Welt, aber es ist schön. Der Mann schiebt mich in das Gerichtsgebäude und anschlieend in den Gerichtssaal. Als sich die Holztüren öffneten, weht mir verbrauchte Luft entgegen. Er schiebt mich bis an den Vernehmungstisch heranund verschwindet wieder. Ich schaue zum Angeklagten hinüber. Zum Mörder meiner Seele. Sofort verschlingt er mich mit seinen zarten, wilden Augen. Sie gucken mich mitleidig an. Seine wuschigen Augenbrauen führen meine Augen weiter zu seiner Nase. Sie trohnt auf seinem Gesicht, wie ein König. Die Nasenlöcher sitzen parallel zueinander und öffnen und schließen sich im Takt. Sein Mund ist das Abbild eines Männermundes, seine Lippen haben eine anmutige Form und sind so fein wie die eines jungen Kindes. Sein strubbeliges, braunes Haar glänzt im Schein der Sonne. Schlagartig wird mir bewusst, dass ich meinen Mörder verehre. Wie wage ich es bloß! Er hat mich getötet! Ich höre entfernt, wie die Richterin mir Fragen stellt, doch ich antworte nicht. Der Anblick seines Bildes hät mich gefangen und verschlingt mich. Noch nie habe ich etwas dergleichen verspürt. Er zieht mich an sich und dieser Sog wird immer stärker. Ich kann ihn kaum noch widerstehen, doch da kommt auch schon der Transportmann herein. Er zieht mich hinaus, doch immer noch starre ich meinen Mörder an. Sein Bild erscheint mir nun jede Nacht im Traum. Sanft berühre ich dann seine weichen Lippen und spüre wie seine Zunge in meinen Rachen kriecht, es ist wundervoll, doch eben so schrecklich. Ich schäme mich für meine Fantasien und dem starken Wunsch, ihn nur einmal zu berühren. Der wunsch verwandelt sich zu einem grausamen Schmerz, der mich jahrelang verfolgt. Selbst, nachdem ich aus dem Krankenhaus komme und ein weitgehendes normales Leben führe. Nie wieder werde ich seine schimmernden, dunklen, kraftvollen, wilden Augen vergessen. Es ist grausam, seinen Mörder zu verehren. Die Wut auf den früher unbekannten Mörder schlägt auf mich um. Ich hasse mich, weil ich ihn liebe. Wie erbärmlich ist es, ihn zu begehren. ich versuche meine Gedanken zu kontrollieren und die Macht über sie zu gewinnen, doch in der Nacht laufen sie wie sie wollen, und erfüllen meinen tiefsten Wunsch, jede Nacht. Die Traumwelt ist ein unberechenbarer Fluch geworden. Ich schäme mich. Meine Arme verzieren schon hzahlreiche Kerben, die ich mir selbst zugefügt habe. Ich will aus meinem Körper hinaus, ausreißen und meinen Mörder vergessen, ihn, der mir all mein Leid gebracht hat, mein Leben beendet hat, er, den ich vergöttere. Ich will afuhören. Ich bin allein zuhause. Mit meinem Rollstuhl fahre ich in die Küche. Heute ist ein regnerischer Tag, welch ein Glück. Früher war ich nie so melancholisch, doch nun, da ich nichts mehr habe, liebe ich die Traurigkeit, die mir zeigt, dass sie mich versteht. Ich ziehe die Messerschublade auf und nehme ein scharfes, elegantes Messer heraus. Vorsichtig lege ich es auf meine Pulsader. Ich erschrecke wie kalt das glatte Metall ist. Ich will grade zustechen, als mir plötzlich eine Szene aus meiner Kindheit einfällt. Ich hatte damals zwei Stunden lang an einer kniffligen Matheaufgabe gesessen, meine Oma war dabei. Als ich sie gelöst hatte, sagte sie:"Du bist eine Kämpferin, gebe niemals auf. Verliere die Hoffnung nicht, denn es geht weiter. Steh imemr zu dir und deinen Gefühlen, vergesse das nie, mein Schatz. Du wirst immer eine Kämpferin sein." Diese Szene versetzt mich in einen Schock. Das Messer gleitet aus meiner Hand. Den Aufprall nehme ich gar nicht wahr. Auf einmal wird mir bewusst, was ich alles verpasst haeb, wie dumm ich war, und wie ich mich vergraben habe, unter Traurigkeit und Dunkelheit. Ich will leben, ich bin endlich aufgewacht.

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Kommentare

meee schrieb am 2009-01-06 02:45:49:
ich finde die geschichte wunderschön...
@ramona musst sie ja nicht lesen wenn sie dir zu lang ist :S
Ramona@hotmail.com schrieb am 2008-10-28 09:55:42:
Diese geschichte ist inhaltlich gut verfasst, aber viel,viel, viel, viel zu lang !!!!!!!!!!!!!!!!!
Dankje das wars

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