Essaye
von
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Es war nicht das erste Mal, dass ich mit meiner Mutter Amy nach Spanien flog, doch das war das erste Mal das sie mich mit zur einer Geschäftsreise mitnahm. Zumindest dachte ich es... Denn in diesem Sommer sollte alles anders kommen, als erwartet...
"Charline hast du dein Koffer schon gepackt, Liebes?" frage meine Mutter, voller Vorfreude.
"Ja Mama. Keine Angst alles schon erledigt." antwortete ich, sie beruhigend.
Ich hatte meine Mutter davor, schon seit einer Ewigkeit nicht mehr so aufgeregt gesehen. Wie denn auch? Sie reiste viel und war nur selten Zuhause. Doch ich nahm es ihr nicht übel, denn sie war schon seit 7 Jahren allein erziehend. - Arme Mama - dachte ich jedes Mal.
Der Grund? Mein Vater war ein Arschloch, er hatte meine Mutter schon öfters betrogen.
Allerdings liebte meine Mutter ihn so sehr das sie ihm jedes Mal verzieh und auf eine Besserung hoffte. Bis zu dem Tag, als eine junge Frau, die bestimmt mindestens 10 Jahre jünger als mein Vater war, mit einem kleinen Baby in ihrem Armen, vor unserer Tür stand und bat, rein zu kommen. Sie erzählte, dass sie eine Affäre mit meinem Vater hatte und sich nun schuldig fühlte, weil er im Endeffekt verheiratet war. Dieser Tag war für meine Mutter so schlimm, dass sie ein Monat später die Scheidung reichte und sich sicher war ab diesem Tag an, ein besseres Leben führen zu können. In der Tat alles verbesserte sich und meine Beziehung zur meiner Mutter befestigte und stärkte sich. Außerdem zog meine Tante Lola zu uns und so blieb ich nie allein, wenn meine Mutter auf Geschäftsreise war.
Sie schloss die Haustür ab, wir stiegen ins Taxi und wurden zum Flughafen gefahren. Als wir ankamen, gaben wir die Koffer ab, checkten uns ein und warteten bestimmt 1 Stunde bis wir endlich von England nach Spanien flogen.
Es war herrlich heiß, die Sonne schien und man konnte direkt eine andere Atmosphäre spüren.
"Wie schön. Es wird uns hier sicher gefallen." stellte ich lächelnd fest. Meine Mutter legte ihren Arm um mein Schulter, lächelte zurück und meinte selbstsicher "das hoffe ich doch sehr".
Wir warteten und warteten. Doch auf was wir warteten wurde mir erst bewusst als eine schwarze Limousine zu uns an gefahren kam, ein Chauffeur ausstieg und uns mit den Worten
"Hola Señoritas" begrüßte. Er stellte unsere Koffer in den Kofferraum und wir stiegen ein. Ich konnte nichts anderes sagen, als ein begeistertes "wow". Es war fantastisch. Schön warm und angenehm. Vor allem sah ich in den Augen meiner Mutter Zufriedenheit und Glück. Und um ehrlich zu sein, dass war auch das Wichtigste für mich. Sie nach so einer langen Zeit mal wieder so glücklich zu sehen...
Während wir vor einer, riesengroßen Palast ähnlichem, Villa anhielten, ausstiegen und nur darauf warteten unsere Koffer an uns nehmen zu können, schaute ich meine Mutter fragend an und forschte
"das ist jetzt ein Scherz oder?"
"Nein, es ist mein voller Ernst. Wir bleiben hier. Gefällt es dir etwa nicht?"
"Doch doch, sehr sogar... Aber Mama wie kommts?"
"Mein Schatz, da siehst du mal wie erfolgreich deine Mutter in all den Jahren geworden ist." sagte sie mit voller Stolz.
Meine Mutter ist Dolmetscherin. Sie spricht fließend deutsch, englisch (ihre Muttersprache), spanisch, italienisch und französisch. Am Anfang ihrer Karriere hatte sie keine hohen Ansprüche, doch mittlerweile arbeitete sie nur noch für sehr wichtige Persönlichkeiten. Aber DAS war wirklich zu viel.
Unsere Koffer wurden in zwei 5. Sternehotelräume ähnlichen Zimmer getragen und meine Mutter erklärte mir, nach dem wir alles in die Schränke eingeräumt hatten, dass sie hoch zu ihrem Mandanten gehen müsse. Ich legte meinen Kopf auf die Fensterbank und schaute nach draußen, zum Garten. Es war sehr groß und ein Schwimmbecken stand genau in der Mitte des Gartens. Wunderschöne Blumen beschmückten den Garten und viele wertvolle Statuen waren aufgestellt.
- Wie schön - bemerkte ich voller Begeisterung und fing an vor mich hin zu träumen, bis plötzlich jemand an der Tür klopfte.
"Herein" rief ich und schon stand ein breit gebauter, schwarz haariger und grün äugiger Mann neben meiner Mutter vor mir.
"Liebes das ist ein spanischer Politiker, er wollte dich mal kennen lernen."
"buenos dias! Me llamo Carlos Villar. como te llamas?
(Guten Tag ich heiße Carlos Villar. Wie heißt du?)
"hola! Me llamo Charline." (Hallo. Ich heiße charline)
"como éstas?"
"mucho estrés." (viel stress) antwortete ich total erschöpft. Er fing an zu Lachen und meine Mutter meinte das sie mit Herr Villar ins Arbeitszimmer gehen und arbeiten müsste. Somit verabschiedeten
sie sich von mir und ich ging gedankenverloren raus in den Garten...
Schon seit 2 Jahren studierte ich Spanisch und somit sah ich diesen Urlaub als eine tolle Möglichkeit um meine Sprachkenntnisse zu verbessern. Ich liebte diese Kultur, es spiegelte mich wieder. Natürlich war ich stolz darauf Engländerin zu sein, aber Spanisch war dennoch meine größte Leidenschaft. Ich war erst 20 Jahre alt, hatte schwarze und mittellange Haare und hell braune Augen, die jedoch im Sommer grün wurden. Da meine beiden Elternteile rötliche Haare und helle Haut hatten, wurde ich auch oft gefragt, ob ich eventuell adoptiert wäre. Verrückt aber wahr.
Als ich letztendlich im Garten war, lief ich eine Runde bis ich schließlich in dem Schwimmbecken ankam. Zur meiner Überraschung lag ein breiter, braun gebrannter und kurz haariger junger Mann im Wasser. Kennt ihr diese reichen und verwöhnten Menschen, die breit sind, aber nicht weil sie so viel trainieren, sondern weil sie Diener um sich herum haben und alles in den Allerwertesten geschoben bekommen? Vor allem die arrogant wirkten und sich unbeliebt machten, weil sie dachten alles bekommen zu können? Obwohl ich diesen Mann nicht kannte, war mir bewusst das er zu dieser Gruppe gehörte. Die Gruppe die ich so sehr hasste.
Genau in diesem Moment bemerkte er mich, fing an frech zu grinsen und fragte auf spanisch wie es mir gehen würde.
"gracias!" antwortete ich nur und ging genervt wieder rein. Ich legte mich in mein Himmelbett und dachte über diesen Ereignis nach. Könnte es vielleicht sein das mein Urlaub gefährdet war?
Nach einer kurzen Zeit schlief ich mit diesem schrecklichen Gedanken ein, bis mich ein Hausmädchen aufweckte und zum Essen rief. Schnell wusch ich mein Gesicht mit kaltem Wasser, zog mir ein weißes Kleid an, band meine Haare zu und lief langsam zum Esszimmer. Doch als ich gerade angekommen war, bereute ich es schon wieder, denn der Typ vom Schwimmbecken saß genau neben meiner Mutter und grinste mich schief an... Wut machte sich in mir breit und meine Hände formten sich zur Fäusten. Nur meiner Mutter zur Liebe setzte ich mir ein Lächeln auf und setzte mich ihm gegenüber... Das Essen wurde rein gebracht und wir fingen auch schon an zu essen. Sie sprachen und lachten viel, bloß mir fehlten die Worte, denn um so mehr ich ihn sah, um so mehr spannten sich meine Nerven an.
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