Exsodus
von
Stefanie Kreis
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Exsodus
(Stefanie Kreis)
"Die Welt verändert sich."
"Ja die Veränderung ist wie ein dunkler Nebel der jedes Lebewesen umgibt."
"Was gedenkst du zu tun?"
"Ich suche schon lange verzweifelt eine Antwort auf diese Frage."
"Suche in dir. Die Antwort kennst du bereits. Schaue genauer hin."
"Dann muß ich gehen..."
"Hadere nicht mit dir mein Kind. Geh für diese schöne, schreckliche Welt."
"Das bedeutet aber Euch zu verlassen. Diesen Ort zu verlassen. Ich werde anders sein."
"Tief in deinem Herzen wirst du immer derselbe sein. Das menschliche Leben ist kurz. Leid, Trauer, Zorn aber auch Freude und Liebe werden dich in menschlicher Form begleiten. Denke immer daran dass ich immer bei dir bin. Wenn du in den Wind lauschst und genau hin hörst kannst du meine liebkosenden Worte hören."
"Abgestumpft in einem menschlichen Leben zu stecken wird es schwierig sein Euch zu hören. Blind vor Egoismus gegenüber Anderem werde ich Euch nicht hören können. Hinein gezwängt in die Maschinerie der Menschen. Ich habe jetzt schon Angst davor erdrückt zu werden. Furcht davor nicht mehr atmen zu können als freies Wesen."
"Habe keine Furcht davor. Dein Herz wird meine Lieder, meine Worte hören. Der Wind wird meine Worte zu dir tragen. Die Sonnenstrahlen werden dich mit meiner Liebe einhüllen von Geburt an bis zu deinem Tode. Jedes Wesen, jede Form die du siehst ist mein Antlitz und alles was du berührst werde ich sein. Selbst wenn du blind wirst, ist dein Herz und deine Seele hell wach und übernehmen das Sehen für dich."
"Die Menschen nehmen dich schon lange nicht mehr wahr, da werde ich nicht anders sein wenn ich unter ihnen leben werde. Die Menschen lassen dich leiden und ich werde bald zu ihnen gehören."
"Sorge dich nicht mein Kind. Die Liebe verzeiht alles."
"Wie kannst du sie lieben? Wie kannst du ihnen verzeihen? Ich könnte es nicht..."
" Deswegen wirst du zu ihnen gehen. Wenn die Zeit gekommen ist wirst du der Menschheit die Augen öffnen. Zu lange sind sie schon geschlossen. Einige werden dir folgen und andere Menschen nicht."
"Was meinst du Mutter?"
"Die Zeit der Entscheidung naht. Nur derjenige der die Wahl seines Weges mit seinem Herzen erkennt wird überleben. Ich bin zu schwach um alles Leben zu schützen."
"Ich werde nur einer unter vielen sein. Wieso sollte mir jemand folgen?"
"Mein Kind manchesmal genügt ein kleines Lüftchen um ein in den Grundfesten morsches durchlöchertes Haus umzustürtzen. Und du wirst zu bestimmter Zeit ein Orkan sein und alles hinwegfegen. Menschen mit reinem, klaren Augen werden dich erkennen. Aber vorher wird die Welt von vielen schrecklichen Ereignissen heimgesucht werden. Sehr viel Schmerz werden die Menschen erleben, bis es soweit ist."
"Viele Menschen werden sterben. Nichts wird mehr so sein wie es war."
"Wie mir scheint weist du nun über deinen Weg bescheid den du beschreiten wirst."
"Die Reise wird lang. Ich habe Angst davor zu versagen. Furcht davor Mensch zu sein."
"Du wirst nicht versagen. Alle Antworten liegen in deinem Herzen verborgen. Bedenke jedoch dein Tun hat immer Konsequenzen für dich und für Andere. Du bist und du wirst es sein, der Lichtstrahl in der Dunkelheit. Vertraue dir selbst. Habe Vertrauen. Ich werde hier sein und dich empfangen wenn du deine Aufgabe erfüllt hast. Werde dich wieder aufnehmen und umhüllen. Das leben ist eine Prüfung die sich jeder stellen muß. Nun geh."
"Mit jedem Atemzug werde ich dir näher kommen. Auf Bald Mutter."
"Nun ist sie fort, um das ihr vorbestimmte Leben zu beginnen. Bei ihrem ersten Atemzug bis zu ihrem letzen werde ich bei ihr sein. Wie bei jedem meiner Kinder. Hört ihr mich? Ich umgebe euch, rede mit euch, flüster leise in eurem Träumen euch zu... Viele werden wieder zu mir kommen. Müde werden sie sein und vieleicht auch weiser. Ich werde sie nähren bis sie sich wieder auf die Reise eines Lebens begeben und am Ende wieder kommen. Seht hinaus, hört mir zu.. Egal was geschieht ich werde bei euch sein in dieser welt, die ihr euch erschaffen habt. Da geht sie und der Himmel wird sich bald verdunkeln. Der zeitpunkt ist nahe....."
Ihre Füsse berührten den Schnee, der wie glänzende Seide unter ihr lag. Keine Kälte nahm sie wahr und keine Fußspuren würde sie hinterlassen. Wie ein Trugbild schritt sie über den Boden . Das Mondlicht erhellte ihr den Weg und der Wind raunte ihr liebste Grüße zu. Das goldene Haar wehte er hin und her, er spielte mit ihm. Ihr Kleid umschiegte ihren wohlgeformten Körper. Jegliches Leben schien die Luft anzuhalten, als sie vorrüber schritt. Man wußte die Zeit der Entscheidung war nahe. Zielstrebig ging diese Trugerscheinung auf ein Haus am Rande einer Waldlichtung zu. Das blasse Gesicht zu einem Lächeln verzogen. In wenigen Minuten war es soweit. Eine Träne der Trauer lief ihre Wange herrab und benetzte den Boden. Das letzte mal in dieser Gestalt sah sie sich zum letzenmal um und ah die Welt in schiemmernden Farben. Später würde sie mit den Augen eines Menschen sehen. Die Welt wäre grau, die Farbe in ihr wäre für sie nicht mehr sichtbar. Ihr Trost war das sie das Leben als Mensch irgendwann beenden würde. Während sie auf das Fenster zuging in dem noch Licht brannte verabschiedete sie sich und ging hinein. In dem Zimmer prasselte ein Feuer doch dies interessiert sie sie nicht. Sie hatte nur Augen für das Wunder welches hier geschah. Die Menschen im Raum sahen sie nicht. Doch ein kühler Lufthauch würde sie streifen wenn sie an ihnen vorrüber schritt. Im Bett lag ine von Schmerzen gepeinigte Frau. Eine Ältere kniete vor ihren gespreitzten Beinen und redete ihr beruhigend zu. Neben dem Bett blieb sie stehen und berührte die schweißnasse Stirn der Frau. Sie konnte sich wieder an die vielen vergangenen Leben erinnern und erahnte nun warum ihre Mutter sie alle liebte, ganz gleich was man ihr antat. Vielleicht würde sie in diesem Leben Andere wiederfinden die sie schon aus anderen Leben kannte. Sie dankte ihrer Mutter. Freundlich kniete sie sich neben die Frau und flüsterte ihr ins Ohr. Sachte strich sie nun den Bauch entlang. Das Leben würde beginnen und mit diesem vieles Gute und Schlechte. Das letztemal blickte sie die Frau an bevor sie verschwand, so schnell wie ein aufblitzender Stern am Firmament.
"Es ist ein Mädchen!" freudestrahlend legte die alte Hebamme das kleine Geschöpf in die Arme ihrer erschöpften Mutter. Überglücklich nahm diese ihr Kind in die Arme und betrachtete das neue Leben. "Sie wird einmal etwas ganz besonderes. Ich fühle es.", sagte die Hebamme und setzte sich neben die frischgebackene Mutter. Kleine blaue Augen blitzten der Mutter zu und eine kleine blonde Strähne kringelte sich auf ihrer Stirn. "Ja du wirst etwas besonderes werden. Kleine Sarafin." "Woher willst du das wissen Tante?", fragte ein kleiner fünfjähriger Junge der immer Näher kam um das Mädchen zu betrachten. Er hatte als einziger im Zimmer dieses überirdische Wesen gesehen und ihr Anblick würde er nie vergessen
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