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Kategorien > Lustiges > So könnte es sein

FEUER!

von Rubbeldiekatz

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Diese Geschichte ist aus irgendeiner Laune, aus irgendeinem Zustand entstanden, den viele auch unter der Begriff "Langeweile" kennen. Ich weiß wirklich nicht mehr wie ich genau darauf gekommen bin, aber im Endeffekt war ich schon recht zufrieden. Hoffe, ihr könnt damit etwas anfangen...^^


FEUER!

Was sollte ich machen? Es brannte und es brannte. Und es brannte immer weiter! Was brachte mir denn bitte dieses Schild mit der Aufschrift „Feuerlöscher“, wenn dabei kein Feuerlöscher stand?! Nichts, oder zumindest dreiviertel von Nichts. Alles in allem war ich einer verzwickten Lage. Das Geld von mehreren Jahren Arbeit, mein monatlicher Verdienst von nicht viel mehr als 100 Euro steckte in diesem Keller… Computer, Fernseher, Playstation, DVD-Player, externe Festplatten, ein Haufen CDs und DVDs sowie meine Sammlung diverser Getränke standen auf dem Spiel. Ich überlegte. Womit bekämpfte man noch einmal Feuer? Keine Ahnung. In all den Spielen hatte ich nie Feuer verhindert, sondern immer nur gelegt. HRHR. Zu dumm, den Wasserhahn direkt vor meiner Nase zu sehen, überließ ich mein Hab und Gut den Flammen, es wurde gierig verschlungen wie von einem hungrigen Tier, das seit Tagen ohne Nahrung gelebt und zudem täglich noch eine Tracht Prügel bekommen hatte.
Hilflos und panisch rettete ich mich nach oben und informierte meine Eltern ‚kurz und knackig’, dass in meinem Keller ein ‚klitzekleines’ Feuer ausgebrochen sei, welches sich ‚unaufhaltsam’ ausbreite, und man ‚keine Chance’ mehr habe, es noch zu löschen.
Nach einer etwas hinausgezogenen Pause, in der alle mit offenen, sabbernden Mündern dasaßen und in ihrer eigenen Welt an etwas zu denken versuchten, traf mich der Blitz. Ein Gedankenblitz - dem zumindest ich mein Leben zu verdanken habe. Die Jugend von heute ist halt doch nicht so beschränkt, wie sie manchmal den Eindruck vermittelt…
Ich erinnerte mich, dass man in irgendeiner TV-Serie Feuer mit Wasser bekämpft, es ‚gelöscht’ hatte. Also bewaffnete ich mich prompt mit einem Eimer und marschierte in die dunklen Tiefen unseres Hauses. Das Knurren des Feuers und seine gasförmigen Aussonderungen kamen mir entgegen. Es strahlte eine Hitze aus, die einem vor Angst zum Schwitzen brachte. Genüsslich begann es gerade, den Flur anzunagen. Man hörte die CDs brutzeln und auch mein Bruder, der vorhin noch auf der Couch gelegen hatte, hatte sich verformt – nein, es war nur ein Freund. Meine Mama nervte es, dass ich einen Lachanfall bekam. Aber was sollte ich machen? Wenn ich lachen musste, kannte ich nun einmal kein Erbarmen.
Der Wasserschlauch im Garten hatte mehrere Löcher, der Brunnen war sowieso aufgrund des so schon heißen Wetters ausgetrocknet, die Stadt hatte uns das Wasser abgestellt – und doch hielt ich einen Eimer voll Wasser (oder was auch immer) in meinen Händen – doch – oh Schock – ich ließ ihn fallen. Weswegen? Natürlich aus Schock! Wenigstens waren nun meine Weichteile für eine kurze Zeit lang hitzeresistent…
In einer Mischung aus gestikulieren und wild um sich fuchteln rannte man aus dem Haus. Mittlerweile beschwerte sich meine Mutter unverschämterweise, dass ich willentlich unser Haus abfackeln ließ. Dabei schien sie im nächsten Augenblick nicht mehr bei Sinnen zu sein, denn sie tanzte um das Feuer und betete den Feuergott an. Als das Feuer endlich auf das benachbarte Haus übergriff, rannte sie jubelnd in das Flammeninferno.
Ich musste sie somit nicht mehr ernst nehmen und war auf mich alleine gestellt in einer Welt, in der es niemanden gab, der ein Feuer löschen konnte. Das nahm ich zum Anlass, mich meiner Kleidung zu entledigen und sie den Flammen hinzugeben. Insgeheim hoffte ich, auch an Bereichen, die normalerweise nur selten das Tageslicht erblickten, eine dem üblichen Körper angepasste Bräunung zu erreichen.
Unterdessen hatte meine Mutter es geschafft, weitere Anhänger des Feuergottes um sich zu scharen. Sie selbst hatte sich an die Spitze des Mobs gestellt und verteilte gerade mehrere Molotov-Cocktails an die Novizen. Noch bevor ich etwas unternehmen konnte, ging ein Haus nach dem anderen in Flammen auf.
Aber ich hatte ja noch meine unterirdischen Bunker, die glücklicherweise allem trotzten, was ich für gefährlich hielt; und machte es mir dort gemütlich. Und ich wusste, dass es meiner Familie, meinen Freunden und Bekannten gut ging. Jedenfalls meiner Mutter. Noch…


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