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Kategorien > Romantik > Glücklichmacher

Fahrkarte

von Tiramisu

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Ist ja nicht so schlimm, dachte ich auf dem Weg zum Gleis 3, wo mein Zug ankommen sollte. Hatte ich heute halt mal vergessen die Karte zu kaufen, merkt eh keiner. Hier wird fast nie kontrolliert und wenn schon wärs auch nicht so tragisch. Ich würde einfach sagen ich hätte meine Schülerkarte zu Hause vergessen und ich bezweifelte stark, dass der Schaffner größere Schwierigkeiten machen würde. Meiner Freundin war das vor kurzem passiert und das einzige was der Kontrolleur dazu zu ihr gesagt hatte – wobei es eher wie ein genervtes und urlaubsreifes Brummen geklungen hatte – war: »Aber vergiß sie das nächste mal nicht wieder.« Also, was konnte mir groß passieren?
Mittlerweile hatte ich das Gleis erreicht und setzte mich auf einen dieser scheinbar schwebenden Eisensitze, die an einer blaugrauen Glaswand befestigt waren. Ich fand die Teile schon immer schrecklich und gesundheitsschädlich, weil man sich an den kalten Dingern leicht eine Blasenentzündung holen konnte. Außerdem waren sie auch noch eine Beleidigung für jedes Auge und wer auch nur einen Funken Geschmack hatte, merkte wie ekelhaft dieses Blaugrausilbergemisch der Sitze war. Aber trotz alle dem waren sie viel besser als hier herum zu stehen.
Eine Durchsage kündigte den Zug an und ich stellte mich an die weiße Linie am Boden, um sofort in die Bahn steigen zu können. Um diese Uhrzeit fuhren ziemlich viele Leute mit und man mußte sich bemühen um einen Sitzplatz zu bekommen.
Als der Zug hielt, sprang ich förmlich hinein. Zum Glück erwischte ich gerade ein Abteil mit verhältnismäßig wenig Leuten und ergatterte einen freien Platz. Ich schaute aus dem Fenster, aber außer ein paar vorbei rauschenden Bäumen und Häusern, war nicht sonderlich viel zu erkennen. Dafür fuhr der Zug eindeutig zu schnell.
»Fahrkarten bitte«, hallte es von der Tür. Ein gutaussehender junger Mann mit kurzen schwarzen Haaren und einer niedlichen schmalen Brille auf der Nase – die ihn irgendwie putzig machte - kam den Gang entlang. Ich schätzte ihn auf um die 20 herum. Sehr alt war er auf jeden Fall nicht. Hätte er nicht die Arbeitsuniform der deutschen Bahn angehabt, hätte ich ihn sogar süß gefunden. Er stempelte die Karten der anderen Fahrgäste im Waggon ab und kam schließlich zu mir. Ich machte so als hätte ich nichts davon mitbekommen und sah wieder aus dem Fenster.
»Hey du! Könntest du mir bitte mal deine Fahrkarte zeigen?« fragte er mit einer zum niederknienden Stimme.
Ich sah zu ihm auf und stotterte: »Oh! Ähm... Moment.« Ich machte als wühlte ich in meiner Tasche herum um die Karte zu suchen, seufzte und zog mein Dackelaugen-Gesicht. »Sieht so aus als hätte ich sie vergessen.«
Mr. Ich-würde-ihn-küssen-wäre-er-nicht-der-Kontrolleur schaute mich strafend an und fragte ziemlich kalt: »Wo fährst du denn hin?«
»Nach Hause«, antwortete ich, zwar nicht ganz wahrheitsgemäß, aber wen interessierte das schon?
»Und wo ist das?«
»Der nächste Halt. Da muss ich raus.« Ich wunderte mich, dass er danach fragte. Wieso wollte er das wissen?
Nun grinste er plötzlich. »Na so ein Zufall, da muss ich auch aussteigen. Hab gleich Feierabend. Dann kannst du mir gleich mal deine Eltern vorstellen. So spar ich mir Papier für deine Adresse und die Zeit sie zu überprüfen.«
Mir blieb die Spucke weg. Er wollte tatsächlich mit mir nach Hause gehen und meine Eltern sehen. Blöd nur, dass die erstens gar nicht da sind und zweitens hier überhaupt nicht wohnen. Mein Zuhause lag dummerweise eine Station in die andere Richtung, da kam ich nämlich her. Ich war gerade auf dem Weg zu meiner Freundin, die mich die nächsten zwei Wochen beherbergte, da meine Eltern auf so einem Selbstverwirklichungstrip waren. Na toll! Wie sollte ich ihm jetzt meine Eltern vorstellen oder eher: Wen sollte ich ihm als meine Eltern vorstellen?
»Äh, na ja... also... das geht nicht. Ich muss nach Hause laufen und meine Mutter ist noch in der Arbeit«, log ich.
»Kein Problem. Dann fahr ich dich halt und warte bis sie nach Hause kommt.« Oh Mann! Der Typ macht mich fertig, dachte ich verzweifelt. Alles was ich zu meiner Rettung sagte, machte er mit einer winzigen und zu allem Überfluß auch noch ziemlich logischen Erklärung zu Nichte. Innerlich seufzend gab ich schleißlich auf. Was brachte es, mir den Kopf zu zermartern, wenn er sowieso eine passende Lösung parat hatte. Es war hoffnungslos und somit waren alle Versuche seinen "Besuch" zu verhindern überflüssig. Also schwenkte ich die weiße Flagge und starrte aus dem Fenster. Gleich hielt der Zug und ich musste mit dem Typ zu meiner Freundin nach Hause und ihm „meine“ Eltern vorstellen. Bei der bloßen Vorstellung wurde mir schon schlecht.
Der Bahnhof. Nie hatte ich mir mehr gewünscht, die Fahrt würde noch länger dauern. Leider wurde mein Wunsch nicht erfüllt und der Zug hielt. Ich stieg aus und ging geradewegs auf die nächstbeste Telefonzelle zu. Ich holte mein Handy aus dem Rucksack und wählte die Nummer meiner Freundin. Sie meldete sich schon kurz nach dem ersten Klingeln und fragte, ob ich schon da sei und ob sie und ihre Mutter mich abholen kommen sollten.
»Ja bitte, aber kannst du mir einen Gefallen tun?«
»Immer doch. Welchen denn?« schallte es aus dem Mobiltelefon.
»Du und deine Mutter... ihr müsst so machen als sei ich deine Schwester, also als wäre deine Mutter auch meine.«
Sie schwieg kurz. »Wieso das denn?« fragte sie verwirrt.
»Erklär ich dir später, aber bitte, du musst mir den Gefallen tun, sonst bin ich geliefert.«
»Ist ja schon gut, wir sind in fünf Minuten da.« Ich bedankte mich bei ihr, legte auf und ging aus der Tür. Davor stand der Kontrolleur. Nur das er jetzt nicht mehr so aussah. Er hatte sich anscheinend umgezogen, denn er hatte jetzt nicht mehr die Arbeitsuniform an, sondern ein weites schwarzes T-Shirt, darüber ein hellblaues gemustertes Hemd und eine dunkelblaue Jeans. Jetzt sah er um einiges cooler aus.
»Und? Holt dich jemand ab?« fragte er freundlich. Jetzt viel mir erst auf, dass er mich schon die ganze Zeit duzte und auch sonst viel zu vertraut mit mir sprach.
»Ja, meine Mutter ist doch schon zu Hause und meine Schwester kommt auch mit«, antworte ich und ging zu einer Bank, die in der Nähe des Parkplatzes stand und von der ich die Kurve gut überblicken konnte. Wir setzten uns.
»Sag mal: Wieso duzt du mich eigentlich?«
Er grinste mich an. »Weil du jünger bist als ich. Außerdem duzt du mich ja auch.«
»Na und? Wie alt bist du denn?« fragte ich bissig.
Er grinste noch breiter und fing an zu lachen. Beinahe wäre ich von der Bank gerutscht. »19, und du?«
»17. Also steht mir genauso das Recht zu dich zu duzen, wenn ich will, weil du gar nicht viel älter bist als ich.« In meinem Kopf rotierten meine Gedanken. Was war denn das für ein Spruch? War ich denn völlig durchgeknallt? Ich kam mir vor wie eine Grundschülerin. Was war denn jetzt los? Wieso verhielt ich mich so zickig und doof? So war ich doch sonst auch nicht. Außerdem: Was ist schon dabei, wenn wir uns duzen? Ist doch halb so wild. Was regte

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Kommentare

schrieb am 2007-10-01 17:46:56:
eine fortsetzung wrde nach meinem geschmack den ganzen witz in der situation kapputmachen und wies weiter geht kann sich ja jeder vorstellen .... naja auf jeden fall super geschichte
Karin schrieb am 2007-05-05 00:31:40:
genial! ich find das "ende" (^.~) genial!
so sollten mehr geschichten sein!!!
KiaraMissKovu1981@gmx.de schrieb am 2007-04-15 15:04:21:
Wie Ende???????????? Da kann doch noch kein Ende sein.... Ende geht ja mal so gar nicht... Wie geht es denn weiter? *enttäuscht guck*... Ich hätte gerne eine Fortsetzung! *sfg*.
Wenn ich eine Fortsetzung möchte ist doch eigentlich klar wie ich deine Geschichte finde, oder? *zwinker*.
Audrey-Moondance schrieb am 2007-04-10 11:55:10:
eine schöne Geschichte, dein Stiel ist super^^

mfg
Audrey
BlackRaven schrieb am 2007-03-17 18:09:36:
Deine zweite Geschichte gefällt mir auch total gut. Sie wirkt wie aus dem normalen Leben gegriffen, so alltäglich und doch selten. Einfach schön.
Cane schrieb am 2007-02-23 19:02:48:
also, die zweite geschichte gefällt mir total gut! Erinnert mich irgendwie, wenn ich selber mit dem zug zu meiner besten freudin fahre..
Tiramisu schrieb am 2007-01-23 17:27:54:
Vielen herzlichen Dank für eure Komments, hab mich supermegadoll gefreut ^^
*he he he* Klar geht sie weiter, ich kann ja niemanden einfach so auf diesem Ist-kein-Ende-Ende sitzen lassen. Deshalb auch das Fragezeichen hinter dem Ende *megafettgrins*
Also seit gespannt auf die Fortsetzung ^^
LG, Ti
Käpferin90 schrieb am 2007-01-22 18:48:58:
Ich finde deine Geschichte echt toll! Die Situationskomik ist klasse!
Lee schrieb am 2007-01-22 14:03:57:
=D
hehe ich find die geil die geschichte...
vllt weil i au paar nette zusammtreffn mit kontrollis hatte

ende?
für mich muss man immer fortsetzung machn :P
sons zu kurz^^
lina schrieb am 2007-01-22 13:16:37:
zuckersüß. eine wahre geschichte?

geht sie noch weiter oder darf man sich das ende der story schon erahnen?! ;)

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