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Kategorien > Aus dem Leben > Alltäglicher Wahnsinn

Fahrt mit der deutschen Bundesbahn

von Das A

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Ich bin in letzter Zeit viel rumgekommen. Rostock, Berlin, Kiel, München, Dessau, Düsseldorf. Und immer hat mich die freundliche Deutsche Bundesbahn an das Ziel meiner Wünsche gebracht. Und Bahnfahren ist wirklich eines meiner liebsten Hobbies geworden. Es ist unglaublich, was man da für Leute trifft.Gut, irgendwie immer die selben Arten, aber ein hoher Anteil an einen absoluten Schuss weg. Natürlich, wenn man jetzt in den Zug einsteigt, dann fällt einem das im Normalfall gar nicht auf, aber ich kann euch nur folgenden Tipp geben. Steigt in einen richtig vollen Freitagnachmittag-Alle-wollen-nach-hause-Zug. Und dann nehmt mal keine Platzkarte, sondern setzt euch auf euren Rucksack im "Zwischenabteil". Ihr werdet schon sehen. Nirgendwo werdet ihr, die richtige Einstellung vorausgesetzt, soviel Situationskomik erleben wie dort. Für alle, die sich dieses Experiment nicht zutrauen hier eine Kurze Beschreibung der Hauptdarsteller:

*Der Brühwürfel-Proll*
Der erste Charakter, der einem auf der Heimreise begegnet gehört meistens zu dieser Gattung. Er gehört meistens zu den intellektuell Überforderten, hat ein Gemächt so groß wie eine ganze Bananenstaude plus zwei Melonen. In Zusammenhang mit der im Schritt viel zu engen Jeans führt das dazu, dass er die Beine beim Sitzen minimal in einen 90°-Winkel-Position zusammenbringen kann. Darum benötigt er auch mindestens eine Sitzbank, meistens aber einen ganzen Vierer in der U-Bahn. Obwohl das ist eigentlich Sachlich falsch, denn einen schmalen Bereich darf das 16-jährige, überschminkte Mädel mit der Luftblase im Kopf einnehmen, dass der Brühwürfel-Proll und seine Freunde mit dem Angelsächsischen Titel für Schlampe anreden und das auch noch denkt, dass der große, harte Siegelring ein Zeichen der Liebe ist und dass sie es sicher verdient hat, wenn sie ihn aus nächster Nähe betrachten muss.
Diese Gattung tritt grundsätzlich im Rudel auf und spricht in einer kaum noch verständlichen Version der deutschen Sprache, die von den Worten "Alter", "Ey", "Bitch" usw. dominiert wird. Der Rest des Rudels verteilt sich, da ja im oben veschriebenen Vierer einfach zu wenig Platz ist auf die kompletten 16 Bänke der hinteren Zughälfte.Wo sie dann lautstark tiefgründige Diskussionen über die Liebesgewohnheiten der Mutter des anderen halten. Alte Damen und Herren, die es wagen auch nur daran zu denken sich in das Territorium dieser Alpha-Gattung zu wagen, darf sich im nettesten Fall zwar hinsetzen. In diesem Fall muss sich der Eindringling aber mit der Tatsache arrangieren, dass die primären Geschlechtsorgane des bereits sitzenden einfach ausreichend Platz benötigen und daher die Sitzposition nur minimal verändert werden kann.
Den Namen verdankt diese Art des Reisenden dem Umstand, dass das Rudel immer mindestens ein Handy Marke "superklein, superneu, supernervig" (Brühwürfel) dabei hat und grauenerregend kratzige Monomusik (zumeist mit selben Inhalten wie die Konversation) hört. Zu der Musik kann man stehen wie man will, aber in meiner Jugend hatten die Assis wenigstens noch Ghettoblaster. Das ist ein echter Rückschritt. Und, muss das denn sein?

*Die Ringelsocken-Trägerin*
Steigt man in den ICE bleiben die Brühwürfler zurück und man wagt sich in das Gebiet der nächsten Gattung von Reisendem. Diese vornehmlich weibliche Gattung ist mir wesentlich lieber muss ich hier sagen, denn man kann schonmal mit ihr ins Gespräch kommen. Ziemlich schnell stellt sich dann aber heraus, dass die Welt wirklich schlecht ist und die Ringelsocken-Trägerin das leider auch schon herausbekommen hat. Grundsätzlich ist alles was passiert falsch und kann auf eine ganz andere Art viel richtiger gemacht werden. Angefangen wird bei Politik und Weltgeschehen aber nichtmal die tägliche Ernährung des einzelnen ist vor ihr sicher. Nach kurzer Zeit weiß man dann, dass es so nicht weitergehen kann. Fleisch ist ungesund, Kleider von H&M werden von indischen Kindern gefertigt, morgendliches Kaffeetrinken bringt 200 afrikanischen Ureinwohnern den Tod. Man weiß, eigentlich darf ich morgens nicht aufstehen, denn damit mache ich die Welt wieder ein Stückchen schlechter und man beginnt darüber nachzudenken, wie man denn den Tag ohne Nahrungsaufnahme und WC-gang überstehen soll. Und wer hat eigentlich meinen Bettbezug hergestellt?
Hat diese Person Kinder dabei wird spätestens nach zwei Minuten klar, dass man sich nichtmal in das mitgebrachte Buch flüchten kann, denn erziehungtechnische Maßnahmen bedeuten eine Beschränkung des Potentials des zukünftigen Physikers für saubere Energien. Und wer schon einmal mit diesen "freien" Kindern gereist ist, weiß warum er sich mit dem Kinderkriegen noch zwei-drei Jahre Zeit lassen will.

*Der Vaterlandverteidiger*
...ist die dritte Person, die man eigentlich Grundsätzlich trifft. Meistens steigt er in Rudeln zwischen Kassel und Göttingen ein und könnte sich dank der hervorragenden Uniform in jedem Busch verstecken, wenn der Zug mal von Terroristen angehalten werden sollte. Sofort würde er sein Leben lassen, um die Welt ein bisschen besser zu machen und da hierzu innerhalb Deutschlands leider keine Chance besteht plant er schon den Zug in ferne Länder. Um optimal vorbereitet zu sein, kann er auch jedes Detail seines Gewehres auswendig und berichtet jedem der fragt oder auch nicht, wie super das G36 und seine verschiedenen Ausführungen sind. Sieht man ihn genauer an fragt man sich wirklich, ob es um unser Land so schlecht bestellt ist, das solche Leute die "Grenze verteidigen" müssen. Frauen sind grundsätzlich Spielzeuge und Gewehre sind viel "geiler". Bundeswehr ist das beste und nichts verspricht größere Freuden im Leben. Sie schließen ziemlich schnell Freundschaften, auch wenn man selber das eigentlich gar nicht möchte.
Wirklich interessant ist übrigens wenn der Verteidiger auf die Ringelsockenträgerin trifft. Dann werden interessante Fragen gestellt. Leider sind die Antworten des erstgenannten wesentlich unausgefallener und oft fragt man sich, ob der Diskussionsgegner überhaupt die Frage verstanden hat. Viele Fragen werden einfach mit einem "Nein, ich find das total geil. Mit dem Gewehr durch den Schlamm...und was für Chancen man da hat." geklärt.

*Der Zeitlose*
Um diese Mail nicht in ähnlich uferlose Regionen zu treiben wie die oben genannte Diskussion gehen wir mal zum letzten über. Dieser ist nicht ganz so auffällig und normalerweise gar nicht zu erkennen. Sobald aber auch nur das kleinste Problem mit der Reisezeit auftritt - und es reichen zwei Minuten - ist der Ofen aus. Er wird hektisch, ungehalten und aggressiv. Zunächst treten kleine Schweißperlchen auf seine Stirn, dann verändert sich die Hautfarbe von zartem rosig in hummerrot und plötzlich weiß man, warum der Mann kaum mehr ein Haar auf dem Kopf hat. Für ihn ist die Zugbegleiterin Satan. Und er verdeutlicht das auch sehr gut. Im Endeffekt kann ich ihn auch verstehen. Warum hat die Zugbegleiterin auch den Triebkopf beschädigt? Wieso hat sie ein Unwetter

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