Familienurlaub
von
Juuulie
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Familienurlaub
Sommer ´03, der heißeste Sommer seit langem. Wie jedes Jahr Urlaub mit Familie. Schwarzwald diesmal. Und vorher noch zur Impfung wegen Zeckengefahr. Das wenigstens gab es an der Nordsee nicht.
Nun also Schwarzwald. Ein Bauernhof, sicherlich ein tolles Erlebnis für die Kinder.
Die waren schließlich das wichtigste.
Solange die Kinder gesund und glücklich sind, bin ich es auch, betonte Wolfgang immer vor Bekannten. Und er hatte ja Recht.
Was sie ohne ihre Kinder wären? Wolfgang und Anette. Anette und Wolfgang. Ein Ehepaar um die dreißig. Ein schönes Paar, würde man sagen. Ein nettes Paar.
Ja, sie und Wolfgang harmonierten gut miteinander. Noch nie war es zwischen ihnen zu einem ernsthaften Streit gekommen. Sie waren ein perfektes Team. Und für beide stand die Familie immer an erster Stelle.
Was wären wir nur ohne unsere Kinder?, hatte Wolfgang mit stolz geschwellter Brust bei der Einschulung ihres ersten Sohnes gesagt.
Ja, sie waren gute Eltern. Sie achtete sehr auf die Ernährung und die Lebensmittel kamen aus dem Reformhaus oder vom Biobauern.
Wolfgang war Architekt. Ein erfolgreicher Architekt, in der Stadt recht bekannt. Doch ein Familienmensch.
Jedoch war sie es gewesen, die damals nach der Geburt ihrer Tochter für die Mutterrolle ihre Arbeit aufgegeben hatte.
Sie war Verkäuferin gewesen in einer Boutique in der Innenstadt. Die Mode schlicht, aber jung und edel.
Sie hatte in der Boutique während ihres Studiums als Aushilfe gearbeitet. Bald hatte sie das Studium aufgegeben und die Boutique zu ihrem Lebensmittelpunkt gemacht.
Und dann Wolfgang. Sie hatte ihn kennengelernt. Einen ehrgeizigen, jungen Architekten. Ob sie denn wisse wo in der Stadt ein Reisebüro sei.
Wisse er das denn nicht? Ach, er sei neu in der Stadt. Wolle eine Reise buchen. Eine Woche Rom für seine Mutter. Wie fürsorglich. Ein Familienmensch. Ein Reisebüro sei gleich in der nächsten Straße.
Wolfgang, immer elegant gekleidet. Sogleich hatte er Gefallen an ihrem Laden gefunden.
Ein hübsches Paar. Wolfgang mit seinem dunklen Teint und den schwarzen Augen. Wenn sie in seine Augen schaute, war es als könnte sie darin versinken. Als würden sie niemals aufhören.
Wolfgang, ein Gentleman. Nicht aufdringlich, immer höflich.
Frühling `95. Die Hochzeit. Kein großer Aufwand. Enge Freunde und Verwandte. Wolfgangs Mutter, sein Vater war schon früh an Krebs gestorben. Ihre Mutter hatte Tränen in den Augen. Ein schönes Paar. Sie ganz in weiß, er elegant im schwarzen Anzug mit Fliege.
Dann die erste Andeutung. Mehr Zeit für die Kinder. Die Boutique kein großer Gewinn. Das neue Architekturbüro. Viel Stress bei der Arbeit.
Urlaub im Schwarzwald. Würde es Kühe geben? Und Katzen? Aber sicher. Warum sie nicht ans Meer führen? Vielleicht in den Süden? Urlaub auf dem Bauernhof sei das beste für die Kinder.
Nein, Wolfgang konnte nicht mit den Kindern zum Arzt gehen. Zu viel zu tun im Büro. Ein neues Projekt in Aussicht, vielleicht könnte etwas daraus werden, und ja, die Kinder an erster Stelle aber sie sei doch Vollzeitmutter.
Ein heißer Sommer. Sie solle bloß Sonnencreme einpacken, Jonas habe schon immer sehr empfindliche Haut gehabt, anders als sein Vater.
Sie fuhren immer mit dem Auto in den Urlaub. Die Benzinpreise waren hoch, aber Wolfgangs Architekturbüro florierte und sie hatten keine Geldsorgen.
An Raststätten hielten sie nie. Die Reise war weit, über fünf Stunden Fahrt. Sie belegte den Kindern Brote mit Salami und Käse.
Sie hatte sich an ihre Mutterrolle gewöhnt. Es war ihr Lebensinhalt, ihre Aufgabe. Und sie hatte Ehrgeiz, wie ihr Mann. Sie war eine Managerin. Familienmanagerin.
Sie war stolz auf ihre Kinder, ihr Werk.
Das Auto hatte eine Klimaanlage, die jedoch kaputt war. Es war heiß, doch eher schwül. Wolfgang befürchtete ein späteres Gewitter und wollte sich beeilen, Barbara musste auf Toilette. Ein Ford überholte rechts und Wolfgang fluchte, was er selten tat. Der Ford habe bestimmt eine funktionierende Klimaanlage.
Sie beruhigte ihn, aber Barbara müsse ganz dringend eine Toilette aufsuchen.
Jonas schwitzte. Ob man nicht das Fenster öffnen könne?
Aber sie war besorgt, die Kinder könnten sich vom Durchzug verkühlen. Also besser schwitzen.
Wo denn jetzt die nächste Ausfahrt wäre?
Wozu eine Ausfahrt?
Das Kind müsse auf die Toilette!
Ach, wie konnte er das vergessen. Natürlich, dort war eine Raststätte.
Sie hielten, was sie selten taten, Jonas öffnete das Fenster, er solle bloß im Auto bleiben.
Wolfgang tankte das Auto voll. Das Benzin war teuer, aber sie hatten keine Geldsorgen. Das Auto war recht schmutzig. Man sollte es aussaugen.
Die Warteschlange vor den Toiletten war lang.
Ob man die Klimaanlage ausbessern lassen sollte?
Wolfgang holte den Sauger.
In den Toilettenräumen gab es keine Klimaanlage.
Sie betrachtete sich im Spiegel. Das Gesicht war rot, auf ihrem Top waren Schweißränder zu erkennen. Sie lächelte sich aufmunternd zu.
Die Kaugummis kosteten 79 Cent. Jonas bekam nicht viel Taschengeld. Er sollte früh lernen, mit Geld umzugehn.
Er hatte auch keine Playstation und keinen Gameboy. Blockflöte spielen wollte er nicht, aber Radfahren mochte er gerne. Leider konnte er nur freihändig fahren wenn seine Mutter wegsah. Sie war wirklich sehr ängstlich.
Er ging gern ins Schwimmbad. Aber seine Eltern hatten Angst, wenn er vom Dreier sprang. Er war doch noch so klein. Die anderen, die den Sprungturm hochkletterten, waren meistens schon mehrere Klassen höher und gaben mit ihren Sprüngen an. Manche kletterten auch wieder nach unten.
Jonas hatte einen Euro und vier Cent. Er könnte eine Bunte Tüte nehmen für einen Euro. Oder doch die Kaugummis. Er konnte sogar schon Blasen machen. Der Einzige in seiner Klasse. Seine Mutter kaute oft Kaugummis. Gegen den Mundgeruch. Aber nur Zahnpflegekaugummis und damit konnte man keine Blasen machen.
Wo denn der Junge wäre?
Auf den Toiletten wäre es fürchterlich überfüllt gewesen.
Ob sie den Jungen gesehen hätte?
Hatte sie nicht. Das Auto wäre aber sauber.
Sie kaute einen Kaugummi. Gegen Mundgeruch. Ob er auch einen wolle?
Nein, er mochte keine Zahnpflegekaugummis. Früher hatte er immer Blasen gemacht beim Kaugummi kauen. Aber mit Zahnpflegekaugummis ging das nicht.
Das wären 79 Cent, bitte schön.
Vielen Dank.
Jonas drehtet sich um und sah seinen Vater in der Tür. Sie schrie im Hintergrund.
Wolfgang war nicht böse. Kaugummiblasen machen sei eine Kunst.
Sie verstand nichts von dieser Kunst. Die Kinder anständig erziehen. Keinen Unsinn.
Er war guter Laune. Ferien. Urlaub mit Familie. Ein Familienmensch.
Sie hatte immer Urlaub.
Jonas war guter Laune. Keine Schule. Und Blasenkaugummis. Ob er Hausaufgaben aufhätte?
Aber es seien doch Ferien.
Ach richtig. Aber für sie war es nicht anders als sonst. Sie kaute Zahnpflegekaugummis.
Es war schwül im Auto.
Warum die Klimaanlage kaputt gegangen wäre?
Er wisse es nicht. Es war doch seit dem letzten Geschäftsausflug.
Was er denn da gemacht hätte?
Sie
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Kommentare
Anita schrieb am 2007-03-15 11:09:16:
Ich fand die Geschichte ganz ok aber die Überschrieft passte nicht zum Text.
Es ging fast nur um Kaugummis. Sonst war eingentlich alles super.
Denise schrieb am 2007-03-15 10:43:49:
Ich finde die Geschichte eigentlich ganz ok aber dir Überschrift passt nicht ganz..Es geht hauptsächlich um Kaugummis..
Aber sonst war sie ganz gut..
Der Autor hätte nicht so viel über Kaugummis schreiben sollen..!
Petersen schrieb am 2007-03-15 06:38:33:
Eine sehr schöne Geschichte, ich fand sie anschaulich und es hat sich ein guter Lesefluss eingestellt.
Sparchlich 1a!
cryptic misery schrieb am 2007-03-13 19:48:42:
Wow, eigentlich lese ich ja nicht die Geschichten die lnger als eine Seite sind, aber diese war echt super. Interessanter Schreibstil. Respekt.
Lg
Cryptic misery
philly schrieb am 2007-03-10 21:59:15:
hi,
ein netter ansatz. nicht mehr. eher weniger.
stilistisch finde ich den text ungenügend und schwankend. die halbsätze sind eine katastrophe. sicher, das ist umgangssprache, und ich tippe auch coming-of-age sachen, aber für ein wenig grammatik sollte sich ein schreiber nie zu schade sein.
dazu ist der text unstrukturiert und belanglos und stellt an sich auch keine großen anforderungen.
"Die Mode schlicht, aber jung und edel. "
das soll hier stellvertretend für vieles andere stehen.
ist nicht böse gemeint und ich bin sicher, du kannst es besser, man merkt, dass du noch nicht viel erfahrung hast, was ja nichts schlimmes ist, aber der text macht nicht den eindruck, als würde sein verfasser besonders viel lesen.
ich bin sicher, du kannst nur besser werden.
viel spaß weiterhin
ciao
philly
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