Farrfest
von
Ike Lepi
1
Farrfest
Wie jedes Jahr is bei uns inne Gemeinde Farrest, wo meine Alte und ich immer hingehen. Nich dat wir irgend wat mit de Kirche am Hut haben, ich mein, dat wir so streng katolisch oder efangelisch sind, ne dat sind wir nicht. Obwohl, wir glauben natürlich anne liebe Gott.
Aber wir gehen nich inne Kirche. Aber beim Farrfest sind wir imma dabei.
Wenn wir dann da sind, dann gehen wir imma zuerst zum Friedhelm. Dat is nämlich der Obergrillmeister vom einzigen Grill auffem Kirchplatz. Und genau so fühlt der sich auch. Da kommt imma seine Bundeswehrzeit `raus. Der war nämlich Oberfeldwebel, also die Mutter der Kompanie. Wer sich bei dem nich in Reih und Glied aufstellt, der kriegt keine Wurst. Und wer mäckert, der muß froh sein, daß er nicht in die Arrestzelle, dat is nämlich die Sakristai, wandert.
Wenn wir dann unsere Wurst aufhabn, dann gehen wir imma zur Bierbude. Und da trifft man dann imma Hinz und Kunz und kommt so inne Gespräch über Gott und die Welt.
Da war zum Beispiel der Lothar. Zur Zeit is der Teppichhändler ohne festen Wohnsitz. Nich dat se denken, der kann dafür was. Dat waren halt die Umstände, so wie er sagt. Zuers schmeißt ihn seine Alte `raus, weil sie fremd gegeangen is mit dem Anlageberater. Schuld is natürlich er, weil er jeden Tag von 7 bis 18 Uhr nicht für ihr da war. Er mußte nämlich auffen Pütt malochen.
Dann kommt es noch dicker. Der Pütt macht dicht und Lothar muß umschulen zum Programmierer, watt ihm nun garnich liegt. Er denkt sich, watt soll der Scheiss und schmeist hin.
Und jetzt kommt seine Glückssträhne! Um 3 Uhr nachts beim Kalle inne Kneipe lernt er Achmed kennen. Sein Auftreten und sein Aussehen impuniert Lothar enorm. Überall Goldkettchen und zwei Mädels ummen Hals, und dat als Teppichhändler.
Und nun beschließt Lothar ihm gleichzutun.
Und nun is Lothar ebend Teppichhändler ohne festen Wohnsitz. Nur das Lothar keine Goldkettchen und Mädels hat.
Da kann ich nur froh sein, daß ich en geregelten Tschopp nachgehe. Ich bin nämlich Hausmeister für 4 Häuser in unsre Siedlung. Wenn nur nich die alte Kowalski wär hätt ich Ruhe. Aber die ruft ja wegen allen Scheiß an und ich muß dann von mein Sofa. Die anderen hab ich ja alle in Griff, nachdem ich jedem einzelnen, unter vier Augen selbstverständlich, klar gemacht habe, watt passiert, wenn se datt Maul aufmachen. Aber die Kowalski kann ich nicht damit kommen. Die is schon 98 und freut sich auffen lieben Gott.
Nun bin ich ganz ab gekommen von Lothar. Ich gib ihm noch en Pilz aus und dann geh ich mit mei Gertrud nach Hause vonnem Farrfest.
Übrigens, mei Gertrud fand den Abend garnich so gut. Typisch, spricht man einmal über die Weltpolitik, dann schalten die Frauen ab. Die kennen halt nur ihre Kochtöppe. Auf jeden Fall sind wir nächstes Mal wieder dabei. Vielleicht treff ich dann einmal den Pfarrer.
1
Kommentare
Leanyka schrieb am 2006-04-17 14:43:06:
Naja, wie soll ich es sagen, die Geschichte an sich nicht gerade spannend oder unterhaltsam geschrieben. Ist
das umgangsasprachlich Geschriebene Bestandteil des Humors? Wenn ja finde ich das nicht gerade gut, weil es
sich einfach schrecklich liest wenn geschrieben wie gesprochen wird (Ist vielleicht auch Geschmackssache)
Lieben Gruß
Leanyka
Kommentar hinzufügen