Feind oder Freund
von
lulu
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Feind oder Freund
Es war heiss und schwül in Sapporo, eine der fünf grössten Städte
Japans. Sonia bekam fast einen Hitzeschlag als sie aus dem Flugzeug
stieg.Das war also Japan. Hier würde sie 3-4 Jahre aufs Internat
gehen. Ein Internat mit Japanern, Deutschen und einigen wenigen
Schweizern. Sie war nicht gerade erfreut über diese Aussicht.
Vor allem weil einer ihrer grossen Brüder dort ein recht grosses Chaos hinterlassen hatte. Insgesamt hatte sie zwei ältere Brüder, die zwei waren Zwillinge. Einer war mit einem Messer auf einen Japaner losgegangen. Sie würde bei den Japanern wahrscheinlich nicht so gut ankommen. Diesen Brief schrieb sie ihren deutschen Mitschülern.
Hi, ich heisse Sonia und werde ab den Herbstferien bei euch in die Schule gehen.Das sind ein paar Details zu mir: Ich bin 14 Jahre alt.
Ich liebe es in unbekannte Länder zu Reisen.Ich probiere auch gerne neue Sachen aus.Was ich jedoch nicht mag ist herumgeschupft zu werden oder wenn jemand mobbing betreibt,finde ich das einfach nur gemein.Meine Lieblingstiere sind Geparden ,weil sie schnell und elegant sind.Ich hoffe das wir uns gut verstehen.
Liebe Grüsse
Sonia
„Das ist also Japan.“, dachte ich.Robin hat also nicht übertrieben als er sagte, dass es hier sehr heiss und schwül ist.Inzischen bin ich an der Gepäckausgabe angekommen. Drei Koffer sind eigentlich wenig, aber es werden ja noch zwei Koffer nachgeschickt. Den iPod, das Portemonee, den Ausweis, etc. und die Adresse des Internates hatte ich ordentlich in meine Handtasche verstaut. Zum Internat musste ich ein Taxi nehmen denn die Anreise musste man selber organisieren. Meine drei Koffer hatte ich jetzt endlich zusammen. „Also auf zum Ausgang und ein Taxi anhalten.“, nichts leichter als das! Ich brauchte eine halbe Ewigkeit bis ich den Ausgang erreichte.Was mich dahinter erwartete, erstaunte mich.
Eine kleine Gruppe jugendlicher Deutscher, bestehend aus zwei Mädchen und zwei Jungs, standen mit einem grossen Schild in der Mitte der Eingangshalle. Auf dem Schild stand in riesengrosser Schrift
„Willkommen in Japan Sonia“
Drei Minuten stand ich einfach da und war erstaunt.
Dann begab ich mich in normalem Tempo zu den vier, die mich jetzt entdeckt hatten. Einer der Jungs, anscheinend der Anführer, kam mir lächelnd entgegen. Die anderen folgten ihm. „Hallo, ich heisse Mark, du bist Sonia stimmts?“, sagte er. Mehr als ein hilfloses Nicken brachte ich im Moment jedoch nicht zustande. „Das sind Nina, Tanja und Nico.Wir sind sozusagen dein Empfangskomitee. Ich bin der Anführer der Deutschsprechenden im Internat.Falls du mal ein Problem hast komm einfach zu mir, okay? Jetzt sollten wir aber los, die anderen warten schon ungeduldig im Internat. Komm, ich nehme dir deine Koffer ab. Nico hilfst du mir bitte.“Die zwei Jungs drehten sich mit den Koffern ab und liefen auf einen Minivan zu. Die zwei Mädchen hakten sich sofort links und rechts bei mir ein. Rechts von mir Nina, links Tanja. „Wir sind deine Zimmergenossinen“, sagten beide fast gleichzeitig. „Kaffeekränzchen könnt ihr auch im Auto halten, wir müssen los sonst ist der Rektor wieder stinksauer.“, rief uns Mark zu. Als wir im Auto sassen bestürmten mich die vier mit Fragen. Was meine Lieblinsfarbe sei,welches Essen mir am besten schmecke und so weiter. Da wir einen Fahrer oder Chauffeur hatten, konnten mich alle ausfragen. Nach zwei Stunden Autofahrt kamen wir endlich an. Mark hatte mich aufgeklärt, dass die Japaner mit uns Schule hatten, ausgenommen zwei Stunden, wo wir Japanisch lernten und sie Deutsch. „Zum Glück habe ich extra einen Japanisch Kurs belegt.“ Alle lachten schallend, ich inbegriffen.
Das Internat hatte eine schöne Lage. Es stand auf einem hohen Hügel und war von Bäumen umgeben. Es hatte auch einen riesigen Garten. Tanja und Nina zeigten mir unser Zimmer. Es war wunderschön, denn es hatte ganz viele Fenster, die das Zimmer mit Sonnenlicht fluteten. Sie halfen mir beim Auspacken und zeigten mir zusammen mit Mark und Nico das Internat. Selten kamen wir an Japanern vorbei und genauso selten an Deutschen. Nach einer Weile fragte ich sie, warum wir so wenigen Leuten begegneten. Sie erklärten mir, dass wir jetzt eigentlich japanisch hätten, sie aber eine Erlaubnis bekommen hätten mir erst das Internat zu zeigen, womit der Rektor einverstanden gewesen wäre.
Daraus schlussfolgerte ich, dass die Japaner jetzt Deutsch hatten. Ich hatte Recht. Die vier zeigten mir alles vom Keller bis zum Dachboden, erklärten mir wo ich hinmusste und wo ich mich besser nicht aufhielt. Ich merkte bald, dass es eine strenge Grenze zwischen Japanern und Deutschen gab. Ich teilte ihnen meine Entdeckung mit. Mark bestätigte es mir. „Seitdem dein Bruder auf den Anführer der Japaner losgegangen ist, leben wir in Feindschaft, aber vorher war es nicht sehr viel besser. Sie haben deinen Bruder auch echt mies behandelt. Es ist nicht seine Schuld, Sonia.“ Den Anführer der Japaner, au du scheisse.
Aber ich verstehe die Geschichte einfach nicht ganz. Robin ist nämlich eigentlich gar nicht gewalttätig. Kann mir das jemand von euch erklären?“, fragte ich. Mark wusste davon aber nicht sehr viel. Nico, der bis jetzt noch nicht häufig den Mund aufgemacht hatte, war der beste Freund von Robin gewesen und erzählte mir die Geschichte von A bis Z.Nach der Geschichte verstand ich meinen Bruder besser. Zum Abendessen gingen wir in die Mensa, in der es alles Mögliche gab. Dort begegnete ich zum ersten Mal meinen anderen Mitschülern.Die Deutschen nahmen mich alle freundlich auf. Aber die Japaner warfen mir wütend funkelnde Blicke zu. Nur in einem Blick lag Freundlichkeit und Neugier. „Mark, wer ist das dort, der mich nicht so böse anschaut wie die anderen?“, fragte ich Mark. Mark drehte sich verwundert in die Richtung in die ich zeigte. Als er sah wen ich meinte, trat ein verwunderter Ausdruck in sein Gesicht. „Mark?“ „Das ist der Anführer der Japaner.“, flüsterte er mir zu. „Du meinst der, den mein Bruder …“ „Ja, genau der“, unterbrach er mich.Ich sah mir den Jungen genauer an. Er sah echt süss aus, dass musste man ihm lassen. Ich schlug ihn mir schnell aus dem Kopf. Wahrscheinlich hatte er schon eine Freundin und ausserdem war er mein Feind, oder…?
Nach dem Essen in unserem Zimmer, fragte ich Tanja und Nina, was mein Bruder für eine Position gehabt hatte. Ich fand heraus, dass er der Anführer der Deutschen gewesen war.
Die erste Woche verlief ruhig. Auch die Japaner beruhigten sich. Am Mittwoch der zweiten Woche, hatte ich etwas vergessen und fragte Nina über meinen Rücken, wo mein Heft sein könnte. Ich schaute nicht nach vorn und stiess plötzlich mit jemandem zusammen. Nina war so bleich wie ein Gespenst geworden.
„Entschuldigung, das wollte…das wollte ich nicht.“, stammelte ich, als ich erkannte, das ich Jiro, den Anführer der Japaner vor mir stehen hatte. Ich erwartete, dass er mich ausschimpfen würde, aber die Samtweiche Stimme mit der er sprach, erstaunte mich. „Das macht doch nichts.“, sagte er
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