Ferien auf dem Bauernhof
von
sunshine
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Jacob lebt mit seinen Eltern und seiner kleinen Schwester Clara in einem Hochhaus mitten in Berlin. Die letzten Ferientage sollte er bei seinem Onkel Fips verbringen. Eigentlich hieß er Philipp, aber alle rufen ihn nur Fips. Onkel Fips wohnt auf dem Land außerhalb der großen Stadt. Er hat einen kleinen Bauernhof und hier sollte sich Jacob die restlichen Tage erholen.
Am frühen Morgen fuhr Jacob mit seinem Vater hinaus aufs Land. „Iiiihhhhh, wie riecht es denn hier?“ Jacob kniff mit 2 Fingern seine Nase zu.
„Das hält ja keiner aus!“, schrie er.
Endlich auf dem Bauernhof angekommen, klopfte ihm Onkel Fips auf die Schulter: „Keine Angst Jacob, das wirst du nicht lange riechen! Du wirst staunen, was es hier alles zu entdecken gibt!“, fügte Onkel Fips hinzu. Na ja, so richtig cool fand Jacob es auf dem Land nicht. Er wäre jetzt viel lieber in Berlin bei seinen Freunden.
Jacob blickte sich um und drehte sich im Kreis. Da, das große Scheunentor stand offen. Mal sehen, was darin versteckt war. Jacob schlich sich in Richtung Scheune und huschte durch den schmalen Spalt hinein. Hui, hier war alles voller Stroh, bis fast unters Dach. Er holte Anlauf und hopste hinein. Das war gar nicht übel, dachte er. Das Stroh hat nicht einmal gepiekt, sondern es war richtig weich. Er kletterte auf die großen Strohballen und ließ sich hinunter kullern. Einfach klasse! Der kleine Junge baute sich ein kuscheliges Lager und wollte es sich darin gerade gemütlich machen, als es über ihm heftig anfing zu gackern. Erschrocken sprang Jacob von seinem Lager auf und sah hinauf auf die Strohballen. Aber er konnte nichts erkennen. Plötzlich flog eine Henne zu ihm herunter. Jacob war so erschrocken, dass er sich unfreiwillig auf den Hosenboden setzte.
Onkel Fips, der das Treiben am Scheunentor beobachtet hatte, meinte zu seinem Neffen:
„Jacob, klettere schnell hinauf, die Henne hat ein Ei gelegt!“ Eilig stieg der Junge hinauf und tatsächlich, er fand ein Ei. Behutsam hob er es auf. Es war noch ganz warm.
Nach seinem legendären Fund ging Jacob weiter auf Entdeckungsreise.
Er gelangte in die Stallungen. Hier lebten Schweine und Kühe. Doch der Gestank war kaum auszuhalten. Das ist also die berühmte Landluft, dachte Jacob. Pfui! Aus der Ferne sah er viele kleine Ferkel. „Oh, wie niedlich!“, rief er. Schnell ging er zu der Box.
Sechs kleine Ferkel grunzten vergnügt und eines sah Jacob an, als wolle es sagen: „Hallo Stadtmensch, ich heiße Max und das sind meine Brüder und Schwestern. Komm doch in die Box und spiel mit uns!“
Jacob jedoch bekam keine Luft mehr und so rannte er schnell zurück ins Freie um tief durchzuatmen. Onkel Fips vergrub seine Hände in den Hosentaschen und schmunzelte nur.
Plötzlich rief Tante Emma: „Hallo ihr beiden, das Mittagessen ist fertig!“ Hunger hatte Jacob schon und am liebsten würde er jetzt eine Riesenportion Pommes rot-weiß verdrücken. Tante Emma war eine hübsche Frau, gar nicht so, wie man sich eine Bauersfrau vorstellte. In der Kittelschürze, den knallgelben Gummistiefeln und dem bunten Kopftuch sah sie richtig lustig aus.
Auf dem Küchentisch dampften frische Pellkartoffeln, eine Schüssel mit Gurkensalat stand bereit, und auf dem Herd brutzelten die Spiegeleier. War da etwa das Ei dabei, welches Jacob heute Morgen in der Scheune gefunden hatte? Es schmeckte lecker. Tante Emma war eine gute Köchin. Bestimmt machte die frische Landluft so großen Appetit. Zu Hause in Berlin hatte er oft Mühe seinen Teller ordentlich abzuessen. Nicht einmal einen ganzen Döner schaffte er.
Nach dem köstlichen Hauptgang hatte Jacob plötzlich Heißhunger auf Kompott. Aber auf dem Tisch standen keine Schälchen.
Gab es hier so etwas nicht, schoss es dem Jungen durch den Kopf. Dann meinte seine Tante: „Jacob, dein Dessert kannst du dir selbst pflücken, wenn du möchtest! Hinter dem Haus steht ein riesiger Pflaumenbaum!“
Au ja, frische Pflaumen. Das wäre jetzt der krönende Abschluss. Schnell sprang Jacob auf und rannte hinter das Haus.
Da stand er wirklich. Ein großer Pflaumenbaum und die Äste hingen voll mit der leckeren Frucht. Aber um die Pflaumen pflücken zu können, benötigte er eine Leiter oder er musste auf den Baum klettern. Jacob war zu klein, um ohne Hilfe an das schmackhafte Obst zu gelangen. Er entschied sich für die Variante, auf den Baum zu klettern. Als er fest in einer Astgabel saß, ließ er es sich schmecken. Die Maden in den Pflaumen übersah er und schluckte diese mit hinunter.
Am Abend plagten Jacob heftige Bauchschmerzen. Er hatte einfach zu viele Pflaumen gegessen. Er lag in einem Bett und Tante Emma brachte ihm eine Wärmflasche. Das tat gut.
Am nächsten Morgen, ganz frühzeitig wurde Jacob durch ein fürchterliches Krächzen geweckt: „Kikeriki, Kikeriki!“
„Ruhe, du blöder Hahn!“, rief der Junge aus seinem Fenster. Er zog sich noch einmal die Decke über den Kopf und versuchte, seinen schönen Traum wieder zu finden. Vergebens. Mittlerweile kitzelte ihn Frau Sonne im Gesicht. Das war ja nicht auszuhalten. Also sprang Jacob aus dem Bett, schlüpfte in seine Spiderman-Gummistiefel und schlich sich aus dem Haus. Er wollte zum Kuhstall, um etwas Milch zuholen. Aus der Küche hatte er sich extra einen Topf mitgenommen.
Im Kuhstall angekommen, begrüßten ihn die 8 Kühe mit einem lauten „Muh!“ Jetzt musste er sich überlegen, wie er am besten an die Milch gelangt. Jacob hatte sich von hinten an die Kuh „Else“ herangepirscht.
Den Topf platzierte er unter dem Euter und zog dann mit seinen kleinen, kalten Fingern an einer Zitze. „Muh!“ Nichts, kein Tropfen Milch war zu sehen. Verflixt noch mal, das kann doch nicht so schwer sein. Wieder zog er an einer Zitze. Nichts.
„Du blöde, olle Kuh!“, schimpfte Jacob.
„Alles Mist hier! Ich wollte doch nur Tante Emma und Onkel Fips eine Freude bereiten!“ Dann spürte er eine Hand auf seiner Schulter. Erschrocken drehte sich Jacob um. Gott sei Dank, es war nur Onkel Fips.
„Na kleiner Mann, kann ich dir irgendwie helfen?“, fragte er mit einem Schmunzeln im Gesicht.
„Nö“, antwortete Jacob trotzig.
„Melken will gelernt sein, Jacob!“, sagte sein Onkel.
„Schau her, ich zeige Dir wie es geht!“
Gespannt beobachtete der Junge seinen Onkel, mit welchen eleganten Bewegungen er aus dem Euter die Milch hervor zauberte. Prima!
So langsam bekam Jacob Hunger und er freute sich auf sein Frühstück. Doch Onkel Fips hatte andere Pläne mit seinem kleinen Gast.
„Komm Jacob, wir fahren mit dem Traktor hinaus aufs Feld zur Kartoffelernte!“, rief er über den Hof.
„Wir nehmen unser Frühstück mit, das wird dir ganz bestimmt gefallen!“ Nach einer kurzen Zeit trafen sich die beiden am Traktor.
Was für große Räder das Ungetüm hatte, staunte Jacob. Wie soll ich denn da hinauf kommen? Onkel Fips half ihm, den Traktor zu besteigen. Dann fuhren sie gemeinsam hinaus aufs Feld.
Hier angekommen, breitete Onkel Fips eine Decke aus und legte darauf die belegten Brote, die seine Frau vorbereitet hatte. Frischer Schinken aus der Räucherkammer!
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Kommentare
antonia gradel schrieb am 2010-03-13 11:15:43:
ganz ok!
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