Geschichte einsenden Links & Rings AGBs Impressum
Kategorieauswahl
Wir freuen uns über jeden Autor, der hier auf Storyparadies.de seine Geschichten veröffentlichen möchte.Da jeder Autor Feedback braucht, sind Kommentare, solange es sich um konstruktive Kritik handelt, möglich und auch ausdrücklich erwünscht. Bitte verwenden Sie zur Einsendung der Geschichten und Kommentare unser Formular und beachten Sie dabei unsere Regeln.
Suche


Kategorien > Kinder Geschichten > Fabel & Märchen

Feuergnome

von Knight of the pen

1

Ich will dir eine Geschichte erzählen, aus alten Tagen, lang vor deiner Geburt. Eine Geschichte über Wesen, die in jedem Haus gelebt haben. Früher, vor langer Zeit, als in jedem Haus und jeder Stube ein Ofen stand und der Herd mit Holz beheizt wurde, glaubten die Menschen noch an die Feuergnome.

Feuergnome sind seltsame, kleine Wesen, nicht größer als deine Faust. Ihre Haut ist orange oder rot und das Haar steht ihnen nach allen Seiten hin ab, wie die Flammen des Feuers, ihrer Heimat. Sie haben große, runde Augen und kleine Kubbelnasen. Normalerweise sieht man die Feuergnome nicht, denn sie leben tatsächlich im Feuer selbst, zwischen den Flammen, wo man sie ihrer roten Haut und der flammigen Haare wegen gar nicht finden kann. Woanders wäre es ihnen viel zu kalt.

Die Menschen früher glaubten, man dürfe die Feuergnome nicht verärgern und müsse immer gut zu ihnen sein. Wenn Holz oder Kohle nachgeworfen wurde, so erklärten die Menschen mit lauter Stimme, dass sie nun nachheizen müssten. Sie taten das, um den Feuergnomen zu sagen, dass es jetzt an der Zeit war, sich in eine Ecke des Ofens zu verkriechen, damit sie nicht unglücklicherweise von einem Stück Kohle erschlagen oder einem Holzblock zerdrückt wurden.
Auch musste man die Türe immer gut schließen, da Feuergnome sehr neugierige, kleine Wesen sind. Ist die Tür offen, so steckten sie ihre kleinen Knubbelnäschen hinaus um einen Blick auf die Außenwelt zu erhaschen, aus der gemütlichen Hitze des Ofens. Dabei passiert es schnell, dass die kleinen Feuergnome sich gegenseitig anstupsen und Eiderdaus, fällt einer von ihnen hinaus.

Da nun aber die Feuergnome ihr ganzes Leben zwischen den Flammen hausen, ist auch ihr Körper sehr heiß, so wie das Feuer und wenn sie dann auf den trockenen Holzboden fallen, kann es passieren, dass der Boden anfängt zu brennen. Da die Feuergnome so klein sind, fällt es ihnen schwer, wieder in den Ofen zu klettern, wo sie doch am liebsten wären, und wie der Feuergnom herumläuft und versucht, wieder zu den anderen zu gelangen, steht bald das ganze Haus in Flammen. Du siehst also, die Tür am Ofen musste immer fest verschlossen sein.

Feuergnome spielen gerne im Feuer. Sie zerren die Holzstücke näher an die Flammen, springen darauf herum, hopsen munter durch den Ofen. Nirgendwo gibt es ein Feuer ohne die kleinen Wesen. Und wenn man sich mit ihnen anfreunde, wer weiß, vielleicht sorgen sie dann auch dafür, dass das Feuer nicht ganz so schnell ausgeht. Auf jeden Fall sind sie immer da, wo ein Feuer brennt, zu finden und gewiss sollte man sie mit Respekt behandeln.

Woher sie kommen, wenn jemand ein Feuer entzündet, das weiß ich nicht. Auch kann ich nicht berichten, ob die Feuergnome sterben, wenn das Feuer verlöscht, oder ob sie sich schlafen legen, in der warmen Asche und darauf warten, dass man ihnen wieder ein Feuer entzündet. Das, so fürchte ich, wird immer das Geheimnis dieser kleinen Wesen bleiben. Vor allem, weil die Menschen sie vergessen.

Aber wenn du das nächste Mal vor einem Feuer sitzt, beobachte es doch einmal und versuche, die kleinen Feuergnome zu erkennen. Aber Vorsicht! Geh nicht zu nah an das Feuer heran, denn wie ich schon berichtet habe, sind Feuergnome neugierig und sie könnten vor lauter Neugierde auf deine Hose plumpsen oder sich an deinen Haaren festhalten und das wäre ziemlich heiß.

Und falls du jetzt vorhast, dich vor eine Kerze zu setzen, so kann ich dir sagen, dass es keinen Sinn macht, denn in diesen kleinen Flammen leben keine Feuergnome. Dort findest du die blaue Flammenfee, doch das ist eine andere Geschichte und die will ich dir ein andermal erzählen.

1

Kommentare

Katria schrieb am 2008-10-11 17:00:54:
Och, die ist ja putzig, die Geschichte. Wirklich süß und doch lehrhaft, ohne oberbelehrend zu wirken.
Dorilys schrieb am 2008-10-08 14:37:26:
Hallo, die Geschichte hat mir gut gefallen (obwohl ich schon 33 bin). Du hast das Flair einer Märchengeschichte gut eingefangen. Auch die Lehrfunktion eines Märchens (hüte dich vor Feuer) ist gut und unauffällig herübergekommen. Das einzige, was mich doch etwas irritiert hat, ist der gelegentlich auftretende Wechsel zwischen den Zeitformen: "Ist die Tür offen, so steckten sie ..." Ich persönlich hätte es als angenehmer empfunden zu lesen: "Ist die Tür offen, so stecken sie..."
Eine wirklich schöne Geschichte.

Kommentar hinzufügen



Aufgrund des extremen Mißbrauchs der Kommentarfunktion sind wir leider gezwungen, die Kommentare ab sofort redaktionell zu überprüfen. Wir bitten um Ihr Verständnis.