Feuerliebe
von
Liv
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Feuerliebe
Trübes Licht drang durch das nasse Blätterdach und der Wald lag still da. Nur das leise Tröpfeln der Regentropfen, die auf den Boden fielen, war zu hören. Sonst war alles ruhig. Alle Tiere hatten sich verkrochen um sich vor der nassen Kälte zu schützen. Nur sie war noch hier. Mit erhobenem Kopf blickte sie durch die Lücken des Blätterdachs den grauen Wolken entgegen. Diese spiegelten ihre Gefühle wieder, als hätte das Wetter sich nach ihr gerichtet.
Immer wieder tauchte sein Gesicht vor ihr auf. Ein Wunderschönes, mit feurigen Augen und pechschwarzen Haaren. Die Augen durchbohrten sie, wie bei seinem letzten Blick und der Schmerz lag in ihnen. Eine Träne rann ihr über die nassen Backen. Benetzten ihre wunderschön gebogenen blutroten Lippen. Weshalb musste es so sein? fragte sie sich, wie schon so oft. Die Fee faltete ihre Flügel hinter sich zusammen, ganz nah an ihren Körper, als wolle sie, dass die Flügel verschwinden.
Nein, sie wollte keine Fee mehr sein, wenn das bedeutete, dass sie ihn, ihre große Liebe, nie mehr sehen dürfte. Er war nicht böse, wie die anderen Feen glaubten. Nur weil er in sich das wilde Feuer trug, war er nicht gleich gefährlich. Sie wusste, dass er das Feuer in sich unter Kontrolle hatte. Nie würde er sie verletzen, oder die anderen Feen oder gar ihren geliebten Wald. Das hatte die Fee in seinen Augen gesehen. Aber die anderen konnten sie nicht verstehen. Sie fürchteten das Feuer viel zu sehr und hatten nie diese Wärme gespürte, die er verströmte. Nur sie hatte je das alles gesehen und gefühlt. Durch ihn hatte sie gelernt, dass das Feuer ein wichtiger Teil des Lebens war. Sie konnte nicht mehr ohne ihn Leben.
Doch die anderen Feen konnten sie nicht verstehen und deshalb würden sie ihn töten. Bald.
Und er würde sich nicht dagegen wehren, denn auch er glaubte gefährlich zu sein. Er hatte Angst sie zu töten, aber das war dumm von ihm. Er war nicht gefährlich und selbst wenn, dann würde sie das Risiko eingehen. Sie atmete tief die kühle Morgenluft ein.
Plötzlich rannte sie, schneller als der Wind und geschmeidiger als jedes Raubtier durch den dichten Wald. Sie musste ihn retten, war ihr einziger Gedanke.
Sie schlängelte sich elegant zwischen den vielen Bäumen hindurch einem Licht entgegen. Dort war er, auf der Lichtung. Immer schneller trugen sie ihre Füße voran und alles in ihr zitterte vor Angst. Würde sie zu spät kommen?
Mit einem mächtigen Satz landete sie auf der Lichtung. Der Regen hatte zugenommen und prasselten jetzt stark auf sie herab. Aber das war ihr gleich. Ihr Blick heftete sich sofort auf die feurigen Augen von ihm. Er kniete am Boden und sein nasses Haar fiel ihm in Strähnen in sein Gesicht.
Als er sie erblickte loderte sein Blick auf und in ihm konnte sie die unbändige Liebe sehen.
Langsam wandte sie den Blick ab und bemerkte um sich herum die anderen Feen. Es hatten sich wahrhaftig alle versammelt. Sie erschauderte. Wie sollte sie ihn den retten können? Er war mit Wurzeln gefesselt und konnte sich nicht rühren.
„Was willst du hier?“, fragte eine Fee und funkelte sie drohend an.
„Meinen Liebsten!“, flüsterte sie.
Blitzschnell schoss sie vor, ein knacksen und die Wurzeln waren zerrissen. Dann breitete sie die Flügel aus und flog gen Himmel. Ihn in den Armen.
„ Ich liebe dich.“, flüsterte sie, während sie immer weiter flog. Jetzt war ihr alles gleich. Sie war bei ihm und nur das zählte.
Er erwiderte nichts, doch dann küsste er sie. Seine heißen Lippen legten sich auf ihre und sie spürte seinen Feueratem, den sie so liebte. Dieses wilde, ungezähmte und so wärmende. Ein Lichtstrahl schoss durch die graue Wolkendecke und erhellte die beiden, die ihrer Freiheit entgegen flogen.
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Kommentare
Liv schrieb am 2008-10-08 20:31:21:
Danke für eure Kommentare. An deine Frage Snowlight. Es ist nur eine kleine Kurzgeschichte von mir. Das Ende musst du dir selbst ausdenken. Aber ich bin an einer anderen Geschichte dran, die länger ist.
Snowlight schrieb am 2008-10-03 18:16:33:
Also ich finde das einfach nur toll was du da geschrieben hast!
Du hast alles sehr schön beschrieben und auch die Liebe zwischen den beiden hervor gebracht(ich liebe immer sowas zu lesen,da ich eher ein kitschiger Typ bin^^).
Jetzt habe ich nur noch eine Frage:Geht es noch weiter? ;)
Milly schrieb am 2008-10-01 11:07:25:
Sehr schön geschrieben!
Zum Träumen!
Bine schrieb am 2008-09-29 22:45:24:
Die Geschichte ist echt schön. Nicht außergewöhnmlich, aber gut und angenehm zu lesen. Im ersten Moment hat sie mich vom Stil und anfangs auch vom Inahlt an ein eigenes Werk ("Der Spaziergang", auch hier veröffentlicht) erinnert.
Mach weiter so =)
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