Feuermal (Kapitel 1)
von
Löwenkind
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Kapitel 1: Aibarsha
Markos Jeep ratterte über den Schotterweg als ich es sah: So weit außerhalb des Dorfes stand unser neues Haus. Die Fensterläden waren geschlossen und das Gras wucherte bereits über den kleinen Weg zur Veranda. Hier würde ich ab jetzt wohnen. Als Marko meinen Seufzer hörte, drehte er sich zu mir um und lächelte Mittleidig: "Du weist, was sie gesagt hat: ein bisschen Abstand währe jetzt gut für dich." Ja, ich wusste was die Therapeutin gesagt hatte. Der Gedanke versetzte mir einen Stich.
Zwei Monate war das große Unglück jetzt schon her. Das Unglück in dem ich meine Eltern, meine Katze und mein Zuhause verloren hatte. Ich biss mir auf die Lippe damit sie nicht zu zittern anfing.
Ich war damals bei einer Freundin gewesen, als ein Polizist zu ihr nach Hause kam und mir die Nachricht überbrachte, die mein Leben für immer verändern sollte. Als man mir das Haus zeigte, war ich zusammengebrochen und hatte angefangen wirres Zeug zu reden. Damals hatte ich mich nicht im Griff und lief einfach in die noch heiße Asche. Mein einziger Gedanke war: Ich werde ihnen einfach folgen, ich werde sterben!
Später wachte ich im Krankenhaus auf, bandagiert und verkabelt. Seit dem musste ich jeden zweiten Tag zu einer Psychologin, denn außer den Verbrennungen am ganzen Körper, war da noch etwas: Die Angst.
Ich konnte nicht mehr in die Nähe einer Brennenden Zigarette, geschweigenden die eines Grills gehen, ohne dass ich anfing zu Hyperwentilieren oder unkontrolliert zu zittern. Die Schule konnte man natürlich ganz vergessen. Am Anfang kamen noch Postkarten, doch selbst die wurden irgendwann weniger, je länger ich nicht zur Schule ging. Deshalb, und weil die alleinige Therapie nichts nützte, sollten ich und Marko umziehen. Marko ist mein neuer Ziehvater. In dieser Hinsicht konnte ich mich nicht beklagen: Er war ziemlich reich und Cheff zweier bekannter Unternehmen. Es machte ihm auch nichts aus, nun von hier zu arbeiten und vor allem machte es ihm nichts aus auf Zigaretten und den Grill zu verzichten.
Sofort als die Psychologin ihm ihre Diagnose mittgeteilt hatte, hatte er sich im Net nach einem schönen Einfamilienhäuschen umgesehen und mir etliche vorgeschlagen. Das welches ich ausgesucht hatte lag in einem abgelegenen Teil von England und hatte nur zwei Höfe in der Nachbarschaft. Der eine stand circa 400Meter von unserem Haus entfernt und der zweit war unbewohnt.
Der zweite Punkt der dafür sprach war, dass meine Tante mit ihrer Familie auch in der Nähe (circa 2 Kilometer von uns entfernt) wohnte. Meine Cousine ging also auf dieselbe Schule auf die ich in zwei Tagen auch gehen sollte. Ich kannte sie nicht, doch sie sollte mich am Montag von hie abholen und ich die Schule mittnehmen.
Knirschend kam der Jeep zum stehen und Marco hielt mit die Tür auf: "Darf ich vorstellen: unser neues Zuhause!"
Langsam stieg ich aus und er hielt mir den Schlüssel hin. "Ladies First." murmelte er und machte sich daran die Koffer aus dem Kofferraum zu Hohlen. Ich schlenderte den Steinweg zur Haustür entlang und hielt mein Gesicht in die Warme Abendsonne dann schloss ich auf.
Drinnen wehte mir der Geruch von Holz entgegen und - was ich reichlich komisch fand, der von Putzmittel.
Mit der Hand tastete ich nach dem Lichtschalter denn ich konnte wegen der geschlossenen Fensterläden kaum etwas Genaueres erkennen. Doch als über mir die Lichter angingen war ich wirklich erstaunt: Ich hatte wohl erkannt, dass ich in einem Wohnzimmer stand doch ich hatte nicht geglaubt, dass es so...riesig war.
Ich stand ich einem voll eingerichteten Raum der mindestens 50 Quadratmeter groß war. Mit einem Finger strich ich über die hölzerne Kommode und zu meinem großen erstaunen war auf meiner Hand kein feiner Staub, wie er sonst überall war. Hier wurde geputzt! Fuhr es mir durch den Kopf. Aber von wem?
Hinter mit trat Marko in unser neues Reich ein. Er trug zwei meiner Koffer unter den Armen und als ich sie ihm abnahm, meinte er: "Deine Zimmer sind oben. Du musst durch diese Tür und dann die Treppe hoch."
Als ich seinen Anweisungen gefolgt war, stand ich in einem kleinen Flur. Die Tür rechts von mir führte in ein kleines aber sehr schön eingerichtetes Bad, die die Tür links von mir führte in ein kleines Schreib- und Wohnzimmer. Dahinter lag ein Schlafzimmer.
"Das gehört jetzt alles mir?" fragte ich begeistert.
"Natürlich!" kam die gebrummte Antwort von unten.
"WOW!" rief ich und lies mich auf die kleine Couch fallen.
Die nächste Stunde verbrachte ich mit aufräumen und einsortieren. Vor dem Umzug waren Marco und ich noch einmal Shoppen Gewesen, denn ich hatte nicht mehr viel, seit dem Unglück. Plötzlich klingelt es an der Tür und ich ging nach unten um zu öffnen.
Marco war schneller gewesen und unterhielt sich gerade mit einer Frau. Sie hielt einen Kuchen in der Hand den sie ihm gerade überreichte.
Marco lächelte und sagte: "Das ist meine Tochter Aibarsha." Er benutzte das Wort Tochter, was mich etwas erstaunte und er benutzte meinen ganzen Namen, was er sonst nie tat. Sonst nannte er mich immer Aib oder Aiba.
Ich lächelte die Frau an und sie stellte sich als Emma Hunten vor.
Etwas in meinem Hirn machte Klick und ich erinnerte mich verschwommen daran, dass Marco irgendwann auf der langen Fahrt einmal von ihr gesprochen hatte. Sie war unsere Nachbarin! Sofort setzte ich ein echteres lächeln auf.
Marco bat sie herein und stellte Kaffe auf. Nach dem wir ein paar Minuten belangloses zeug geredet hatten, fiel mir etwas ein:“Marco meinte, sie hätten einen Sohn?“ fragte ich. Ein bisschen Gesellschaft konnte ich hier gebrauchen.
„Er ist gerade… bei einem Freund.“ Antwortete sie und wechselte geschickt das Thema. Ich war mir sicher, dass Marco das nicht gemerkt hatte, doch ich hatte ein Gespür für Lügen oder ausreden.
Nach einer halben Stunde verzog ich mich in Meine Zimmer und räumte weiter auf. Morgen ist mein erster Schultag an einer ganz neuen Schule, dachte ich, oh mein Gott!
Kapitel 1: Andrew
Scheiß Schule, dachte Andrew, während er durch das fast mittelalterlich anmutende Schultor ging.
So dachte er fast jedem Morgen seit den Sommerferien. Seit jenen Sommerferien. Seit den Sommerferien, als er in die Klinik eingeliefert wurde, weil… ja, weil er fast einen Mittschuler erschlagen hatte. Damals im Streit. Es war Josch Praker gewesen. Andrews Hände die in den Taschen seiner alten Jacke steckten verkrampften sich, als er die Wut in sich aufsteigen fühlte. Es ging damals um Ira, seine Freundin. Josch hatte sie abfälig eine Hure genannt und Andrew hatte zugeschlagen – so einfach war das. Doch er hatte nicht nur einmal zugeschlagen. Er war wie ein Wolf, der einmal blut gewittert hatte, er konnte nicht aufhören.
Die Anderen hatten einen Kreis um sie gebildet und sie hatten gekämpft. Die Beleidigung des Anderen hatte sich mit jedem Schlag tiefer in sein Gedächtnis eingebrannt.
Damals war er high gewesen, hatte die Aufforderung der Lehrer aufzuhören nicht gehört und erst
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