Fit und „mobil“ durch Dänemark
von
Hildegard Grygierek
Ich liebe Urlaubsüberraschungen!
Und dank Georg, meinem Angetrauten, blieb mir noch nie die Vorfreude auf unseren gemeinsamen Urlaub erspart. Mit einem Dickkopf voller abenteuerlicher Ideen wusste mein Ehemann auch in diesem Jahr (s)einen Überraschungseffekt auszulösen, indem er mich über körperstraffende Vorteile von viel Bewegung an jodhaltiger Meeresluft aufklärte und......
...was für mich am Besten ist. Also sollte es mich –nicht- überraschen, dass er spontan den einwöchigen Mietvertrag für ein Wohnmobil bereits unterschrieben hatte, welches uns später schwer beladen kreuz und quer durch Dänemark schleppen sollte.
Allein der Gedanke an die sanitären Einrichtungen auf den Campingplätzen drückte meine Stimmung, wofür meinem sonst so pingeligen Ehemann jedes Verständnis fehlte. Nicht dass ich etwas gegen Camper in schlabberigen Jogginghosen und dezent muffig riechenden T-Shirts hätte, aber Camping ist einfach nicht „mein Ding“. Nun denn, als rücksichtsvolle sowie kluge Ehefrau gab ich schon vor Jahren jede längere Urlaubsdiskussion auf, und mich seiner Entscheidung brav hin. Also traten wir mit Fertiggerichten a´ la Art, jede Menge vitaminreichen Fruchtsaft-Getränken und was man halt so für eine Woche zum Leben braucht -wir hätten uns auch vier Wochen lang dreimal täglich warm verköstigen können- die Reise in den Hohen Norden an. Im Stauraum fand sogar ein Wäscheständer mit Klammern Platz, was selbstverständlich für meinen praktisch, immer an alles denkenden Gatten spricht. Vergessen hatte er nur die richtige Abfahrt zu nehmen, wobei es doch eigentlich völlig unwichtig ist, ob man sein „Eigenheim“ nun eine Stunde eher oder später in die Parzelle quetscht; meinte er.
Eingequetscht fühlte ich mich besonders Nachts, wenn sich mein schlaftrunkener Ehemann unbedingt auf die andere Seite drehen musste. Andererseits bekam auch Georg meine natürlichen Reflexe zu spüren, indem er meist dreimal aus der Notdürftigkeit heraus zuerst die schmale Hühnerleiter hinabsteigen musste. Freie Bahn zur Chemietoilette im hinteren Teil des Mobils verschaffte er mir durch „Wegtreten“ in der schmalen Sitzbank. Dies entschuldigt natürlich seine manchmal weniger intakte Mobilität am nächsten Morgen, wenn Regentropfen trommelnd laut die Pflicht des Weckers übernahmen – insbesondere eine Stunde vor dem eigentlichen Aufstehen.
Warum im Urlaub einen Wecker? Georg fand es angemessen noch vor den Hühnern bzw. Möwen aufzustehen, um sicher zu gehen, den Duschraum nicht mit anderen Campern teilen zu müssen. Zum Vorteil für mich, da mir noch ein ganzes halbes Stündchen „Ausstrecken“ blieb.
Nach einem ausgedehntem Frühstück traten wir beide kräftig in die Pedale unserer selbstverständlich von zu Hause mitgenommen Fahrräder, unter der Voraussetzung Petrus zeigte einsichtig. Schöne Aussichten genossen wir wirklich zu genüge, wenn auch hier und da unterm Regenschirm.
Lange Wanderungen die Küste entlang, gleichsam durch direkt angrenzenden Wälder, frische Seeluft, Sonne und Sand blieben nicht ohne Wirkung. Fit und mobil fühlte ich mich bereits nach zwei Tagen, als Georg mit dem Einpacken begann. Schließlich wollten wir von Dänemark mehr sehen, als nur das Meer und zogen weiter. Aber egal wo er unser Zelt auch aufschlug, das Meer war ständig gegenwärtig. Auch von der Nordseeseite zeigte sich mehr oder weniger Meer, dafür allerdings mit mehr Dünen. Nach drei Tagen war mein hektischer
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Ehemann der Meinung dem Nordseeflair den Rücken zukehren zu müssen, damit wir zum ursprünglichen Ausgangspunkt, schon mal ein wenig Richtung Heimat, vordringen könnten. Ehrlich gesagt, die Ostseeseite mit ihren herrlichen urwüchsigen Stränden gefiel mir sowieso und überhaupt - viel besser.
An einer Hand lässt sich ausrechnen, wie viel Urlaubstage uns noch blieben, garantiert aber nicht, wie oft ich noch den Wunsch äußern werde, in diesem wunderschönen Land den Urlaub zu verbringen.
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