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Kategorien > Essay > Der andere Blickwinkel

Flohwalzer

von Frauke

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Flohwalzer
oder warum ich Klavier spielen lerne.

Mittwochmorgen. Ich bin nicht arbeitslos: ich stehe wie viele Menschen morgens auf und mache mich fertig für meine Arbeit. Ich betrete täglich, mehr oder weniger pünktlich die ansässige Tagesklinik. Noch fünf Wochen werde ich da sein. Ich kenne nur befristete Arbeitsverhältnisse.
Das Vorstellungsgespräch war nicht sehr lange, aber herzlich und sympathisch. Wir verabschiedeten uns händeschüttelnd und die Frau sagte, ich sei ihr Favorit. Sie melde sich Freitag, ob ich Montag beginnen können. Mit einem Triumphgefühl ging ich zu meinem Wagen. ;-)
Jetzt bin ich bin Patient dort. Und ich würde es jedem empfehlen, sich so was mal von innen anzusehen. Es ist sehr interessant und erkenntnisreich. Etwas Neugier, ein paar wohl formulierte Probleme und schon hat man die Stelle als „Psycho“. War der gleichnamige Film von 1960 nicht ein Kassenschlager und ist heute ein Klassiker?
Meine Empfehlung richtet sich an die meisten Menschen in unserer Gesellschaft. Menschen, die sich freiwillig psychologisch behandeln lassen, tun dies, weil sie viel feinere Antennen besitzen als der „normale“ Mensch. Leider aber wird das Individuum aber bemitleidet, beneidet oder bekämpft. Weil man es nicht versteht. Die Dimensionen von Verhalten und Gedanken des Erdenkindes sind unerschöpflich - wie das All.
Wenn die Masse der Menschheit, nur in gewohnten Bahnen denkt und lebt, keine Kreativität oder neuzeitlich formuliert „Innovationen“ auf die Beine stellt, muß sie sich nicht wundern. Ok, im Neandertal ging es ums Überleben. Wer weiß, wie man dort z.B. mit Depressiven umgegangen ist. Wahrscheinlich war die Alternative, in dunklen Höhlen zu leben, die Idee eines depressiven Neandertalers. Statt sich unter Bäumen zu betten oder sich eine Unterkunft zu bauen, war nun die Zeit für die Höhlenkunst gekommen. Durch die feste Unterkunft wurden nun weniger Mitneandertaler krank oder sogar an- bzw. aufgefressen. Vermutlich ehrte man die Depressiven, wegen ihre unkonventionellen Ideen. Sie hatten ihren Platz und die Familie war anwesend. Singlehaushalte, Arbeitslosigkeit, Politiker, Amerika und Aids gab es nicht. Der Frust war begrenzt und Erfolge gab es auch. Antidepressiva war nicht nötig.
Heute aber behandelt man die Andersartigkeit. Man versucht den Kranken Wege und Mittel aufzuzeigen, damit sie mit anderen normalen, gesunden Menschen leben können. Aber warum können gesunde Menschen nicht mit Andersartigen leben? Und warum fehlt die Akzeptanz unter Gesunden?
Ich lerne jetzt weiter Klavier spielen …

Mai 2006 - © Frauke

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Kommentare

floh schrieb am 2006-11-02 20:14:01:
es tut mir leid, ich verstehe sie auch nicht... kannst du nicht mal sagen, ob sie irgendeinen sinn ergeben soll?
emma schrieb am 2006-08-30 18:17:18:
hallo Frauke!
mir gefällt die geschichte, obwohl sie wahrscheinlich nicht so für Kinder ist, oder?(ich bin 11)
Emma

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