Flussland- Die Stadt des Stillen Endes
von
Roland Weszely
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Einleitung
Es War schon Abend. Der Kürbisanbauer Reino arbeitete am Feld. Zwei braune Ochsen zogen den schweren Eisenpflug. Ihren Atem Konnte man deutlich in der kühlen Luft erkennen. Andere Arbeiter saßen schon längst gemütlich zu Hause und aßen. Müde und ausgelaugt stapfte Reino durch die lehmige Erde. Sein erbärmliches Gewand war durch den angesaugten Schlamm schon doppelt so schwer. Bevor der Nebel von den fernen Dunst-hügeln kam, musste er noch die restliche Saat ausstreuen. Durch den feuchten Nebel wuchsen die Samen schnel-ler. Und das würde nach den Sternen in 2 Tagen geschehen. „Brrrh!“, rief der Feldarbeiter den Nutztieren zu, die sofort stehen blieben. Erschöpft setzte sich der dünne Mann mittleren Alters nieder und wischte sich den Schweiß von seinen schwarzen Haaren. Er nahm aus seiner Hosentasche ein Stück Brot und gab es den Rindern. Dankbar senkten sie den Kopf und schlossen die Augen. „Nicht doch, ihr braucht das Brot mehr als ich.“ Lä-chelnd überreichte er das Essen. Plötzlich hörte er ein Kreischen. Es kam immer näher. Am rötlichen Horizont konnte Reiner hunderte von Wetterhexen erkennen, die durch die Wolken flogen und einen scheinbar großen grauen Schleier mit sich zogen. „Der Nebel? Aber das ist zu früh!“ Der Nebel verdeckte das Land. Voller Angst schmieß der Mann den Sack voller Kürbiskerne zu Boden, ließ die Ochsen zurück und rannte heim. Doch es war zu spät. So schnell wie der Blitz flogen die Hexen und holten Reino ein. Nun waren auch er und das ganze Ge-biet in einen Schleier bedeckt. Er zitterte, als seine Ochsen schmerzerfüllt aufbrüllten und wieder verstummten. Jede Person wusste was den Nebel begleitete. Bestien, die sonst nur in den Hügeln auf ahnungslose Wesen lauer-ten. Als ob der Teufel hinter ihm her sei rannte Reino schnell zurück ins nahe Dorf. Zum Glück war der Nebel nicht besonders Dicht und so konnte er sein Haus leicht finden. Aber die Eingangstüre war verschlossen. „Lass mich rein! Ich bins, Reino!“ Quietschend wurde von innen des kleinen Lehmhauses die Türe geöffnet. Rasch schritt er hinein und verriegelte hinter sich die Tür mit einen stabilen Holzbrett. Seine Frau umarmte ihn über-glücklich. „Warum bist du nicht früher nach Hause gekommen? Ich und dein Sohn haben uns Sorgen gemacht!“ Im Stroh lag ein kleines, 12 Monate altes Kind und weinte. Den einzigen Raum der Hütte wurde von einer Fa-ckel beleuchtet. „Die Sterne haben gedeutet, dass der Nebel erst übermorgen komme. Warum ist er jetzt schon hier?“, flüsterte Reino seiner Frau Rosaele zu. Sie gab keine Antwort. Wind blies durch das Strohdach und löschte die Fackel. Schreie des noch namenlosen Babys waren das einzige Geräusch das man hören konnte. Tröstend legte sich Rosaele zu ihren Sohn, der sofort aufhörte zu weinen. Außerhalb des Hauses war es ruhig. Dann auf einmal knurrte etwas. Es war in der Nähe des Hauses. Angespannt lauschten der Feldarbeiter und sein Weib. „Versteck unseren Sohn im Stroh!“, befiehl Reino. Ängstlich wickelte sie das nun schlafende Kind in ein dreckiges Leintuch und gab es behutsam in den Haufen Stroh, das der Schlafplatz der Familie war, und streute Heu über es. Schon wieder ein Knurren, das in ein entsetzliches Brüllen überging. Plötzlich brach ein wolfähnli-ches Tier durch die schwache Lehmwand in das Haus. Aber es war größer. Die Zähne waren länger und das Fell war rotbraun. Mutig rannte Reino zu seiner vor Angst erstarrten Frau und schützte sie. Der Dämon brüllte auf und griff an. ,,Arme Osmas. Den Angriff des Dämons haben sie nicht überlebt.“
Es war wieder hell. Nach 2 Tagen hatte sich der Nebel verzogen. Eine kleine Gruppe von Menschen stand im Haus von Reino. An den Wänden befanden sich tiefe Kratzer und Blutspuren zeugten von dem schrecklichen Schauspiel. Ein alter Greis sah sich genauer um und sagte: „Mmh. Ein Blutschink war es nicht. Er hätte die Lei-chen zurückgelassen und außerdem hätte er das ganze Dorf ausgelöscht! Es war ein Klushund!“ „Ob der Dämon das Kind getötet haben mag?“, fragte ein eine junge, besorgte Frau. Sie hatte sich oft um den Kleinen geküm-mert, wenn seine Eltern auf dem riesigen Kürbisfeld arbeiteten. Das Baby selbst hatte noch keinen Namen. Was jeden im Dorf wunderte. „Gehen wir, diesen traurigen Ort sollte man ruhen lassen.“, sprach die uralte Frau Hele-na, die Sterndeuterin des Dorfes. Als die Menschen gehen wollten, schrie etwas auf. Es befand sich im Strohhau-fen. Langsam suchte Helena danach und fand schnell das Baby der Osmas. „Er lebt!“, freute sich die junge Frau Erika und nahm das Kind in ihre Arme. Wie eine Mutter drückte sie das Kind zu sich. Die Sterndeuterin sah das Baby streng an. ,,Sie dir seine Augen an!“, befiehl sie. Erika betrachtete die kleinen Äuglein des Kindes. ,,Wie ist das möglich? Gestern waren sie noch braun und jetzt sind sie stechend grün!“ ,,Das Kind wird von jemandem gesucht!“, rief der Greis und lehnte sich gegen den Türstock. Fraglich sah Erika Helena an. „Ja, es ist ein uralter Zauber der bestimmte Personen kennzeichnet. Und zwar mit hellgrünen Augen!“ „Was soll ich tun?“, jammerte Erika und sah traurig das Baby an. Grob packte Helena die junge Frau an der Hand und zog sie aus dem Haus. Die meisten Männer arbeiteten schon am Kürbisfeld und die Frauen kümmerten sich um die Kinder oder backten Brot. „Du musst mit dem Kleinen verschwinden, sonst ist unser ganzes Dorf dran!“ „Aber…aber wo soll ich hin? Ich habe nicht mal ein Pferd.“ Schnell gingen sie in die kleine Holzhütte von Erika. Die uralte Sterndeuterin erklärte was Erika tun muss. Spät am Abend kam eine Kutsche, die Erika und das Baby abholte. ,,Gehe nach Remorka und führe dort ein normales Leben. Erzähle niemandem die Wahrheit deines Sohnes, nenne ihn Rol und erzähle ihm nichts über seine Eltern. Es ist ab jetzt dein Sohn!“, sagte Helena streng und gab dem Kutscher die nötigen Informationen. Die Sonne färbte den Himmel rot-orange. Als das wenige Gepäck verladen war, ging die Reise los. Winkend verabschiedeten sich die Dorfbewohner und Helena, die ihre Tränen unterdrückte. Schon bald war die Kutsche zwischen den Kürbisfeldern verschwunden. Unruhig zogen sich die Bewohner in ihren Häusern zurück. Innerhalb weniger Minuten ging die Sonne hinter dem Gebirge unter. Obwohl die Menschen wissen wollten, warum Erika und das Kind fliehen mussten, fragten sie nicht. Der alte Nachtwächter zündete die Fackeln an den Häusern an, damit die Füchse aus dem Dorf fernblieben. Inzwischen hatte sich die Sterndeuterin ins Bett gelegt. Das Zimmer roch nach ätherischen Ölen und Ruß. Ein weißer, prachtvoll verzierter Altar mit zwei großen, brennenden Kerzen zierte das kleine Zimmer. Mit einem Gebet schlief sie ein. Minuten verstrichen. Aus der Ferne konnte man Getrampel hören. ,,Sie werden kommen! Niemand wird verschont!“ Schweißgebadet fuhr Helena aus dem Bett und lief nach draußen. Eine starke Windböe löschte vor ihren Augen die Fackeln und es wurde finster. Sogar der Vollmond wurde von den dichten Wolken bedeckt. „Koater, Gott der Sterne und
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Kommentare
Roland schrieb am 2008-12-21 13:56:50:
Über Kommentare würde ich mich freuen.
Allen ein Frohes Fest!
Roland Weszely schrieb am 2008-12-21 10:26:33:
Bitte schreibt ein Kommentar, würde mich sehr freuen
Allen ein Frohes Weihnachtsfest!
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