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Kategorien > Denken des Menschen > Verrückt

Fred

von Julie

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Nach dem Konzert brachte er sie nach Hause. „Der Abend war wundervoll“, bedankte sie sich bei ihm und gab ihm einen Kuss auf die Wange. „Gerne wieder“, er lächelte.
Dann stieg er in sein Auto und verschwand in der Dunkelheit. Fred war kein Freund großer Worte oder spätabendlicher Konversationen. Ihm ging es nicht gut.
Ihm ging es nie gut, wenn er sich mit einem Mädchen traf. Er hatte Angst, wieder den selben Fehler zu machen. Den Fehler, den er schon zu oft begangen hatte. Doch nur ein einziges Mal hatte er ihn wirklich berührt.
Damals, so dachte er, würde es nicht so enden.
Die alten Schuldgefühle keimten auf , als er an sie dachte.
Was er getan hat, war nicht richtig. Dessen war er sich bewusst. Wenn er die Augen schloss, sah er noch immer ihre schlanke Silhouette vor sich, fühlte noch immer ihre Haare in seinem Gesicht, sah die Wassertropfen auf ihrer Haut.
Unbewusst lenkte er sein Auto zu dem Teich. Hier ist damals alles geschehen, fuhr es ihm durch den Kopf. Was mache ich hier?
Doch statt umzudrehen, stieg er aus und lehnte sich an die Trauerweide, die sie damals so geliebt hatte. Die Rinde drückte sanft in seinen Rücken und er atmete tief ein.
„Es tut mir so leid“, flüsterte er und starrte auf die ebene Wasseroberfläche.
Der Schmerz in seinem Herzen war unerträglich. Schuld und Scham schienen ihn von innen heraus aufzufressen. In seinem Kopf konnte er sie schreien hören. Sie flehte, weinte und verstummte schließlich. Für immer.
Er wollte sie für immer haben, wollte, dass sie für immer nur ihm gehörte.
Noch einmal atmete Fred tief ein, dann zog er sein Shirt aus. Vorsichtig setzte er einen Fuß vor den anderen und spürte, wie das Wasser seine Knöchel umschmeichelte.
Im Gegensatz zu der Luft drumherum war es eisig. Sie tat ihm wirklich leid.
Als das Wasser ihm bis zum Kinn ging, holte er Luft und verschwand unter der Oberfläche.
Nicht lange und er fand, wonach er suchte.
Liebevoll drückte er es an sich und tauchte wieder auf.
In seinen Händen hielt er einen Schädel, der ihn herzlich angrinste.
Erleichtert lehnte er sich zurück in den Schatten der Weide und wog sich in der Freude des so lange hervorgeschobenem Wiedersehen.
Sie alle würden hier, an diesem Ort, für immer für ihn lächeln.

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