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Frei und wild 9

von Zahra Kritar

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9.Kapitel

„Was ist los mit dir Tyra?“ Ihm war nicht entgangen das sie sich seit heute Morgen nach ihren Spaziergang, seltsam verhielt.
Das Mädchen kaute auf ihrer Lippe herum und war ganz durcheinander.
„ Sag es mir schon.“ ermutigte er sie.
Zweifelnd schaute sie ihn an und schüttelte dann den Kopf. „ Es ist verrückt.“
„ Was ist verrückt?“ hakte Avoh nach.
„ Kennt ihr das Gefühl, wenn man sein ganzes Leben glaubte alles über sich zu wissen und dann plötzlich erfährt, dass man vielleicht jemand ganz anderes ist?“
Er strich sich beunruhigend über das Kinn. War Tyra auch ohne seine Hilfe draufgekommen, wer sie war?
Nein das konnte nicht sein. Keiner außer ihm, weiß in dieser Welt, wer sie ist. Trotzdem
breitete sich ein ungutes Gefühl in sein Magen aus und das lag nicht an dem kargen Essen, das er seit Wochen zu sich nahm.
Gleichmütig fragte Avoh, „ was meinst du damit Tyra?“
„Ich, “ sie schüttelte wiederholt den Kopf und starrte auf den leeren Tonteller vor ihr, „ Ich weiß nicht. Ist ja auch nicht so wichtig.“ fügte sie leise hinzu.
Er lehnte sich zurück und schaute aus dem kleinen Fenster, direkt über ihren Esstisch. Draußen sah man eine hüglige, grüne Landschaft. Wild und ungezähmt, wie Tyra. Mit ruhigen Händen zündete Avoh seine Pfeife an. Er inhalierte tief ein und ließ graue Rauchkreise zur Decke steigen, die Tyra stets bewundert hatte. Doch heute war sie schweigsam und verschlossen. Mit gesenktem Kopf fuhr Tyra mit den Fingern die Maserung des Tisches entlang. Das arme Mädchen, noch so jung und wie schmal und hilflos sie jetzt Aussah. Und dieses deprimierte Mädchen sollte ein Land retten. Seine Heimat?
Avoh hatte noch nicht einmal nachgedacht, als die Worte schon seinen Mund verließen.
„ Wer bist du Tyra?“
Sie schaute auf, mit traurigem Blick und sah so gequält aus. Am liebsten hätte er ihre ganze Last auf sich genommen. Doch das konnte er nicht. Avoh konnte sie nur etwas mindern, mehr nicht.
„ Jemand fragte mich am Strand, ob ich die Beschützerin des Smaragdes bin.“
Sie hatte es also herausgefunden. Tyra war sich anscheinend nur noch nicht so sicher, aber wusste sie nun auch wer er war? Warum fragte jemand Tyra danach, wenn doch eigentlich keiner von ihr wusste. Eine gefährliche Situation. Was wenn ihre Feinde hier waren und bereits nach ihr suchten?
„Von wem hast du das erfahren?“ fragte Avoh ernst und vergaß seine Pfeife, die zischend ausging.
Überrascht von seinem mit Verständnis, sah sie ihn misstrauisch an.
„ Warum fragt ihr.“ Er hätte schreien können, über seine Unvorsichtigkeit. Nun war sie skeptisch und das aus gutem Grund. Doch das war jetzt nicht wichtig, vielleicht schwebten sie gerade in Lebensgefahr.
„ Bitte Tyra, vertrau mir.“ Er stand auf, wobei Avoh sich an der niedrigen Decke Stoß und in gebückter Haltung zu ihr um den Tisch eilte. Er packte sie energisch an den Schultern und fixierte sie. Ihre grünen Augen leuchteten vor Angst.
„ Wer weiß, dass du die Beschützerin des Smaragdes bist?“ Ungeduldig wartete Avoh auf eine Antwort.
„ Ich bin die Ielasha ra Sien? Ich bin es wirklich?“ Jetzt war es raus. Ihr Schicksaal hatte nur noch einen Weg zu beschreiten und Avoh erinnerte sich was seine Königin damals zu ihn sagte, bevor er ging: „ Sobald das Mädchen selber eingesehen hat, das sie die Beschützerin des Smaragdes ist, wird jeder Schutzzauber, der sie vor unserem Feinden versteckte aufgelöst.“
Er schloss die Augen, jetzt musste man rasch handeln. Vielleicht waren Die Dracheén schon da. Schnell ließ Avoh sie los und begann flüchtig das nötigste einzupacken. Auf einmal sträubten sich seine Nackenhaare und das schlechte Gefühl im Bauch verschlimmerte sich. Tyra stand plötzlich auf, wie in Trance wandelte sie zur Tür und ließ den kalten winterwind hinein.
In ihren Augen sah man weder die Pupille, noch das weiß drum herum. Sie glimmerten grün und Avoh spürte das Tyra dabei war unbewusst zu zaubern. Fluchen rannte er zu ihr hin, doch prallte in der Mitte des Raumes, gegen eine unsichtbare Wand.
„ Tyra, hör auf damit und mach, Verdammt noch Mal, diese Blockade weg.
Wir müssen so schnell wie möglich von hier verschwinden oder…“
Verdutzt brach Avoh ab. Tyra hatte den rechten Arm ausgestreckt und eine zerzauste Dohle landete auf ihm. Die unsichtbare Mauer verschwand auf einmal und er verlor abrupt das Gleichgewicht. Mit dem Vogel auf dem Arm glitt sie an ihm vorbei und verriegelte anscheinend unbewusst die Tür mit einem magischen Schutzsiegel. Tyra stand nun direkt neben ihn und die Aura die sie umgab war so machtvoll, das er am liebsten das weite gesucht hätte. Und auf einmal versiegte der Kraft Strom. Die Dohle begann unruhig auf und abzuhüpfen. Benommen setzte Tyra sich auf einen der morschen Holzstühle und schaute ihn angstvoll an.
„ Wem hab ich diesmal getötet?“ fragte sie mit zittriger Stimme.
„ Keinen.“ keuchte Avoh, immer noch angetan von ihrer Stärke. „ aber es kann sein, dass wir gleich getötet werden, wenn wir nicht bald von hier wegkommen.“
Sie nickte. „ Ist gut. Ich werde dir helfen.“ Plötzlich bemerkte sie den Vogel auf ihrem Arm.
„ Wie bist du denn hier her gekommen?“
Die Dohle machte einen knicks.
„ Du hast nach mir gerufen.“
„ Ihr kennt euch?“
„ Nicht direkt, er war es, der mir sagte wer ich bin. Wer bist du eigentlich?“
„V腓
„ Ist ja alles schön und gut, aber wir müssen weg von hier.“ drängte er.
„ Bekannt können wir uns später machen. Im Moment teilen wir jedenfalls alle die gleich Zukunft, wenn wir uns nicht beeilen.“
Avoh packte ein paar Essensvorräte ein, währen Tyra nach oben rannte und ihre Tasche holte. Der Vogel wich ihr nicht von der Seite und begleitete sie wie ein schwarzer Schatten.
Polternd kam sie die Treppe wieder herunter. Die Ledertasche, die er ihr geschenkt hatte, hielt Tyra und der Hand und er selbst war mit einem prallgefüllten Camprucksack gerüstet.
Avoh warf einen Blick auf Tyras Beutel.
„ Ist da noch platz?“
Sie nickte und er drückte ihr ein paar alte Bücher in die Hand.
„ Verstau die Bücher darin, aber pass gut auf sie auf. Und jetzt geht… „ Avoh schaute den
Vogel an, der ruhig auf Tyras Schulter saߓ …oder fliegt nach oben.“
Doch dazu kamen sie nicht. Ein gellendes Krachen war zuhören. Die Haustür war
zersplittert und hing nur noch halb in den Angeln. Hinter der Türschwelle warteten Dreizehn
voll gerüstete Krieger mit schweren Waffen.
Er hörte wie Tyra neben ihn ein fast lächerliches,, Oh ,,ausstieß und leise flüsterte „ die
schöne Haustür“. Trotz dieser sinnlosen Situation, musst Avoh sich ein lachen verkneifen.
Mit einem letzten Faustschlag fiel die Tür zusammen und die Fremden betraten die kleine Hütte. Die Hütte war sogar so klein, dass nur fünf Krieger hereinpassten, doch reichte es aus sie zu umzingeln. Eine pechschwarze Rüstung, mit langen, scharfen Keilen auf den Schulter blättern und ein Helm in der Form eines Drachenkopfes, verbarg ihr Aussehen. Spitze

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