Frei und wild Teil 5
von
Zahra Kritar
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5. Kapitel
Die Bilder hatten sich in ihrem Gedächtnis eingebrannt. Sie würde es nie wieder vergessen.
Sie war eine Mörderin.
Immer noch sah Tyra die schrecklichen Szenen, obwohl es schon Stunden her war.
Die schmerzverzerrten Gesichter, wenn ihre Finger wie Krallen ihre schutzlose Haut berührten und dabei tiefe Wunden hinterließen, der Geruch nach verbranntem Fleisch des Feuers wegen, das um ihre Hände tobte und nach Blut schrie. Das Stöhnen und Schreien der Verletzten und das Gefühl, das Gefühl von Macht. Wie eine wild gewordene Furie ist Tyra auf die Männer losgegangen ohne zu wissen was sie tat, als wäre sie nur ein nahe stehender Zuschauer der das blutige Gemetzel beobachtete. Sie hatte keine Kontrolle mehr über sich gehabt, nur einmal vernahm sie ein undeutliches vor angstverzerrtes Winseln das ihr zuschrie gerade einen Mord begangen zu haben, doch plötzlich und so kraftlos es auch kam verschwand er wieder und sie mordete weiter einen, nach den anderen. Das Wimmern war von Tyra gekommen, der schwachen Tyra die immer noch in dieser Welt lebte. Jetzt, war sie tot. Dieser winzige Teil in ihrem Gedächtnis, das wurde Tyra nun klar, hatte dafür gesorgt weiter zu leben in dieser schrecklichen Welt, welche sie so sehr hasste.
Tyra konnte sich nicht mehr daran erinnern was danach geschah. Wohlmöglich ist sie weggerannt, erst als die Haustür hinter ihr geräuschvoll zuschlug, erwachte sie aus ihrer Trance. Der Spiegel beschlug von ihrem schnellen Atem, als sie sich dagegen lehnte. Ihre Augen waren groß und verängstigt, das Gesicht weiß wie Kalk. Unter hemmungslosem Zucken ihres Körpers brach sie schließlich zusammen und war fast dankbar dafür nicht mehr das zu sehen, was nie hätte passieren dürfen.
Ihr Vater hatte sich zu jener Zeit in der Küche befunden und redete leise auf Helener ein, die am Rande eines Nervenzusammenbruchs stand. Seine Tochter Tyra war immer noch nicht vom Tanzen zurückgekehrt und auch er begann sich langsam Sorgen zu machen. Sie war doch das einzigste was er noch hatte. Ayera, dachte er traurig, Tyra war ihr so ähnlich das es schmerzte auch nur in ihr Gesicht zu sehen. In letzter Zeit lag auch ein Ausdruck in Tyras Augen, den er nur zu gut kannte. Es war derselbe sehnsuchtsvolle Blick wie bei Ayera, bevor sie ihn verließ. Nie wieder würde er diese stürmische, kalte Nacht, die ausgestandenen Ängst und die Verzweiflung, die er empfunden hatte aus seinen Gedanken treten und er sah alles so deutlich als wäre es gestern erst gewesen. Wie ein wunderschöne, schwangere Frau vor ihm im Regen stand, zu müde und hilflos um noch irgendetwas zu sagen. In ihren Augen war ein Entschlossenheit zu überleben, das er überrascht war. Ihre schwarzen Haare klebten ihr nass im Gesicht und sie war fürchterlich abgemagert, das Gesicht ganz blass und hohl. Die Haut spannte sich über ihre Wangenknochen und die auffallenden grünen Augen waren tief in den Höhlen eingefallen, trotzdem war sie schön und strahlte eine Stärke aus die er niemals verstanden hatte. Sie trug ein seltsames altmodisches Kleid, das ihm erst später auffiel. Es war verdreckt von Schlamm und zerrissen. Ihr Körper war so ausgezehrt das er sich in dem feinen Stoff verlor. Mit einem starken gedehnten Akzent sprach Ayera, flehte und bettelte sie, doch er verstand durch das tosende Gewitter nichts. Die blassen Lippen bebten und mit dem letzten Wort das ihr anscheinend sehr wichtig war schrie sie „ Portal ,,und drückte ihm ein kleines, altes Buch in die Hand. Er wusste nicht was dies zu bedeuten hatte, trotzdem nahm er das Büchlein an und bewahrte es, bis er es nicht mehr sehen konnte und schenkte es Tyra, die schon mit fünf Jahren außergewöhnliche Leistungen vollbrachte und ein Fantasy Buch nach dem nächsten verschlang. Ja sie war seltsam und je älter Tyra wurde, desto verschlossener wurde sie auch. Immer auf der Suche nach einer anderen Welt. Am Anfang hatte er sich keine Sorgen darüber gemacht, da Carlon dachte es sei eine vorübergehende Phase. Doch er hatte
sich getäuscht. Ayera stand aufrecht, schützend eine Hand auf den rundlichen Bauch gelegt,
er war noch nicht dick, doch zwei Tage danach kam Tyra zur Welt. Carlon vermutete das es eine Frühgeburt sein musste da Tyra sehr krank und zart war, auch Ayera ging es nach der Geburt nicht besser. Sie hatte hohes Fieber und schwankte zwischen Leben und Tot. Eines Abends nahm sie ihre letzte Kraft zusammen und bat darum ihr Kind noch einmal zu sehen, das Tyra heißen sollte, nach dem Namen des Vaters. Dann verschwand sie, und er, Carlon zog Tyra wie seine eigene Tochter auf. Er spürte das Ayera niemals wiederkehren würde. Zunächst verlief alles gut mit Tyras Erziehung, wie gesagt war sie ein ausgesprochenes Talent und konnte mit vier ein halb Jahren das Niveau der 1. Klasse locker mithalten. Er konnte sich erinnern wie stolz er damals war, aber desto mehr Tyra lernte wurde sie auch zurückhaltender und stellte ungewöhnliche Fragen für ein kleines Kind und schon bald versank sie ganz in ihrer eigenen Welt. Aus dem glücklichen und übernatürlichen schlauen Mädchen wurde eine stille, in sich gekehrte junge Frau, die nicht mehr nach neuem Wissen verlangt sondern nur das nötigste lernte. Er schüttelte traurig den Kopf und bemerkte wie Helener ihn aus verweinten Augen ansah. Sie legte sanft ihr braunen Hände auf seinen Arm und lehnte ihren Kopf gegen seine Schulter, dann begann sie wieder leise zu schluchzen.
„ Das ist alles meine Schuld, hätte ich sie doch bloß gefahren und nicht auf sie gehört. „
„ Es ist nicht deine Schuld, Schatz „ versuchte er sie zu beruhigen und tätschelte ihr über das kurz geschnittene, rote Haar, das wie Zacken von ihr abstand. „ Du weißt ganz genau das Tyra einen starken Charakter hat und sich stur durchsetzt.“
„ Jah, “ jammerte Helener weiter, „ aber wäre ich ihre Mutter gewesen hätte sie mir zugestimmt und ich hätte sie gefahren. Sie akzeptiert mich einfach nicht. Immer starrt sie gedankenverloren in einer anderen Dimension, als existiere ich gar nicht.
Carlon, sie ist nicht normal!“
Jetzt verlor er langsam die Beherrschung und warf ärgerlich die Hände in die Luft.
„ Nicht normal?“ brüllte er. „ Wann war sie denn schon mal normal? Selbst ich komm nicht mehr an sie heran, da bist du nicht die einzige. Also, was willst du machen? Sie wieder zu einem Therapeuten schicken? Du weißt, dass die letzten vier Doktoren auch nichts erreichen konnten. Ich bin am Ende mit meinen Vorschlägen, Tyra ist so und wird leider so bleiben!
Wir sollten das langsam akzeptieren. „
Helener sah ihn entsetzt an und vergaß sogar zu weinen. „ Aber Carlon, „ ein ohrenbetäubender Knall durchbrach den Streit. Schnell stand Carlon auf und eilte in den Flur wo das Geräusch herkam, er konnte noch rechtzeitig sehen wie eine schlaffe Gestalt gegen den Türgroßen Spiegel stieß, der große Spiegel wackelte bedrohlich. Schnell schoss seine Hand hervor und umschlang den leblosen Körper. Mit einem
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Kommentare
linh^^ schrieb am 2007-11-24 10:51:52:
wann schreibsu weiter? find die story toll^^, mach schnell...xD
nya hdl, seh dich dann i-wann
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