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Freiheit, die nur der Tod ermöglicht
von
sina franke
1
Mit jedem Mal spreize ich meine Flügel und flüchte in eine andere Welt. Hinfort von alldem, hinfort von euch. Von euch allen.
Ich bin frei. Einfach nur frei, wie ein Vogel in der stillen Nacht. Kein Stern glitzert am Himmel und ich bin nicht mehr dort, dort wo mein Körper ist, denn ich bin in der Stadt der gefallenen Engel. Einsam und doch irgendwie gemeinsam. Es ist eine andere Welt in die ich jeden Tag eintauche. Merkt es denn niemand? Ich habe Angst vor euch. Ihr sagt ich lebe in einem Traum? Doch was mache ich, wenn ich aus diesem Traum erwache? Dann wird aus einem schönen Traum ein Alptraum. Die harte Realität, in die ich mich nie wieder einfinden kann.
Und ich bin eine von den Engeln, die das weiß. Ich weiß, dass ich es nie schaffen würde. Keine Illusion kann mich manipulieren. Ich weiß es. Ich mache mir nichts vor, wie die anderen, die nach jeder Rückkehr nie wieder in diese schöne Stadt wollen und trotzdem, auch wenn es erst wieder nach ein paar Tagen ist, sie kommen wieder durch die Pforte. Immer und immer wieder, mit der gleichen Lüge auf den Lippen, dass es diesmal das letzte mal gewesen wäre.
Sie kommen um sich das zu holen, was sie bei euch nicht bekommen. Freiheit. Welche ich auch suche und auf die ich bei euch vergebens gewartet habe.
Und hier zerstört niemand die idyllische Stille in mir. Niemand zerstört meinen Frieden, mein frei sein.
Die Nadel steckt, und als ich wieder aus der Stadt komme und merke, dass dieser Ausflug schon wieder kürzer wurde, werde ich traurig. Ich möchte doch einfach nur woanders hin. Weg von euch. Weg von meiner Angst und Aussichtslosigkeit.
Und ich spreize meinen Flügel erneut und fliege in dies Stadt davon, doch dieses mal ohne Rückflug nach Hause.
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Kommentare
marcusborchel@web.de schrieb am 2008-12-24 17:49:05:
Angenehm und flüssig lesbarer Text zu dem ich dich beglückwünsche ! Aber, da ich ebenfalls gern schreibe, eines muss ich neidlos zugeben : Mit deiner Wortgewandtheit kann ich nicht einmal annähernd mithalten !!! Trotz der eindeutig vorhandenen Melancholie finde ich diese Geschichte sehr angenehm, sogar ein wenig beruhigend ! Hast du vielleicht einmal das tibetanische Totenbuch gelesen oder dich sonst irgendwie mit diesem Thema beschäftigt ?
MFG
Marcus Borchel
Sonja schrieb am 2008-08-07 22:31:55:
@Sina:
Du sagst, wer nicht liebt, der kann nicht leben.
Ich finde diese Theorie äußerst interessant, genauso, wie deine Geschichte. Ich denke (und das ist das einzige was ich kann, denn ich WEIß es nicht) Das das was du in deinem Text beschreibst, nicht das ist, was in Menschen vorgeht, wenn sie sich spritzen. Ich glaube, das was du beschreibst, geht in den Menschen vor, die sich in sich selbst "vergraben" haben, da sie diese Welt nicht mehr aushalten. Denn Menschen die wirklich süchtig sind, suchen im endeffekt nicht nach der stadt, von der du schreibst, sondern nach der Befreiung, der Entzugserscheinungen. Deshalb kommt es ihnen vielleicht auch vor, als seinen sie so etwas wie frei, wenn sie ihre drogen nehmen. Um jetzt nochmal auf deine Theorie zurükzukommen, möchte ich noch hinzufügen, dass jeder Mensch lieben kann. Der entscheidende Punkt ist nur, das Me ungeliebte Menschen, das Gefühl haben selber nichts mehr geben zu können.
Ich hoffe, das ich mit meinem doch eher sachlichen Kommentar, nicht die Wirkung deiner Geschichte kaputt gemacht habe, denn das war auf keinen Fall meine Absicht.
vlG Sonne
Johannes Beck schrieb am 2007-12-10 00:40:58:
wow.
is gut. mehr zeit hab ich grad nicht, sorry
lg jo
sina franke schrieb am 2007-11-19 17:09:37:
ganz vielen dank ihr lieben. schoen, dass euch diese geschichte so gefeallt. ich bin wirklich froh, dass ich so nette und liebe lesr habe : )
liebe gruesse
@ Hilfe
gut finden? ich bewundere deine kommentare. aus deiner wortwahl spricht sichtlich intelligenz. du kanns dich wahnsinnig gut ausdruecken. ich hoere mir gerne deine Kommentare an und lese sie mehr als nur ein mal. weil ich sie einfach unglaublich finde.
ABER: auch dieses mal schreibe ich NICHT von mir. nicht mal anneahernd. ich bin wunschlos gluecklich mit meinem leben : )
deine kommentare sagen viel aus, was ich in dieser geschichte nicht offensichtlich zum ausdruck gebracht habe und es wundert mich sehr, dass du diese geschichte (zum groesten teil) so aufnimmst, wie ich sie auch gemeint habe. unglaublich heatte nciht gedacht, dass das jemand schafft HUT AB und eine TIEFE verbeugung : )
ich glaube, wer nicht liebt, der kann auch nciht feahig sein zu leben. und das schlimme daran ist. wenn man jemanden verzweifelt liebt, und diese liebe man nciht zurueck bekommt, dann kann man nciht mehr leben.
tausend dank fuer dein kommentar, es hat mich richtig stolz gemacht, dass du es so aufgenommen und so viel darueber schreiben konntest. danke
ganz liebe gruesse
ich
Hilfe? schrieb am 2007-11-15 21:16:09:
Hi, Sina,
hört sich an wie Richtung Borderliner (Mann, ich muss aufpassen, dass ich mir net einbilde, ich wüsste WIRKLICH was drüber :-))
Es ist schon verrückt, diese Welt.
Wenn man überall anerkannt werden will, muss man sich anpassen, außer man schafft es, dass man so anders ist, dass sie keine Vergleiche haben oder warten, dass sie sich an dich gewöhnen.
Um Anders zu Sein muss man jeden Tag stark sein, Freunde haben, die wirklich zu einem halten und ein wenig gleichgültiger sein, was andere sagen.
Das geht. Es gibt solche Freunde. Aber man muss halt auch was dafür tun.
Ich gehe jetzt mal nicht davon aus, dass du da über dich schreibst, aber ich sollte ja mal wieder labern :-))
Die Idylle, die Ruhe, die du beschreibst, ist keine.
Ich würde fast sagen, sie ist nichts. Schwarz. Außer du stellst sie dir lebhaft vor, und das ist eine Anstrengung.
Was ich meine, ist, dass es nicht lebt. Es gibt keine stadt. Es gibt nur ein Leben.
Das ist die Realität. Veränderung.
Wenn du sagst, du flüchtest, bist du nicht frei. Dann ist das höchstens eine Verschnaufpause.
Du wirst immer zur realen Welt wiederkehren, außer du bringst es fertig, dich zu töten während du in dieser Stadt bist.
Du sagst, sie kommen immer wieder, weil sie schwach sind.
Ich würde sagen, sie kommen wieder, weil sie keinen haben, der mit ihnen kämpft. und das liegt nur daran, dass sie nicht kämpfen. Ruf einmal in der Stadt um Hilfe (vllt. nicht un 12Uhr nachts) und es kommen 10 Menschen. Es ist so einfach. Man muss nur aus der bequemen "Stadt" herauskommen. Seinen Hintern bewegen.
Du wirst dich nie wohl fühlen, wenn du in der realen Welt nicht auf die Gegebenheiten und auf die Menschen eingehst.
Eine Persönlichkeit entwickelst. Dich anderen mitteilst.
Schon alleine wenn du in dieser Stadt bist und dich über die Ruhe freust, vergleichst du automatisch die Ruhe mit dem Lärm der Realität; midestens unterbewusst.
Und schwupps- bist du wieder im Flüchten. Sogar vor deinen Gedanken. Willst nicht mehr denken, weil du dich ja an die Realität erinnern könntest.
Willst weiß haben. Doch schon das ist ein Fehler.
Weiß ist etwas. Ist Licht. Ist Bewegung. Ist Leben.
Du wirst schwarz haben, weil nur schwarz nichts ist. Und dann wirst du Angst haben. Und Angst ist etwas.
Spar dir deine Kräfte für die reale Welt. Such dir richtige Freunde und Leute, die dich verstehen.
Das Leben ist nicht nur leicht - was sage ich da - Es ist eher schwierig.
Aber wenn du im Leben EINmal richtig glücklich bist, ist das mit nichts aufzuwiegen.
Und du wirst es wahrscheinlich öfter sein.
Flüchte nicht, sondern lebe.
Ende.
Danke auch für deine Kommentare. Ich finds klasse, dass es jemanden gibt, den ich vollschwallen kann, und der das auch noch gut findet.
Liebe Grüße,
Samuel
Lilly schrieb am 2007-11-13 19:37:13:
Woher nimmst du nur deine Ideen?? Du hast eine wahnsinnige Gabe Dinge zu beschreiben und es macht Spass von dir zu lesen!!!! Du bist ein großes Talent!!! Ich habe großen Respekt....
Liebe Grüße
Lilly
Jeiy schrieb am 2007-11-12 14:51:12:
wow, das ist traurig...und ich glaube, dass sich einige Menschen vielleicht wirklich so fühlen. Sie wollen fliehen, ja und möglicherweise ist für Manche der Tod tatsächlich eher eine art Erlösung.
Dein Text regt zum Nachdenken an, vor Allem der letzte satzt, wie ich finde, aber ich hoffe doch sehr, dass du nicht auch in diese Stadt der Engel fliehst ^^
Mfg
Jeiy
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