"Frohe Weihnachten, liebe Reuthers."
von
Tina
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Diese Geschichte basiert auf Handlungen der neuen deutschen ZDF-Krimi-Serie "DER STAATSANWALT" (Produktion Odeon TV Wiesbaden) Es werden keine kommerziellen Interessen verfolgt. Die Rechte an den Marken liegen bei den jeweiligen Markeninhabern. Die Weitergabe der Geschichte ist nur unverändert mit meiner Genehmigung und unter Angabe der Quelle erlaubt.
© Martina Jaite
Diese Geschichte ist einerseits nur für Leser geeignet, die diese Krimi-Serie kennen. Andererseits betrachtet, ist sie aber so verfasst, dass auch Außenstehende sie inhaltlich verstehen können. Sie handelt unter anderem von einem familiären Konflikt (sowohl beruflich als auch privat) zwischen einem Vater, der Staatsanwalt ist und seinem Sohn, der Hauptkommissar beim Morddezernat ist.
Für Insider, die die Serie kennen: Durch Sonja Reuthers gewaltsamen Tod im ersten Serienteil, kam ich auf die Idee, sie als Engel in einer Weihnachtsgeschichte erscheinen zu lassen. Diese Geschichte gab es nicht als TV-Episode, ich habe sie selbst erfunden!
DER STAATSANWALT - "Frohe Weihnachten, liebe Reuthers."
Es war Weihnachtszeit in Wiesbaden, wenige Tage vor Heiligabend. In der Fußgängerzone waren die Geschäfte mit zahlreichen Lichterketten ausgestattet, in den Schaufenstern standen Engel, Rentiere und Weihnachtsmänner. Girlanden aus Tannengrün mit roten Schleifen bestückt umrahmten die Eingänge der Restaurants. Auch in den Fenstern der Wohnhäuser sah man überall weihnachtliche Beleuchtung. Von Sternen über Leuchtpyramiden bis zu Engeln und Weihnachtsmännern war alles vertreten. Manche Bewohner hielten ihre Dekoration dezent, zierlich und schlicht, andere mochten es kitschig und übertrieben glänzend.
Auch Familie Reuther bereitete sich auf Weihnachten vor. Kerstin und ihr 3-jähriger Sohn Benny standen nachmittags in der Küche und waren gerade dabei, Plätzchen auszustechen, als Thomas nach Hause kam. "Hallo, ihr beiden Weihnachtsbäcker", grüßte er gut gelaunt. "Hallo, Thomas", antwortete Kerstin lächelnd. Thomas stibitzte ein frisch gebackenes Plätzchen vom Kuchengitter. "Hmmm", machte er, nachdem das kleine Backwerk in seinem Mund verschwunden war. "Ich habe vor einer Stunde mit deinem Vater gesprochen", erzählte Kerstin, während Thomas noch kauend sich den nächsten Keks angelte. "Er möchte, dass wir Heiligabend zusammen bei ihm im Haus verbringen. Ich finde, das ist eine gute Idee."
Thomas verzog das Gesicht. "Finde ich nicht", brummte er. "Warum denn nicht?", wunderte sich Kerstin. "Weihnachten ist doch ein Familienfest." - "Ich habe keine Lust, meinem Vater am Heiligabend die heile Welt vorzuspielen, so wie er es gerne hätte. Ich muss das nicht haben. Da können wir besser mit deiner Mutter feiern." - "Ach Thomas, meine Mutter ist doch Heiligabend gar nicht zu Hause. Sie wollte zu ihrer Schwester nach Frankfurt fahren." - "Für uns ist es auch besser, wenn wir Weihnachten woanders sind. Dann kann mein Vater uns das Weihnachtsfest wenigstens nicht versauen." Mit diesen Worten verzog er sich ins Wohnzimmer.
Benny war die Lust am Plätzchenbacken inzwischen vergangen. Er nahm seine ausgestochenen Sterne und warf sie nacheinander über den Tisch hinweg auf den Boden. "Benny, hör sofort auf damit!", rief seine Mutter entsetzt. "Thomas ist doof", sagte Benny. "Ich will Weihnachten mit Opa zusammen sein, nicht mit Thomas."
* * *
Am nächsten Tag fuhr Thomas zu seinem Vater. Bernd war völlig ahnungslos. "Was hältst du davon, wenn wir alle zusammen Heiligabend bei mir verbringen?", fragte er Thomas noch einmal. "Kerstin und Benny sind jedenfalls einverstanden. Dann kommt endlich mal ein bisschen Leben in diese verstaubte Hütte." Thomas lief inzwischen die Galle über. "Bestimmst du seit Neustem, wer was am Weihnachten macht? Müssen wir uns am Heiligabend in deinem Haus versammeln, damit du uns den liebevollen Opa vorspielen kannst oder was? Ich spiel' da nicht mit, das sag' ich dir gleich. Ich kann am Heiligabend sehr gut auf deine Anwesenheit verzichten. Ich hab' dich in den letzten zehn Jahren auch nicht wirklich vermisst."
Bernd seufzte hörbar. "Thomas, wirst du mir niemals eine Chance geben, mit dir wieder ins Reine zu kommen? Ich habe in den letzten zehn Jahren das Weihnachtsfest komplett ausgeklammert." - "Na und? Das ist nicht mein Problem", wetterte Thomas weiter. "Ich habe jedenfalls keine Lust, meinem uneinsichtigen Rabenvater das Fest der Liebe vorzuspielen. Für dich wird es ganz gut sein, dieses Jahr Weihnachten allein zu feiern. Vielleicht begreifst du dann endlich mal, was du mir und Mama damals angetan hast!"
Mit diesen Worten ließ Thomas seinen Vater allein. Bernd ließ sich das Gespäch mit seinem Sohn nochmal durch den Kopf gehen. "Für dich wird es ganz gut sein, dieses Jahr Weihnachten allein zu feiern. Vielleicht begreifst du dann endlich mal, was du mir und Mama damals angetan hast!", hörte er Thomas noch einmal sagen. Bernd wurde klar, dass Thomas mit diesen beiden Sätzen seinen ganzen Groll gegen ihn ausdrückte. Er ging zu seinem Laptop und schaute sich ältere Fotos mit Thomas und seiner Mutter an. Auf einem Foto war er auf einem Sessel sitzend mit Kind Thomas auf seinem Schoß neben einem Weihnachtsbaum zu sehen. Bernd betrachtete es lange. Das Foto verschwamm vor seinen Augen, Tränen rollten über seine Wangen. Dann trat ein stechender Schmerz in seinem Brustkorb auf.
Er stand auf und wankte durch das Wohnzimmer. Der Schmerz in seiner Brust verstärkte sich. Sein linker Arm ließ sich nur schwer bewegen. Er japste nach Luft. Mit Mühe und Not schleppte er sich zum Sessel, wo er sich hinsetzte. Mit der rechten Hand angelte er mühsam nach seinem Handy, das auf dem Tisch lag. Er tippte drei Ziffern ein und drückte die Hörertaste. Eine männliche Stimme meldete sich: "Notruf Feuerwehr." Bernd fiel das sprechen schwer. "Mein Name ist ... Bernd Reuther. Mein Herz ... ich habe Schmerzen in der Brust ... und im linken Arm, ich krieg' kaum Luft. Ich bin ganz allein hier. Bitte helfen Sie mir." Der Mann am anderen Ende der Leitung fragte noch einmal nach seinem Namen und seiner Hausadresse, sprach beruhigend auf ihn ein und versicherte, dass schon jemand auf dem Weg zu ihm sei.
* * *
Thomas war wieder bei Kerstin angekommen. Sie erzählte ihm, dass Benny sauer auf ihn wäre, weil er Weihnachten nicht bei seinem Vater sein will. Thomas beschloss, mit Benny in Ruhe zu reden. Er ging ins Kinderzimmer hinüber, wo Benny mit seiner Holzeisenbahn beschäftigt war. Er setzte sich zu ihm auf den Boden. "Benny, hör' mir bitte mal zu." Benny beachtete ihn nicht, er spielte weiter. "Das, was Opa mir und Oma angetan hat, kann ich nicht so einfach vergessen. Du weißt gar nicht, was damals passiert ist." Benny sah ihn an. "Weiß ich wohl. Opa hatte mit Oma einen Autounfall. Oma kam ins Heim und Opa ist weggegangen." Thomas war überrascht. "Woher weißt du das denn?" - "Hat Opa mir erzählt", antwortete Benny kurz. "Wann?", hakte Thomas
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Kommentare
lily schrieb am 2009-11-28 15:04:44:
des ist viel zulange
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