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Kategorien > Liebesdrama > Schmerz, ein anderes Wort für Liebe

Für Andreas

von Hermione

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Draußen dämmerte es bereits, Regentropfen prasselten auf das Dach und das gelbe, gedämpfte Licht im Raum tat bereits seine Wirkung bei mir.
Ich lag neben ihm, hatte meinen Kopf auf seine nackte, dünne Brust gebettet.
Seine Haut war weich und warm und sein Herz schlug kräftig und unaufhörlich. ‚Deshalb schlafen Babys gerne auf der Brust der Eltern“, dachte ich. Ein behaglicher Klang, monoton, und doch die wunderbarste Musik auf Erden für mich.
Meine Finger glitten langsam über seinen Körper, fuhren seine Arme entlang, bis zu seiner feingliedrigen Hand mit den langen schlanken Fingern, die ich so sehr liebte.
„Ich liebe dich“, tönte eine angenehme Stimme. „Ich liebe dich über alles.“
Ich lächelte. Oder zumindest versuchte ich es. Und brachte keinen Ton heraus.
„Hey …?“
Langsam hob ich meinen Kopf und blickte ihn an. Er hatte ein so schönes Gesicht. Schmal, volle Lippen, geschwungene Augenbrauen und weiche Haut. Der kleine Bart, den ich so gern mochte und der mich immer kitzelte, wenn ich ihn küßte.
Und seine Augen. Ein schönes Blau. Weder ein dunkles noch ein helles; mir schien, wenn er sich freute, leuchteten sie hell, wenn er traurig war, verloren sie ihren Glanz.
„Liebst du mich denn auch?“ Seine Stimme riß mich aus meinen Gedanken; diese wundervollen Augen ruhten auf mir, ich wußte, daß er auf eine Antwort wartete. Aber da war etwas, das mich hinderte, ihm zu antworten. Ich wollte lächeln, aber statt dessen froren meine Gesichtszüge ein. „Ich … bin … ich …“
„Hm? Oder empfindest du nichts mehr für mich?“ Seine Augen verdunkelten sich. Enttäuschung.
Wieder keine Antwort. Ich konnte einfach nicht.
„Empfindest du nicht mehr dasselbe für mich wie früher?“ Ich konnte seine Anspannung sehen. „Sag es mir, bitte!“
Was … sollte ich sagen? Ich wußte es nicht. Wenn er hier war, liebte ich ihn, so sehr, daß ich alles andere um mich herum vergaß. War er nicht bei mir, sondern war ich die ganze Woche allein, dann entwickelte ich Hass.
Weil ich ihn nicht sehen durfte. Nicht fühlen.
Und weil ich mich an die Worte von damals immer und immer wieder erinnern muß: „Ich kann dir nicht so oft sagen, daß ich dich liebe, sonst wird es alltäglich. Es tut mir Leid, ich brauche Zeit für mich.“ Es waren seine Worte gewesen, die immer und immer wieder kamen, als ich ihm sagte, wie sehr ich ihn doch liebte.
Ich war verletzt worden, und langsam starb etwas in mir. Ob es meine Gefühle waren? Das weiß ich nicht.
Enttäuscht wendete er sich von mir ab, starrte den Fernseher an. Ich wollte seinen Rücken berühren, ihn an mich ziehen, seinen Hals küssen und ihm sagen, daß ich ihn liebe.
Ich legte mich auf den Rücken und betrachtete die weiß verputzte Decke über mir. Dann schloß ich die Augen.


Andreas, ich liebe dich. Ich werde dich immer lieben.

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Kommentare

Nacht schrieb am 2008-11-13 05:31:07:
Sie sollte ihre Liebe zu ihm auf jeden Fall ausdrücken, und sagen. Denn ich habe es erlebt wie schnell man jemanden aus falschen Stolz, und Schweigen für immer verliert.

LG Nacht

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