Für Mich: eine Reise nach Hamburg
von
Florian Mühl
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1.
Ich wache morgens auf, drehe mich nach rechts, und schaue unerwartet ins Leere.
Da lag kein Körper mehr mit dem man gemeinsam am vergangenem Abend eingeschlafen ist. Das Einzigste was als Realitätbeweis diente, dass an dieser Stelle wirklich jemand lag, ist die zerknautschte aufgeschlagenen Decke von ihr.
Es ist an sich keine schlimme Situation, sie könnte ja überall sein. Im Badezimmer, in der Küche, vorm Fernseher oder irgendwo anders und sie konnte einfach nicht mehr schlafen.
Was nicht verwunderlich wäre bei Ihrem unruhigen Schlaf in letzter Zeit. Dennoch machte sich Irritation breit. Öfter schon in den letzten Wochen bin ich mitten in der Nacht wach geworden und hab sie im Schlaf reden gehört. Es waren nur einzelne Wortfetzen die absolut kein Sinn ergaben und nicht ein irgendein logischen Zusammenhang zu verstehen waren.
Einmal sogar ist sie aufgeschreckt aus ihren unruhigen Träumen, musste sich perplex den Kopf schütteln und fasste sich nachdenklich an die Stirn. Als sie daraufhin merkte das ich wach war fragte ich sie was los sei. Sie gab mir einen Kuss und sagte sie habe schlecht geträumt, legte sich zur Seite und schlief wieder ein. Ich hatte ein Gefühl dafür zu wissen wann sie log und dieses Gefühl lies mich den Rest der Nacht nicht schlafen.
Zurück im Jetzt schlug ich mir die Decke vom Körper und setzte die Füße auf den Boden.
Als ich den Schrank öffnete um mir die Sachen für den Tag auszusuchen sah ich das Ihre Hälfte halb leer war und der verbliebende Rest an Kleidung total zerwühlt da lag. Ich wusste nicht mehr wann ich den Schrank das letzte mal so unordentlich gesehen hatte, es musste aber schon einige Jahre her sein. Ich schaute hinab und sah das auch einer der Reisekoffer fehlte die unterhalb des Schranks lagerten. Verblüfft ging ich einige Schritte zurück und versuchte mir zu erklären was hier vor sich ging. Ich lies meine Bekleidung bei der Boxershort in der ich geschlafene hatte und verließ das Schlafzimmer in Richtung Küche. Niemand war hier und nur das Licht der frühen Morgensonne strahlte durchs Fenster. Selbst nur eine Nachricht auf einem Fetzen Papier war nirgends zu finden. Ich ging weiter in Richtung Haustür und schaute zur Garderobe. Ihre zwei Sommerjacken, mein Sacko und mein Blazer hingen an verschiedenen Hacken. Nicht jedoch Ihr Wintermantel. Ein Blick auf das Thermometer neben der Garderobe sagte mir, dass bereits früh an diesem morgen 20°C herrschten.
Auf dem Tisch neben der Garderobe lag mein Handy. Ich nahm es und rief sie an. Zeitgleich als das Rufton-Piepen in meinem Ohr erklang hörte ich ein Handy in der Küche klingeln. Ich legte wieder auf.
Verschwunden, ohne Worte. Sie sagte mir gestern Abend, überraschend, wie sehr sie mich liebt. Ich war gerühert. Wir haben miteinander geschlafen. Dannach sind wir gemeinsam eingeschlafen. Sie in meinen Armen. Es herrschte Harmonie.
Wir sind zusammen groß geworden, aneinander groß geworden und waren immer noch am größer und stärker werden. Wir haben uns oft ohne Wort verstanden und wussten was der andere denkt. Unsere Vertrautheit hat andere beeindruckt, doch am meisten uns selbst. Wir haben uns beide mit abgefunden, im Leben den oder die richtige zu finden, heißt auch nie wieder jemanden anderen zu finden. Wir wussten das. Haben miteinader gesprochen über dies und anderes. Haben selten bis nie etwas voreinander verschwiegen. Wenn ich jetzt in mich höre, hör ich das Schweigen.
Langsam und leise öffnete ich die Tür zu Leonis Kinderzimmer. Sie schlief, mit einer Miene als ob es nichts böses auf der Welt gäbe. Neben dem Babybett stand ein Fläschchen. Ich nahm das Fläschchen auf. Oft schon hatte sie ewig Zeit damit verbracht die Milch auf die genau richtige Temperatur zu bekommen. Die Milch in meiner Hand hatte genau die richtige. Das Zeichen was sie Leonie gesetzt hatte war das einzigste im ganzen Haus. So vergingen Tage, Wochen, Monate.
Naja alles geht irgendwie weiter. Auch das Leben. Und es ging weiter. Die Arbeit auf am Schreibtisch ging weiter. Die Autos die 5 m Luftliene entfernt an meinem Schlafzimmer vorbei donnerten gingen weiter. Der Wechsel von Tag und Nacht ging weiter.
Ich komme schon zu Recht. Sollte ich, werde ich und mache ich auch.
2.
Ich halte meine Wagen auf dem Parkplatz vor meiner Wohnung. Ich komme grade vom Kendo. Jede Woche 3 mal, dass hält Körper und Geist im Einklang. Außer heute. Ich habe Robert vorgeschlagen ohne Schwerter zu kämpfen und unseren Nahkampf zu verbessern. Er willigte ein Wir waren gleichgute Kämpfer. Doch ich hatte mehr Kraft als sonst, sie kamm irgendwie aus mir herraus. Ungewollt. Als ich ihn zu Boden gerungen hatte wollte ich ihn, mit meinem Knie an seinem Brustkorb, am Boden fixieren, genauso wie ich es in den Jahren gelernt hatte. Mein Knie fuhr runter und Roberts Brustkorb gab ein leichtes Knacken von sich. Robert keuchte auf vor Schmerz. Es war nicht gewollt und auch kein technischer Fehler von mir. Wohl eher Wut. Ich sollte mich bei ihm entschuldigen und ein schlechtes gewissen haben. Hab ich auch. Naja, ein bisschen. Ich werde ihm am Wochenende ein Bier ausgeben, denk ich mir. Als ich die Tür meines Alfa Romeos öffnen möchte, merkte ich wieder wie mein Hände und Füße schmerzen. Ich bin nach dem Training noch in der Halle geblieben und habe die Übungspuppen bearbeitet. Jetzt wo die rote Schwelung an meiner Oberhand nachgelassen hatte, sah ich kleine Risse auf der Haut. Ich störe mich nicht weiter dran, öffne die Autotür und geh in Richtung Wohnung.
Als ich die Wohnungstür aufschloß kamm mir der Geruch von frischzubereitetem Essen entgegen. Mathilde, meine neue Haushaltshilfe, begrüßte mich.
„Hallo, da sind sie ja. Ich hab Ihn ihr Lieblingsessen zubereitet. Lasagne mögen sie doch so gerne, nicht? Wie wars beim Training? Komm setzten sie sich, sie müssen total müde sein.“
„Danke, Mathilde.“ Antwortete ich. Mathilde lächelte mir entgegen. Sie war Mitte 50 und Hausfrau, nachdem Ihre einzigste Tochter Lisa von zuhause ausgezogen war, fühlte sie sich oft nutzlos. Ihr eigener Haushalt war für 2 Person schnell gemacht und ihr Mann, noch voll im Berufsleben, kamm meist nicht vor halb sechs nach Hause. Die Arbeit hier gab Ihr eine neue Aufgabe und man merkte das es sie glücklich machte.
Am Boden spielte Leonie. Ich nahm sie auf und gab Ihr einen liebevollen Kuss auf die Stirn. Diese Momente hatten etwas magisches. Immer schien es als würde alles um uns herum stillstehen. Es gab nur mich und sie. Unser.. mein Kind. Es war schön wie Leonie mein Leben reicher machte. Ich setzte sie wieder ab, begab mich an den gemachten Tisch und begann zu essen.
„Wissen Sie“, ergriff Mathilde das Wort, „“Ich habe mir überlegt das Sie sich mal mit Lisa treffen sollten. Sie hatte bis jetzt nur Pech mit Männer. Sie ist jetzt 28 und sollte langsam jemanden finden der sie glücklich macht. Sie sind ein anständiger, ehrlicher Kerl und passen gut zu Lisa. Soll ich sie nicht mal fragen ob sie an
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