Fynn-Kapitel 7
von
Yve
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Anna nickte.
„Ja, also du kannst es ruhig zugeben.“
„Ich habe keine Beziehung mit John!“
Anna wandte sich ab und ging auf ihre Haustür zu.
„Tschüss!“
„Warte! Das muss ich jetzt erst noch mit dir klären!“
„Kein Bedarf!“
„Warte gefälligst!“
Als Anna ihre Tür aufschloss, umfasste Fynn ihr Handgelenk.
„Ich bin nicht schwul okay?“
„Lass mich los! Es ist mir egal, ob du schwul bist oder nicht! Ich will nichts mehr mit dir zutun haben, also fahr nach Hause und lass mich in Ruhe.“
Er sah ihr wütend in die Augen. Anna sah ihn auch an und was sie da nun in seinen sonst so sanften Augen sah, ließ sie erschrecken. Es war als würden seine Augen, seine Iris, sie brannte. Die Farben in ihr bewegten sich und sie wirkten wie heißes, flüssiges Metall in seiner Augenfarbe, die sich immer mehr verdüsterte. Anna atmete nicht mehr. Fynns Hand, die ihr Handgelenk umschloss wurde immer kälter, eisig. Erschrocken zog sie ihre Hand zurück. Ohne ein weiteres Wort zu sagen schloss sie ihre Haustür auf und verschwand in ihrem Haus.
Fynn blieb noch immer erzürnt einige Minuten verharrend vor der Tür stehen, dann wandte er sich ab.
Als es dunkel wurde erhob sich John erleichtert aus seinem Bett. Endlich konnte er aus dem Zimmer raus, das ihn tagsüber gefangen hielt. Er streckte sich, um sich anschließend anzukleiden. Er hatte furchtbaren Hunger. Und ein Blick in den Spiegel ließ ihn erschrecken.
„Meine Güte.“
Er strich sich mit einer Hand über das Gesicht.
„Man könnte glatt denken, ich nehme Drogen, so wie ich immer aussehe. Wann hatte ich eigentlich meine letzte Mahlzeit?“
Er überlegte.
„Ist wohl schon zu lange her.“
Er zuckte mit den Schultern und begab sich nach Oben. Es war verdächtig still im Haus und alles so dunkel. Wie spät war es? Er sah auf die Uhr die im Flur stand. Es war gerade erst 9 Uhr abends. Eigentlich müsste Fynn doch noch wach sein und zu Hause. Es sei denn. John schmunzelte.
„Es sei denn, er ist mit diesem Mensch unterwegs, diesem Mädchen, wie hieß sie noch gleich? Hannah? Nein, ich glaube nicht, vielleicht Claudia? Nein, das war irgendwas anderes.“
Er dachte eine ganze Weile nach.
„Ach ja! Genau! Sie hieß Anna, warum bin ich da nicht schon eher drauf gekommen?“
Sein Körper zog sich innerlich zusammen.
„Na gut, also ich kann es nicht weiter hinaus zögern, ich brauche jetzt dringend was zu trinken. Unbedingt.“
Er zog sich seine Schuhe an und warf sich eine leichte Jacke über, um anschließend nach draußen zu treten und erst einmal tief einzuatmen.
„Wundervoll.“
John wollte soeben die Stufen nach unten gehen, als ihm etwas auffiel. Da lag etwas. Nur was, das war undefinierbar. Er sah genauer hin. Eigentlich müsste er es mit seinen Vampiraugen klar und deutlich erkennen können, aber er konnte es nicht. Er schubste das Etwas mit seinem Schuh an, es regte sich nicht. Schließlich bückte er sich nach unten und roch daran. Es roch irgendwie wie Fynn. Aber irgendwas war anders.
„Fynn?“
Er wackelte an seiner Schulter.
„Steh auf Fynn, los, ich hab nicht ewig Zeit, ich hab Hunger.“
Schließlich regte sich doch etwas. Fynn blickte nach oben und er sah furchtbar aus, noch furchtbarer als John je ausgesehen hatte.
„Meine Güte und ich dachte, schon ich sehe grausam aus in meinem Zustand, aber da kann man mal sehen, man lernt nie aus, dabei lebe ich schon fast 500 Jahre.“
Er zuckte wieder mit den Schultern.
„Na dann komm mal hoch.“
Er wollte ihn aufheben, aber es gelang ihm nicht.
„Lass mich hier liegen! Mir ist so schlecht, ich glaube ich sterbe gleich.“
John zog eine Augenbraue in die Höhe.
„Sag mal, was hast du denn getrieben?“
„Das willst du nicht wissen.“
„Ich bring dich erst einmal rein und dann kannst du mir alles erzählen.“
Er hob ihn hoch und brachte ihn zurück ins Haus.
Fynn lag auf dem Sofa und hatte sich die Hände vor sein Gesicht gelegt.
„John? Mir ist furchtbar schlecht! So schlecht war mir noch nie. Ich fühle mich so elend.“
„Fynn? Hast du Alkohol getrunken oder Drogen genommen oder irgendetwas in der Art?“
„Nein, hab ich nicht.“
„Nimm mal die Hände weg und guck mich an.“
„Ungern.“
„Los.“
John löste Fynns Hände von seinem Gesicht und wirkte leicht geschockt.
„Nein, du hast wirklich keine Drogen genommen, jetzt wo ich es richtig sehen kann. Fynn, warum hast du das getan? Du weißt doch ganz genau, wie schlecht es dir dann geht und was das für Auswirkungen haben kann. Ich dachte wir hätten uns darüber unterhalten! Ich will hier keine tickende Zeitbombe neben mir haben. Ich weiß dass du manchmal diesen Drang hast, genau wie ich auch und das ist etwas ganz natürliches an mir und dir, aber du kannst ohne es leben und ich brauche es. Also mach so etwas nie wieder. Ich möchte meinen 505 Geburtstag noch erleben.“
„Lass mich einfach in Ruhe, du bist nicht meine Mutter.“
„Das stimmt allerdings, deine Mutter ist tot und ich weiß dass du sie alle dafür hasst, aber gleich die Hälfte abschlachten und von ihnen trinken? Und wie schaffst du das bloß immer so sauber zu bleiben? Ich schaffe das nie.“
John schüttelte mit dem Kopf.
„Du weißt was du jetzt tun musst Fynn, los ab ins Bad! Und ich will dich erst wieder sehen, wenn alles draußen ist!“
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Kommentare
Yuriko schrieb am 2008-02-04 18:17:14:
echt gut....aber iwie schaffst du es, dass ich bei jedem ende da sitze und mich frage, was jetzt gerade passiert ist XD
Pünktchen schrieb am 2008-02-01 19:48:59:
geilgeilgeil...schreib schnell weiter
Lilly schrieb am 2008-02-01 18:42:55:
schnell schreib weiter
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