Fynn 10
von
Yve
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John schwieg für eine Weile.
„Nun, ja…das ist eine wirklich interessante Frage und ich glaube du möchtest auch eine Antwort haben, oder?“
Anna wandte sich um.
„Was soll das John? Natürlich will ich eine Antwort haben!“
„Ich weiß nicht ob ich dir sagen kann, was er eigentlich genau ist.“
Er lachte.
„Aber das ist ja eigentlich auch egal.“
„Nein ist es nicht…Du wirst doch wohl wissen, was genau dein Freund ist!“
Freund, ja das war zwar nicht gerade die passende Bezeichnung, aber na ja.
„Nun ja…ich weiß es aber nicht.“
„Das glaube ich dir nicht John.“
Er ging wieder zu seinem Kamin.
„Ich kann und darf es dir nicht sagen, das muss Fynn schon selber machen.“
Anna war kurz vor einem Nervenzusammenbruch und dieser elendige Vampir weigerte sich tatsächlich ihr zu sagen, was Fynn denn nun eigentlich genau war.
„Ich hatte nicht vor Fynn noch ein einziges Mal zu begegnen, wenn ich ehrlich sein soll.“
„Nein?“
John fröstelte es bei dem Gedanken. Wie würde Fynn darauf reagieren? Würde er wieder durch die Stadt ziehen und es tun? Er würde austicken und John umbringen. Dieser verfluchte Bengel!
„Wie hältst du das eigentlich bei ihm aus? Er scheint eine sehr aggressive Seite zu haben.“
John konnte sich bei der Antwort, die er ihr darauf geben würde, das Lachen einfach nicht verkneifen. Der Gedanke war furchtbar abstrakt.
„Es mag sich ein wenig merkwürdig anhören, aber meine Aufgabe ist es auf ihn aufzupassen.“
Anna sah John fassungslos an.
„Du sollst auf ihn aufpassen? Ich glaube eher du solltest in seiner Gegenwart eher auf dich aufpassen, wenn du mich fragst.“
Johns Gesichtsausdruck wurde wieder völlig ernst. Er schlenderte zu einem Sessel und ließ sich in ihn fallen.
„Nein, Fynn kann solche Kräfte normalerweise nicht mobilisieren. Das passiert nur wenn er Blut zu sich nimmt…Dann ist die Sache schon gar nicht mehr so spaßig, wenn er allerdings Vampirblut zu sich nimmt, dann ist es Zeit die Beine Hand zu nehmen!“
Anna sah John geschockt an.
„Er trinkt Menschen- und Vampirblut?“
„Ganz recht, aber er ist nicht auf das Blut angewiesen. Er ist ja kein Vampir, jedenfalls kein voller.“
„Wie meinst du dass John?“
„Fynn ist ein Mischwesen.“
Langsam schien Anna überhaupt nichts mehr zu verstehen. Erschöpft ließ sie sich auf das alte Sofa sinken und schloss ihre Augen.
John grinste zufrieden.
„Ich weiß immer noch nicht was du meinst.“
„Wir Vampire haben einige Oberhäupter, die über außergewöhnliche einmalige Fähigkeiten verfügen, sie beherrschen ihre Rasse und entscheiden über alle Gesetze, die uns auferlegt werden. Wir haben einen Feind, sie nennen sich Alben.“
Anna öffnete abermals ihre Augen, um John einen amüsierten Blick zu zuwerfen.
„Du willst mir das jetzt nicht im ernst weismachen oder?“
John nickte und war dann wieder sofort ernst.
„Weißt du auch wir Vampire haben herrschende Persönlichkeiten, die sich ab und zu nach Liebe sehnen. Aber jetzt sind Fynns Eltern tot, jedenfalls seine Mutter.“
„Ihr könnt Kinder zeugen?“
Erst jetzt wurde John bewusst was er hier eigentlich genau tat. Er war gerade dabei die gesamten Gesetze seiner Rasse zu offenbaren, wenn Antoine das raus bekam. Jetzt war es sowieso zu spät. Vielleicht musste er Anna ja zu einem Vampir machen, um seiner möglichen Strafe zu entgehen, aber was Antoine nicht wusste…
„Ja können wir, wobei wir zwischen zwei Vampirarten unterscheiden. reinblütige Vampire und nichtreinblütige Vampire.“
„Und wo liegt bitte da der Unterschied?
„Na ja, reinblütige Vampire, werden bereits als Vampire geboren und nichtreinblütige Vampire wurden durch einen Biss zu einem Vampir.“
„Dürfte ich fragen was genau Fynns Mutter war?“
Dazu schien John zu schweigen.
„Hör zu Anna, wenn ich dir das jetzt auch noch erzähle, dann wirst du wahrscheinlich kein normales Leben mehr führen können, wahrscheinlich werden etliche Wesen deinen Tod wollen, ist dir das bewusst? Vielleicht müsstest du dein zu Hause verlassen und ich müsste dich zu einem Vampir machen…“
Anna blickte John sichtlich geschockt an.
„Du würdest mich doch nicht zu einem Vampir machen, oder?“
Wenn Anna daran dachte, wie Johns lange, spitze Zähne sich in ihren Hals gruben, wurde ihr ganz bange. Verstört umfasste sie ihren Hals mit beiden Händen. John lächelte.
„Keine Angst, bis jetzt gibt es noch keinen guten Grund dazu, du darfst jedoch niemandem etwas von uns erzählen und am besten auch nicht von den Alben.“
Anna nickte darauf energisch.
„Erzähl weiter.“
„Fynns Mutter war eine Albe und sein Vater ist ein mächtiges Oberhaupt der Vampire, was es mir nicht einfacher macht Fynn zu schützen. Beide Seiten wollen seinen Tod. Er stellt eine Bedrohung dar.“
Es folgte eine lange Pause bis ein schepperndes Geräusch zu vernehmen war. Anna schreckte sofort hoch. Die Anspannung und die Angst, die sie vor etwa einer Stunde noch in beschlag genommen hatten, kehrten wie auf ein Fingerschnipsen zurück. Sie sprang vom Sofa und drückte sich mit weit aufgerissenen und zur Tür starrenden Augen an die Wand. Ein schweres Atmen kam aus der Dunkelheit des Flures.
„John, bitte, er soll…er soll mich nicht töten!“
Ihre hysterische Stimme machte nun auch John etwas nervös. Langsam wandte er sich zur Tür um. Er konnte Fynn erkennen, er lehnte schwer atmend an einer Wand. Er wirkte sehr schwach.
„Keine Angst Anna.“
John stand auf und ging aus dem Zimmer. Vorsichtig blickte Anna zur Seite. Ihr Blick fiel sofort auf das Fenster, auf welches sie anschließend so lautlos wie möglich zu schlich, eine Stimme ließ sie in der Bewegung inne halten.
„Warte! Bitte, ich wollte das alles nicht.“
Fynn, der nun aussah, als würde er einen Drogenentzug machen, hatte einen gequälten Gesichtsausdruck und sah Anna bittend an. Ann konnte mittlerweile ihren eigenen Atem hören. John half Fynn derweil sich auf das Sofa zu setzen, auf dem Anna gesessen hatte, diese machte einen weiteren Satz zur Seite.
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Kommentare
andrea schrieb am 2008-04-10 15:10:54:
hoffe du schreibst dieses mal etwas schneller weiter^^, denn deine geschichte gefällt mir sehr gut. lg andrea
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