Fynn 15
von
Yve
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„Ich hätte eigentlich jeden Grund dafür, denn wenn du nicht gewesen wärst, dann wären meine wundervollen Verwandten nicht auf mich aufmerksam geworden.“
„Was kann ich denn dafür, dass du so eine Verwandtschaft hast?“
Genervt sah Fynn zur Seite.
„Du bist wirklich nervtötend.“
„Du bist rechthaberisch!“
„Ich kann auch nichts dafür, dass ich immer Recht habe.“
Anna fiel darauf nichts mehr ein.
„Sprachlos?“
Wütend sah er Anna an, diese sah zur Seite.
„Ich lese nicht in den Tagebüchern von anderen.“
„Tu ich normalerweise auch nicht, aber deins war nun mal interessant. Es hat mich förmlich angebettelt, dass ich es lese.“
„Natürlich. Wie lange musst du eigentlich noch hier sein? Ich ertrage dich allmählich nämlich nicht mehr.“
Fynn schloss seine Augen, atmete lang ein und wieder aus.
„Ganz ruhig, ich bin ganz ruhig, ich werde mich nicht mit dir streiten.“
„Du und ruhig und ich bin in Wirklichkeit ein Kobold.“
Fynn verdrehte seine Augen.
„Viel dazu fehlt dir ja nicht mehr.“
„Was soll das denn bitte bedeuten?!“
„Diese Erklärung wäre zu hoch für dich, also versuch ich es erst gar nicht dir zu erklären.“
„Schön.“
Anna setzte sich auf ihr Bett und kramte etwas hervor.
„Dann kannst du dich von mir aus irgendwo hinsetzen und auf mich aufpassen, ich werde mich so lange beschäftigen und wenn du dann endlich gehst einen kleinen Freudentanz machen.“
Fynn kam diese ganze Streiterei mittlerweile ein bisschen albern vor, aber er würde nicht nachgeben. Schließlich hatte sie diesen Streit heraufbeschworen von Anfang an. Also setzte Fynn sich auf den Schreibtischstuhl und entspannte sich. Anna hatte sich derweil mit ihrem MP3 Player auf ihr Bett gelegt und die Augen geschlossen.
Dieses Mädchen war eindeutig furchtbar, befand Fynn. Genervt verschränkte er seine Arme vor der Brust und fixierte gelangweilt die gegenüberliegende Wand. Anna konnte doch nicht im Ernst von ihm verlangen, dass er nun die ganze Zeit ruhig auf diesem Stuhl saß und nichts tat. Er könnte auch runter zu ihrer Mutter gehen. Fynn überlegte einen Moment, stand auf und verließ anschließend das Zimmer.
Anna war eingeschlafen und hatte nicht bemerkt wie Fynn das Zimmer verlassen hatte, da sie Musik hörte. Dieses Mal träumte sie etwas. Anna ging durch einen riesigen Saal. Am anderen Ende befand sich ein prächtig verzierter Thron, daneben ähnliche prachtvolle Möbelstücke und auf ihnen saßen Menschen. Anna ging auf sie zu und als sie nur noch 5 Meter von dem größten Thron entfernt war, merkte sie schnell, dass sie sich getäuscht hatte. Es waren keine Menschen. Der Mann, der vor ihr saß, war elegant gekleidet und lächelte sie an. Es war ein Vampir, dessen braune Augen vor Intensität strahlten. Es war ein merkwürdiges Braun, aber doch wunderschön und fesselnd. Seine Haut war so blass und seine Lippen entblößten die typischen, gefährlichen Zähne. Die anderen, die neben diesem bedeutenden Wesen saßen, waren ebenfalls nicht menschlich. Anna hörte ein Geräusch hinter ihr ertönen und wandte sich um. Alles schien ihr wie in Zeitlupe zu geschehen. Dort stand er, Fynn, aber es war nicht ihr Fynn, es war der bösartige Fynn, der ebenfalls lächelte und dann ging alles ganz schnell. Fynn stand neben ihr und gab einen merkwürdigen Laut von sich. Anna spürte nur noch Schmerz, denn er hatte seine spitzen Zähne in ihrem Hals vergraben. Es fühlte sich wieder alles so echt an, wie damals der Traum mit dem Alb. Das Ziehen in ihrem Hals verstärkte sich immer mehr. Anna wollte aufschreien, sich wehren, aber sie konnte es nicht, sie war wie gelähmt.
Fynn ließ von ihr ab und sie fiel zu Boden. Blut rann aus der Wunde und sie wurde immer schwächer. Als sie ganz schwach den Kopf hob und zu Fynn aufblickte, sah sie in die tiefen, schwarzen Löcher des Alben, der sie im Park angegriffen hatte. Das Blut tropfte von seinem Kinn auf den weißen, kalten Marmor. Dieser furchtbare kalte Blick brachte Anna fast um den Verstand. Die Vampire und die Alben scharrten sich um sie und rissen sie förmlich in Stücke. Das letzte was Anna sah, war Fynn, der auf dem Thron saß, sie ansah und mitleidig lächelte.
Völlig verschwitzt und aufgelöst, riss Anna ihre Augen auf. Es war nur ein Traum gewesen, versuchte sie sich zu beruhigen. Aber dieser Traum hatte sich wie die Realität angefühlt.
Genervt riss sie sich die Ohrstöpsel des MP3 Players aus den Ohren.
Jemand setzte sich zu ihr aufs Bett. Es war Fynn. Als Anna ihm ins Gesicht blickte, sah sie ein mitleidiges Lächeln, genau das Lächeln aus dem Traum. Verzweiflung bahnte sich ihren Weg durch Annas Inneres. Er hatte auf dem Thron gesessen und er hatte ihr nicht geholfen, diese Bestien hatten sie zerrissen und er… Tränen sammelten sich in Annas Augen.
„Hattest du einen Albtraum?“
Anna nickte schweigend, Tränen fielen auf das weiße Laken ihres Bettes. Fynn nahm Anna in die Arme und drückte sanft ihren Kopf an seine Brust. Er atmete tief ein. Sie roch so wunderbar.
„Willst du mir erzählen, was du geträumt hast?“
Anna schüttelte mit ihrem Kopf.
„Nein.“
„Na gut.“
Sanft wiegte er Anna hin und her, die sich wieder beruhigte. Anna fiel auf, dass es schon fiel dunkler draußen geworden war.
„Löst John dich nicht jetzt bald ab?“
„Bald, die Sonne ist noch nicht ganz verschwunden.“
Anna löste sich wieder von Fynn.
„Ich geh erstmal etwas essen. Willst du mitkommen?“
Fynn schüttelte mit seinem Kopf.
„Dein Vater ist zu Hause und deine Mutter ist der festen Überzeugung, dass ich schon längst wieder zu Hause bin.“
Anna nickte.
„Gut, ich denke du kannst jetzt ruhig schon gehen. Mir wird in der nächsten halben Stunde schon nichts zu stoßen.“
„Okay. Aber bleib bitte immer in beleuchteten Räumen und geh nicht in den Schatten.“
Anna nickte abermals. Fynn stand nun vor ihr und hauchte ihr einen Kuss auf die linke Wange, der Streit bevor Anna einen Albtraum hatte war vorübergehend vergessen.
Annas Vater saß bereits am Essenstisch und unterhielt sich mit seiner Frau. Als Anna dazu stieß, begrüßte er seine Tochter und verfiel darauf abermals in ein Gespräch mit Mrs. Harrison. Diese erzählte ihrem Mann natürlich nichts von Fynn.
Als Anna fertig gegessen hatte, wünschte sie ihren Eltern eine gute Nacht und begab sich anschließend wieder in ihr Zimmer, wobei sie immer darauf achtete, vorher das Licht anzuschalten. Die Sonne war bereits untergegangen und John hatte bestimmt schon seinen Posten vor dem Haus bezogen. Als sie in ihr Zimmer trat, saß John auf ihrem Bett. Anna hatte sich ein wenig bei seinem Anblick erschrocken.
„Was machst du hier drinnen?“
„Fynn hat mir erzählt, dass du einen Albtraum hattest.“
„Ach, hat er das?“
John nickte grinsend.
„War der Traum dieses Mal wieder so real wie der letzte?“
„Ja, das war er und ich frage mich allmählich wann das alles ein Ende haben wird.“
„Das weiß ich leider auch nicht. Erstmal müssen wir diesen verfluchten Alb erwischen und ihn dieses Mal richtig ausschalten, aber ich weiß nicht, ob er der Einzige ist, der auf dich aufmerksam geworden ist
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Kommentare
Lilly schrieb am 2008-07-27 22:30:29:
Hey, wann geht es endlich weiter, wir warten
Liebe Grüße
Lilly
hany schrieb am 2008-06-23 12:41:49:
sehr sehr spannend deine story!! und voll gut geschrieben! freue mich auf den nächsten teil! glg hany
hannah-victoria schrieb am 2008-06-22 23:36:25:
haiii wieder mal wundervoll geschrieben...xD^.-
weiter so
gggglg hannah
andrea schrieb am 2008-06-22 17:28:24:
bitte schreib weiter. lg andrea
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