Fynn 16
von
Yve
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John öffnete gerade die Haustür, als er auch schon Fynn an der Wand lehnen sah.
„Warum schläfst du nicht? Es ist noch sehr früh?“
Um seinen Worten mehr Ausdruck zu verleihen, warf er einen kurzen Blick auf seine Armbanduhr.
„Ich wollte mich nur vergewissern, ob auch alles in Ordnung ist.“
„Ja, es ist alles in Ordnung, du kannst mir ruhig vertrauen.“
Fynn nickte uns stieß sich von der Wand ab.
„Hatte sie wieder einen Albtraum?“
John seufzte.
„Ich weiß es nicht, wenn ich ehrlich sein soll.“
Während er sich seiner Schuhe entledigte, zog er sich seine Jacke aus.
„Ich weiß noch nicht mal ob sie wirklich geschlafen hat. Totenstill in ihrem Zimmer.“
„Ich könnte auch nicht schlafen an ihrer Stelle.“
John gähnte und streckte sich dabei.
„Na ja, ich leg mich jetzt erstmal hin. Viel Spaß bei deiner Wache jetzt, wenn du dich vorher nicht ausgeruht hast, ist das selber deine Schuld.“
„Bis dann.“
Mit diesen Worten verließ Fynn das Haus. Als er vor Annas Haus stand, wurde auch er stutzig, es war wirklich sehr still, vielleicht ein bisschen zu still. Aber das hatte sicherlich nichts zu bedeuten und er behielt Recht. Anna verließ wie jeden Morgen das Haus und lief zur Schule. Nur sah sie dieses Mal sehr müde aus. Anscheinend hatte sie doch nicht so eine gute Nacht gehabt. Oder erst gar nicht geschlafen? Fynn versuchte ihr unauffällig zu folgen, sie sollte sich schließlich nicht zu sehr kontrolliert fühlen. Alles schien wie jeden Morgen zu sein. Bis auf diese Person, die ihm äußerst verdächtig vorkam. Anna stand wie jeden Morgen, wenn sie nicht gerade zu spät kam, noch eine Weile vor dem Schulgebäude und wartete dort auf Sisilia. Diese war allerdings noch nicht da, aber ein anderes Mädchen kam stattdessen auf sie zu. Sie wirkte sehr zielstrebig. Irgendetwas stimmte da nicht. Schließlich blieb sie vor Anna stehen und schien sich mit ihr zu unterhalten. Annas Gesichtszüge wurden immer unsicherer. Schließlich ging das Mädchen auf den Schuleingang zu, blieb stehen und drehte sich schließlich um und sie sah direkt in seine Richtung. Ein wissendes, fieses Lächeln umspielte ihre Lippen.
„Gwen..“
Sie zwinkerte ihm zu und ging ins Gebäude. Erschrocken wandte er sich um. Er wusste was das alles zu bedeuten hatte. Anna war höchst wahrscheinlich in Gefahr und was sollte er dagegen tun?
Anna stand vor ihrer Schule und wartete auf Sisilia. Ein Wunder, dass sie heute noch pünktlicher als pünktlich war. Das war eine furchtbare Nacht gewesen, die sie hatte. Erst hatte sie ganz entspannt geschlafen, doch dann war da wieder ein furchtbarer Albtraum gewesen. Wenn sie daran dachte, ging es ihr immer noch ziemlich nah. Den Rest der Nacht hatte sie nicht mehr geschlafen und so sah sie jetzt auch aus. Müde und völlig am Ende. Als sie ihren Kopf hob, sah sie Gwen auf sie zustürmen. Die hatte ihr jetzt auch noch gefehlt. Gwen blieb schließlich vor ihr stehen und sah sie wieder mit diesem kühlen Blick an.
„Guten Morgen, Anna. Hast du gut geschlafen?“
„Mir geht’s gut.“
Anna gähnte.
„Du siehst so müde aus, du hattest wohl einen Albtraum?“
Skeptisch zog Anna eine ihrer Augenbrauen in die Höhe. Das war doch alles ein bisschen komisch. Anna hatte Albträume und Gwen sprach sie darauf an. Als Anna ihr wieder in die kalten, grau- blauen Augen sah, erschrak sie fürchterlich. Für einen Moment schien es ihr so, als wäre da keine Pupille, nur Schwärze. Sie konnte ihren Blick einfach nicht von diesen Augen abwenden.
„Wir sehen uns dann später im Unterricht, Anna.“
Lächelnd ging sie an ihr vorbei. Anna starrte noch immer fassungslos auf den Punkt, an dem Gwen soeben noch gestanden hatte. Was ging hier vor? Es wurde allmählich alles ein bisschen viel. Anna stand noch eine ganze Weile da, sie schien jegliches Zeitgefühl verloren zu haben. Schließlich legte sich eine Hand auf ihre Schulter, doch Anna wandte ihren Blick immer noch nicht von ihrem Blickpunkt ab.
„Alles in Ordnung?“
„Wie?“
„Sie mich an!“
Sisilias Stimme riss sie schließlich aus ihrer Starre. Anna sah zu Sisilia hoch.
„Geht es dir gut? Du bist ziemlich blass.“
Anna legte sich behutsam eine Hand an ihre Stirn.
„Ja, ich denke es geht mir gut.“
„Aber warum stehst du dann hier und wirkst wie nicht anwesend?“
„Ich bin nur ein bisschen müde“, brachte Anna mit einem Gähnen hervor, um das Ganze zu unterstreichen.
„Ich hab mir schon Sorgen gemacht. Du scheinst neuerdings ohnehin nicht so viel Schlaf zu bekommen.“
Anna ging einige Schritte auf den Schuleingang zu,
„Lass uns lieber rein gehen, sonst kommen wir noch zu spät zur ersten Stunde.“
Sisilia nickte und folgte ihrer Freundin schließlich in das Schulgebäude. Sie machte sich trotz der beruhigenden Worte von Anna immer noch Sorgen um sie.
Selbst in der Politikstunde war Anna nicht wirklich anwesend. Sie starrte zwar auf die Tafel, aber ihre Gedanken waren ganz woanders. Nämlich bei den Augen von Gwen. Am liebsten würde sie sich ja noch einmal umdrehen, um sich auch wirklich zu vergewissern, dass Gwen keine schwarzen Augäpfel hatte, aber die Angst war einfach zu groß, dass sie eine hässliche Fratze eines Alben zurück anstarrte.
John schlief seelenruhig in seinem dunklen Zimmer. Er hatte die Tür sicherheitshalber abgeschlossen, damit nicht wieder irgendjemand ihn unsanft störte. Aber schon bald sollte er bemerken, dass die Tür Fynn davon nicht abhalten konnte. Sie wurde geradezu eingerannt.
John schreckte hoch, er saß kerzengerade im Bett, als ihn auch schon Fynns Hände an beiden Schultern packten und ihn unsanft aus dem Bett manövrierten.
„Was ist denn schon wieder passiert?“
„Gwen! John, Gwen ist hier!“
Gwen, ja dieses Thema hatte ihn schon beschäftigt, als Anna ihn darauf angesprochen hatte. Er hatte es jedoch verdrängt.
„Ganz ruhig! Atme erst einmal tief ein und setz dich!“
Während John diese Worte sprach, ließ er sich auch so gleich wieder auf sein weiches Bett fallen. Fynn setzte sich tatsächlich, was John ehrlich gesagt sehr wunderte.
„Ich glaube nicht, dass Gwen hier ist.“
„Doch sie ist es!“
Fynn sprang abermals auf und bewegte sich hin und her im Raum.
„Ich habe sie mit meinen eigenen Augen gesehen, wie sie praktisch vor mir stand. Sie sah mich gezielt an und ein Mensch hätte mich nicht aus dieser Entfernung im Gestrüpp erkannt! Sie hat mich angelächelt und mir zugezwinkert!“
„Na da hat sie aber was ganz gemeines mit dir gemacht! Da flirtet sie einfach mit dir!“
Fynns Augen leuchteten kurz wütend auf.
„Hör auf mit deinen Witzen! Sie ist Anna gefährlich nahe und weiß, dass ich mit ihr in Verbindung stehe! Sie, sie kann ihr sonst etwas antun!“
John stieß gestresst die Luft aus.
„Und was willst du jetzt dagegen tun Fynn? Sie wartet doch nur darauf, dass du aus deinem Versteck kommst, um Anna zu helfen oder sie gar zu schützen. Ich sage es nur wirklich ungern, weil ich Anna sehr gern hab, aber sie ist ein ziemlich Schwachpunkt an dir.“
Wieder flammten seine Augen auf.
„Ich werde dir sagen was ich tun werde! Wir werden hier verschwinden John
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Kommentare
LIlly schrieb am 2008-08-13 15:45:15:
Super! Bitte lass uns diesmal nicht so lange warten!
hany schrieb am 2008-08-10 20:36:57:
endlich wieder ein teil!! und er ist gut! wirklich gut!!:) freu mich auf den nächsten!!
andrea schrieb am 2008-08-10 12:48:34:
bitte schreib weiter. echt klasse geschrieben.
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