Fynn 20
von
Yve
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Abermals standen sie vor dem Zimmer, in das Fynn zu Anfang gegangen war, doch dieses Mal durften sie alle eintreten. Anna erschrak leicht, als sie den Mann sah, der sich gerade von seinem Stuhl erhob und lächelnd auf sie zuschritt. Seine Augen waren unnatürlich violett und schienen zu strahlen. Sie war von Anfang an gebannt von diesen Augen.
John stieß sie mit dem Ellenbogen in die Seite. Ein leichter Schmerz durchfuhr Annas Rippen. Wütend blickte Anna zu John.
„Anna, John! Willkommen in meinem bescheidenen Unterschlupf!“, säuselte der Vampir süß.
„Fühlt euch doch wie daheim!“
Wie daheim sollten sie sich hier fühlen? Hier konnte sich ja selbst eine Kakerlake nicht wohl fühlen!
„Ich werde euch ein Angebot machen, welches ihr ausschlagen oder annehmen könnt. Ersteres würde ich euch auf gar keinen Fall empfehlen“, sein Blick wurde von einer Sekunde auf die nächste todernst und als er weiter sprach, hatte seine Stimme eine kühle Note erhalten.
„Ihr, bzw. du Anna, werdet Fynn dazu bringen mir zu helfen und es wird euch an nichts mangeln, oder ihr nehmt mein Angebot nicht an und ich werde dafür sorgen, dass ihr eures Lebens nicht mehr froh sein werdet“, beendete er schließlich seine kleine Rede, die an Anna gerichtet schien, da er seinen Blick die ganze Zeit nicht von ihr abwandte. Dieser blieb er Mund offen stehen.
„Also, das erste Angebot gefällt mir wirklich tausendmal besser als das zweite!“, John war schon im Inbegriff einen Vertrag zu unterschreiben, was Anna nicht ganz nachvollziehen konnte.
„Was wollen Sie mit Fynn anstellen?“, neugierig ging Anna einige Schritte näher auf den Vampir zu.
Dieser ließ ein helles, freundliches Lachen erklingen.
„Ich will nichts weiter, als seine Unterstützung bei der Vernichtung des alten Staatssystems. Du kannst es auch Weltherrschaft nennen.“
Anna grinste nervös.
„Ich werde Sie dabei unter gar keinen Umständen unterstützen!“, Annas Entschluss stand fest. Keine Unterstützung für Vampire, die die Weltherrschaft haben wollten und ihr einen Alb auf den Hals gehetzt hatten. Sie wusste es zwar nicht genau, ob es auch so gewesen war, aber das war die einzige logische Überlegensweise.
Wieder stieß John ihr kräftig in die Rippen. Dieses Mal jedoch fester als das letzte Mal. Anna funkelte ihn böse an.
„Bist du von Sinne? Wir sind klar im Nachteil!“, zischte er ihr zu.
Anna zuckte mit den Schultern.
„Verräter“ formte sie mit ihren Lippen. John wandte beleidigt sein Gesicht ab und verschränkte die Arme.
Wieder erklang das Lachen des Vampirs.
„Euch beiden zuzusehen ist wirklich sehr amüsierend. Wollt ihr nicht ein kleines Theaterstück für mich einstudieren? Steht dein Entschluss fest, Anna?“, wütend funkelte er sie an.
Anna nickte, nicht mehr ganz so überzeugt wie am Anfang des Gesprächs.
„Gut, dann trag die Konsequenzen.“
Der Vampir machte eine Handbewegung.
„Bringt sie hinaus in den Wald! Wir brauchen sie nicht! Der Alb wird sie schon finden und wissen was zu tun ist“, genüsslich ließ er sich die Worte auf der Zunge zergehen.
„Was?!“, doch Anna kam nicht weiter jemand schlug ihr kräftig auf den Kopf und sie fiel in die Arme der Bewusstlosigkeit.
Als sie wieder erwachte, konnte sie zunächst nichts sehen. Es war zu dunkel. Erst nach einer Weile hatten sich ihre Augen ein wenig an die Dunkelheit gewöhnt. Anna konnte Umrisse von Bäumen ausmachen. Es war ziemlich kalt, na gut es war verdammt kalt. Taumelnd richtete Anna sich auf. Diese verfluchten Vampire hatten sie doch tatsächlich tief allein im Wald zurück gelassen. Das war nicht gerade die feine englische Art.
Anna stand eine ganze Weile an Ort und Stelle. Wo sollte sie jetzt hingehen? Sie wusste noch nicht einmal wo sie sich befand. Noch immer hatte sie ein grausames Stechen in ihrem Kopf. Eine Welle der Traurigkeit überflutete sie, als sie an Fynn dachte. Er war fort, für immer. In der Gewalt dieser Verräter und Anna stand hier inmitten des kalten, modrigen Waldes und konnte nichts ausrichten, geschweige denn zurück nach Hause. Der Alb war bestimmt schon auf dem Weg zu ihr. Warme Tränen liefen ihr über die bereits unterkühlten Wangen. Anna sank wieder auf ihre Knie. Sie legte die Hände auf ihre Augen und schluchzte.
Sie konnte versuchen einen Ausweg zu finden, aber der Alb würde sie früher oder später finden und umbringen, also konnte sie genauso gut an Ort und Stelle verweilen und auf ihre Hinrichtung warten. Hoffentlich geschah es schnell und schmerzlos.
Irgendwann konnte sie nicht mehr weinen. Mit verängstigten Augen sah sie sich um auf ihren Tod wartend, aber es geschah nichts. Mit ein wenig Hoffnung erhob Anna sich und ging in eine Richtung davon. Erst dann begann der Albtraum. Laub wirbelte auf und dort stand er in voller Montur.
Die langen, schwarzen Haare wehten ihm ums bleiche Gesicht und gaben für einige Sekunden den Blick auf seine schwarzen, leeren Augen frei. Wie oft hatte Anna von ihrem Tod durch seine Hände geträumt. Er hatte sie verfolgt und in jedem ihrer Albträume hingerichtet.
Wie angewurzelt stand sie an Ort und Stelle und verspürte nicht den leisesten Wunsch zu flüchten.
„Bemerkenswert“, schien es von überall her zu tönen.
Der Wald schien noch dunkler und kälter geworden zu sein. Eine Gänsehaut bildete sich auf Annas Haut und sie konnte ihren Atem sehen. Warum musste das alles an solch einem trostlosen Ort geschehen?
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Kommentare
Lilly schrieb am 2009-01-19 20:55:23:
Hey, du weißt ich mag deine Geschichte, doch nur mal sie einen Tip... vielleicht solltest du nicht jeden satz mit dem Namen deiner Protagonisten beginnen, oder ihn darauf aufführen, das störrt beim lesen. Wenn sie z.B. alleine im Wald ist, kann sie ja nur denken. Oder manchmmal erkannt man an einem Dialog wer etwas sagt.
Lg
Julia schrieb am 2008-12-17 17:24:19:
die geschichte wird ja immer besser!!^^
ich hoffe man sieht sich mal wieder bzw telt mal
Lg
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