Gedanken zu unserem WIR
von
Agatha Aiasi
Mein Liebster, was treibt mich voran, was ist es, das mich dich, wie im Wahn suchen lässt? Fühle mich noch immer gefangen in der Erinnerung unserer Begegnungen, ohne zu wissen, wohin unsere Liebe uns entführt. Rauschend schwebten wir dahin, zwischen Götter und Dämonen, zwischen Licht und Dunkelheit, zwischen Feuer und Eis, auf einem reißenden Strom, in einem Meer von Träumen. Wie eine Fata Morgana erscheinen all die Bilder, gejagt von unserer Lust, als wollten wir einen Steppenkrieg eröffnen, um in der höchsten Extase gewaltig und erschütternd die Erde erbeben zu lassen.
Die Farben der Liebe, ein unvergessliches Rot, so intensiv rot, wie dein Blut, welches durch deine Adern fließt. So rann die Zeit dahin wie der Flug des Albatross und so oft ergoss sich ein Regen auf meine Haut, durch deine magischen Berührungen. Stimmen drängten sich an mein Ohr, welche auferstanden aus dem ewigen Eis und durch sie vernehme ich deine Worte, dein Begehren, wie eine ewige Wiederkehr - ein immerwährendes Echo. Mit dem sanften Druck deiner Hände, vereint mit der unwiderstehlichen Kraft unserer Gedanken, erschufen wir unsere Liebesoase, unser Zentrum, erfüllt von tiefster glühender Wärme inmitten des Eises.
So ertönte unser Liebesrausch durch die Welten, um gemeinsam die höchsten Himmel zu erklimmen und hinabzutauchen in die tiefsten Höllen. Jenseits der Meere, Wälder, Berge und Flüsse, steht nun unser uneinnehmbares Paradies, unser verzauberter Kontinent, der auf unseren sehnlichsten himmlischen Reisen, unser vergoldetes Geheimnis behütet. Ist alles nur ein Trugbild? Oder ein Nebel, der die Wirklichkeit verdeckt?
Würde heute der Lebensbaum Früchte tragen, dann wäre er mit reinen Glasperlen geschmückt, meine geweinten Tränen der Glückseeligkeit. Was soll ich dem Vogel der Nacht sagen, der auf meinem Fensterbrett sitzt und darauf wartet, dir eine Botschaft zu überbringen? Ich schenke dir heute mein vollkommenes Schweigen und in ihm erkennst Du all das, was Du für mich bist!
Hattest du eigentlich den Sturm gespürt, sein Antlitz gesehen gestern Nacht, als sich die Flammen in unseren Tiefen der Augen vereinten? Hast du das tosende Meer gesehen, auf dem sich unsere Körper wogten, wie ein Schiff, das auf die Brandung zusteuert, im Augenblick unseres Seelenfeuers? Hast du den Fluss gefühlt, wie er Perle für Perle an unseren Wangen hinabrann, salzig und klar? Und hast du den sanften Wind vernommen, der das Flussbett unseres Körpers wieder trocknete unter seinem heißen Atem? Ja wir spürten das Erdbeben, welches unsere Körper erschütterte und deren Nachwehen des Lustschmerzes; die uns beflügelten, auf immer höheren Wellen hinaufzuschwingen! Oh Gott, ich erlebte wie sich die Welten im Sternenzauber drehten und die Melodie der Liebe uns erfüllte, wie ein immerwährender Rausch der sinnlichen Unendlichkeit!
Ja, ich weiß, auch du hast es wahrgenommen, gekostet, genossen; dein Verlangen gestillt, wie der Dürstende in der Wüste. Dein Körper war nass von der Hitze der Flammen, die uns umtosten, die uns schlugen, bis wir selbst zum Feuer wurden. Ein Tanz der Flammen und mit glühenden Augen gierten wir nacheinander und trugen die Masken der wilden Tiere. Im Rausche der Sinne hetzten wir unsere Körper, atmeten das Aroma des feuchten Mooses und der Betörung ein und ließen uns fallen im Sturzflug wie der Falke, der seine Beute reißt; um später das Blut unserer Wunden zu lecken, zu schmecken, mit der Sanftheit, die einem Elfenzauber glich.
Mit uns der Weltuntergang, in einem eisigen Fieber und am Morgen danach, ward etwas geboren, in einer atemberaubenden Schönheit: WIR.
Durch unsere Liebe, als sich die Körper und unser Geist vereinigten zu EINEM ICH, während unser Verstand keine Zweifel in sich trug, sondern ein lautes "Ja" sie sich entgegenschrieen.
Du hattest mich gefragt: "Wann kommst du wieder?" Meine Antwort lautete: "Hast du nie gespürt, dass ich schon immer an deiner Seite war und hast du etwa vergessen, dass ich jede Sekunde bei dir verweile, so wie im Gestern, im Jetzt und im Morgen?"
"Nein ich habe es nicht vergessen. Ich sehne mich nur nach dem Morgen."
Wann immer dieses Morgen auch sein wird, wir wissen, dass wir in der Einsamkeit, dennoch zu zweit sind und dass in der Zweisamkeit, wir stets EINS sein werden.
Kommentare
Disaster111@sms.at schrieb:
Zum Grusse Agatha, was, wäre die Pilosophie nicht? Keine Lyrik? Keine Gedichte, die uns verzaubern?Keine Romantik? Wenig Liebe?Es wäre kein Leben, mehr! Denn diess, hält uns im innersten Lebendigst, treibt uns voran!Ohne, Wünsche und Hoffnungen - trübe Gedanken wären unsere Begleiter. Die Zeit ist Nah, wo wir Liebe und Halt dringender brauchen, als die Nahrung. Dich, ich bin mir bewusst Sie wissen das, verehrteste Agatha.
Liebste grüsse, M.Magus
caro@gmx.de schrieb:
schön
Kommentar hinzufügen