Geschichte einsenden Links & Rings AGBs Impressum
Kategorieauswahl
Wir freuen uns über jeden Autor, der hier auf Storyparadies.de seine Geschichten veröffentlichen möchte.Da jeder Autor Feedback braucht, sind Kommentare, solange es sich um konstruktive Kritik handelt, möglich und auch ausdrücklich erwünscht. Bitte verwenden Sie zur Einsendung der Geschichten und Kommentare unser Formular und beachten Sie dabei unsere Regeln.
Suche


Kategorien > Philosophie > Philosophisches

Geduld (besonnenheit, Gelassenheit)

von Arthur Phasen

1 2

Ausgehend von der Tatsache, dass der Mensch als Individuum nicht der Inhaber der Zeit ist, entgegen der Altagsphrase “Ich hab keine Zeit dafür!“, sehe ich Besonnenheit als hohe Tugend, die der Allgemeinheit das miteinander immens vereinfacht. Da ich davon überzeugt bin, dass die Zeit die uns zur Verfügung steht in Proportion mit den zu erledigenden Ereignissen liegt, die der einzelne abzuschließen hat, unabhängig von denen die versuchen einen unter Druck zu setzen, ist es auch unvergleichbar einfach dieser Tugend zu folgen. Ich denke das Wort “Zeit“ ist mit dem Wort “Unendlich“ gleichzusetzen. Kein Mensch kann sich wirklich etwas darunter vorstellen. Wir haben zwar Möglichkeiten entwickelt die das miteinander in der Zeit ermöglichen, doch wie die Unendlichkeit hat die Zeit keinen Anfang und kein Ende, zumindest keines das der Mensch erfassen könnte. Die Darstellung der Zeit als 4te Dimension finde ich daher recht plausibel. Sie liegt außerhalb des Greifbaren, sie bietet keinen Halt, leistet aber auch keinen Widerstand.

In der Begrifferklärung finden wir, wenn wir nach Besonnenheit suchen:
Besonnenheit bezeichnet im Unterschied zur Impulsivität die überlegte, selbstbeherrschte Gelassenheit, die besonders auch in schwierigen oder heiklen Situationen, den Verstand die Oberhand behalten lässt, um vorschnelle und unüberlegte Entscheidungen oder Taten zu vermeiden.
Auf gut Deutsch: “Erst denken, dann handeln“

Gelassenheit hingegen ist eine innere Einstellung. Auch sie ermöglicht es einem die Ruhe in schwierigen Situationen zu bewahren, anders jedoch als die Besonnenheit spiegelt Gelassenheit eher den emotionalen Aspekt von innerer Ruhe wieder. Also das tiefe innere Gefühl “es wird schon alles wieder gut werden“. Im christlich mystischen bezeichnet Gelassenheit , “Das Gewollte geschehen lassen“. Frei nach dem Motto: Gottes Wille geschehe und im Glauben an das göttliche Schicksal dem alles Leben unterworfen ist.

Im Alltag lassen wir uns nur allzu leicht aus der Ruhe bringen. Wir lassen uns von der Hektik um uns anstecken und verfallen in Stress. Dieser Wiederum ist ein Auslöser für Unwohlsein. Durch den Stress überträgt sich die fehlende Gelassenheit/Besonnenheit, auf den Körper. Meist hat dies Übelkeit, Kreislaufschwierigkeiten, etc. zur Folge. Wir fühlen uns schlecht weil wir uns in Unruhe stürzen. Der Satz “Stress macht man sich nur selbst“ ist vollkommen wahr. Sobald man jedoch akzeptiert hat, dass genügend Zeit zur Verfügung steht, um dass zu tun was getan werden muss, wird es leichter zu akzeptieren das man sich diesem Stress unnötigerweise aussetzt.

In der Praxis ist dies natürlich schwer umzusetzen, weil es schwierig ist die Prioritäten richtig zu setzen, sich nicht von anderen beeinflussen zu lassen. Auch ist es gesellschaftlich betrachtet oft ratsam, zumindest gestresst zu wirken, doch sollte man stets zurück zur Ruhe finden.

Besonnenes handeln führt zu Ruhe, Gelassenheit zu Frieden.

Um innere Ruhe zu erlangen muss man sich Situationen aussetzen die einen in der Vergangenheit in Unruhe versetzt haben und diese bewusst wahrnehmen, also die eigentliche Ursache und Sinnhaftigkeit der eigenen Reaktion analysieren.
Als Beispiel will ich nun einmal das Autofahren heranziehen. Mir ist aufgefallen, dass es für viele Menschen ein großes Problem darstellt nicht in ihrem gewünschten Tempo voranzukommen. Wenn Beispielsweise ein Fahrer vor einem viel langsamer fährt als gesetzlich erlaubt beginnt man leicht zu fluchen und zu toben. Fast jeder Verkehrsteilnehmer im Straßenverkehr hat eine eigene Autofahrerpersönlichkeit die sich oft deutlich von der, außerhalb des Straßenverkehrs, unterscheidet. Sollte man nicht der Fahrer sein der den vor einem Verflucht, der viel zu langsam fährt, ist man zumindest der, der vorne fährt und sich über das viel zu dichte Auffahren des hinteren beschwert.
Es entsteht eine innere Unruhe die sich meist in Fluchen und Beschimpfen ausdrückt.
Um diese Unruhe zu unterbinden sollte man sich darüber bewusst werden wie Sinnlos dieses Verhalten eigentlich ist. Man kommt dadurch nicht schneller voran oder vergrößert den Abstand mit dem Hinteren. Man kann nur hoffen schnell überholen zu können, oder überholt zu werden.
Anstelle dieser Reaktion sollte man viel eher herausfinden ob man es wirklich so eilig hat. Wenn man zu spät zu einem verabredeten Termin erscheint, aufgrund der Verzögerung die man durch das langsam fahren in Kauf nehmen muss, ist man schlichtweg zu spät weggefahren. Natürlich ist es einfach die Schuld auf andere abzuwälzen, doch letztendlich ist man gar nicht auf den anderen, sondern vielmehr auf sich selbst sauer weil man SICH SELBST unter Druck gesetzt hat.
Grundsätzlich kann man das Gelassenheitsgebet in solchen fällen recht gut heranziehen um die Ruhe zu wahren.

Gott gebe mir die Gelassenheit, die Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, die Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

Es war einmal ein junger Bauer, der wollte seine Liebste treffen. Er war ein ungeduldiger Geselle und viel zu früh gekommen. Und verstand sich schlecht aufs Warten. Er sah nicht den Sonnenschein, nicht den Frühling und die Pracht der Blumen. Ungeduldig warf er sich unter einen Baum und haderte mit sich und der Welt. Da stand plötzlich ein graues Männlein vor ihm und sagte: Ich weiß, wo dich der Schuh drückt. Nimm diesen Knopf und nähe ihn an dein Wams. Und wenn du auf etwas wartest und dir die Zeit zu langsam geht, dann brauchst du nur den Knopf nach rechts zu drehen, und du springst über die Zeit hinweg bis dahin, wo du willst. Er nahm den Zauberknopf und drehte: und schon stand die Liebste vor ihm und lachte ihn an. Er drehte abermals: Und saß mit ihr beim Hochzeitsschmaus. Da sah er seiner jungen Frau in die Augen: Wenn wir doch schon allein wären...Wenn unser neues Haus fertig wäre...Und er drehte immer wieder. Jetzt fehlen uns noch die Kinder und drehte schnell an dem Knopf. Dann kam ihm neues in den Sinn und konnte es nicht erwarten. Und drehte, drehte, daß das Leben an ihm vorbeisprang, und ehe er sich's versah, war er ein alter Mann und lag auf dem Sterbebett. Und merkte, daß er schlecht gewirtschaftet hatte. Nun, da sein Leben verrauscht war, erkannte er, daß auch das Warten des Lebens wert ist. Und er wünschte sich die Zeit zurück.
(Heinrich Spoerl)

Um die Ruhe zu wahren muss man sich ständig beobachten, sobald man droht in Stress zu verfallen sollte man sich aktiv zur Ruhe zurückführen.
- 3 mal tief durchatmen (Die Atmung steuert den Kreislauf, bewusstes Atmen steigert somit das körperliche Wohlgefühl, außerdem verschafft man sich dadurch genug Zeit um den Geist zu klären, die Prioritäten festzulegen. Klare Prioritäten sind von existenzieller Bedeutung um zur innere Ruhe zurückzukehren)
- Sein NÄCHSTES Ziel vor Augen führen und nach Priorität, eines nach dem anderen abarbeiten. (Niemals mehr als ein Ziel parallel verfolgen)

1 2

Kommentare

Keine Kommentare vorhanden.

Kommentar hinzufügen



Aufgrund des extremen Mißbrauchs der Kommentarfunktion sind wir leider gezwungen, die Kommentare ab sofort redaktionell zu überprüfen. Wir bitten um Ihr Verständnis.