Gefährliche Gestalten
von
Dietmar Preuß
(Herr der Ringe-Fanfiction)
Der Platz lud einfach zum rasten ein. Als sie begannen, das Nachtlager herzurichten, war plötzlich der große Rabe wieder da. Vielleicht hatte er sie auch die ganze Zeit begleitet und sie hatten es bloß nicht gemerkt. Mit seinen klugen, aufmerksamen Augen war er jedenfalls nicht zu verwechseln. Er flatterte wie wild zwischen den Hobbits herum, als er sah, dass hier das Nachtlager errichtet werden sollte. Borko schrie überrascht auf, als eine Schwinge sein Gesicht traf.
Er versuchte wieder, den Vogel zu verscheuchen. Aber diesmal flog der Rabe nicht in einen sicheren Abstand, sondern wich Borkos rudernden Armen geschickt aus und flatterte weiter um die Feuerstelle und die Hobbits herum.
"Was hat denn dieser verrückte Vogel?", rief er.
Die beiden anderen Hobbits standen unschlüssig herum. Auch Merry kam die Sache nicht geheuer vor.
"Vielleicht will er uns davon abhalten, hier das Nachtlager aufzuschlagen."
Pippin, der, wie ja bekannt ist, trotz seiner Jugend schon eine Menge gesehen hatten, war lieber vorsichtig.
"Ich denke, es ist besser, wir halten nach einem anderen Platz Ausschau."
Merry, der sich wie gewöhnlich auf das Urteil seines Freundes verließ, nickte und begann wieder einzupacken. Borko Stolzfuß sah einen Moment ungläubig zu.
"Die Herren Abenteurer werden sich doch wohl nicht von einem verrückt gewordenen Raben Angst einjagen lassen?"
Der Rabe hatte Ruhe gegeben, als Merry mit dem Einpacken begann.
"Dieser Platz hier ist wie für uns gemacht." schimpfte Borko weiter. "Ich denke nicht daran, von hier fortzugehen. Mein Magen knurrt, die Füße tun weh und was für eine Gefahr soll hier schon drohen?"
Pippin war unschlüssig. Die fetten Jahre hatten ihn ein wenig bequem gemacht und er hatte auch keine Lust mehr, weiter nach einem Rastplatz zu suchen. Trotz seiner Bedenken gab er nach.
"Na gut, Borko. Aber wir werden Wachen einteilen in der Nacht."
Die drei ließen sich wieder um den Steinkreis nieder und entfachten ein kräftiges Feuer. Das Holz würde reichen, um es die ganze Nacht brennen zu lassen. Die Sonne ging bereits unter und die Flammen erhellten die Lichtung. Bald war es außerhalb des Feuerscheins duster wie in einer Trollhöhle.
Merry putzte das erbeutete Gemüse aus Maggots Beet, während Pippin nach Öl und Gewür-zen in seinem Rucksack kramte. Borko machte sich nützlich, indem er seine große Pfanne auf die Ecken dreier Steine über das Feuer stellte. Bald war die Lichtung erfüllt vom Duft gut gewürzten Röstgemüses.
Darüber vergaß Borko für einen Moment seine Furcht vor der kommenden Nacht. Dann aber sah er wieder zum Rand der Lichtung und fragte sich, was wohl im Wald hinter den ersten Büschen und Bäumen lauern mochte.
Merry und Pippin fürchteten sich nicht. Sie hatten weniger friedliche Nächte in feindlicher Umgebung verbracht und freuten sich regelrecht auf die Nacht im Freien. Sie begannen laut schmatzend zu speisen. Da der Tag lang und anstrengend gewesen war und sie seit dem ersten Frühstück gehungert hatten, langten sie tüchtig zu.
"Wie weit ist es denn noch bis Bree?", fragte Borko zum Ende der Mahlzeit.
Sorgfältig leckte er sein Messer ab. Dann nahm er ein Stück Brot und wischte die Pfanne damit aus.
"Übrigens, Herr Tuk, das Essen war vorzüglich. Da macht so ein Abenteuer richtig Spaß."
Der Spaß sollte Borko Stolzfuß allerdings gleich vergehen, denn am Rande der Lichtung knackte es und zwei wild aussehende, große Gestalten traten auf die Lichtung. Sie hatten lange, dunkle, zottige Haare und einen dunklen Teint. Ihre schwarzen Augen glühten und ihre Kleidung war schmutzig und zerrissen. An ihren Gürteln hingen schartige Messer und Kurzschwerter.
Es waren Ostlinge, die sich nach der Schlacht von Wasserau immer noch in der Gegend herumtrieben. Ein paar waren in die Wälder gegangen und überfielen hier und da Reisende, die allein oder in zu kleinen Gruppen unterwegs waren. Manche verdingten sich als Knechte auf Gehöften der Menschen östlich von Bree.
Borko erstarrte, Merry und Pippin tasteten unauffällig nach ihren Schwertern. Pippin hielt sie eher für Wegelagerer als für Knechte und starrte ins Dunkle, ob sich noch mehr von diesen Strolchen in der Nähe befanden.
"Einen guten Abend wünschen wir den Hobbits!" sagte der Größere in der gemeinsamen Sprache.
"Ein Wohlgeruch hat uns vom Weg abgebracht. Wir waren gerade auf dem Weg nach Bree."
Pippin glaubt ihm kein Wort. Schließlich kamen die beiden nicht von der Straße, sondern aus dem Wald. Er stand auf und legte eine Hand auf den Knauf seines Schwertes, zog es aber nicht. Merry und Borko taten es ihm gleich, wobei dem eben noch so großspurigen Stolzfuß die Knie zitterten.
Die Ostlinge blieben abwartend stehen, rührten ihre rostigen Waffen aber nicht an.
"Oh, das gute Essen ist schon vertilgt, das ist aber schade." sagte der kleinere Kerl mit ei-nem falschen Rattengesicht.
Die Hobbits sahen regungslos zu, wie der große Ostling Borkos Pfanne in den Dreck trat. Die Vagabunden beendeten die zur Schau getragene Freundlichkeit und zogen ihre verrosteten aber dennoch gefährlichen Schwerter.
"Ist in den Rucksäcken noch mehr zu Essen?", fragte der Kleinere.
"Was fragst Du? Diese kleinen Leute werden uns kaum davon abhalten, selbst nachzuse-hen." sagte der Größere, der wohl der Anführer war.
Merry und Pippin waren zwar für Hobbits groß und kräftig, dennoch überragten die hageren Strauchdiebe sie um mindestens zwei Köpfe. Sie wichen aber keinen Schritt zurück, sondern beobachteten, wie der Anführer sich bückte, um Merrys Rucksack zu durchwühlen. Sein Kumpan machte das gleiche mit Pippins Gepäck. Borko war weiß vor Angst und zitterte am ganzen Körper.
Die Ostlinge knieten keine zwei Schritte vor den Hobbits und rissen ganze Stücke aus den Brotlaiben und bissen die Hartwürste ab, die sie gefunden hatten. Die beiden kampferprob-ten Hobbits sahen sich an und wie auf ein verabredetes Zeichen zogen sie ihre Schwerter und brüllten los, als ginge es in eine Schlacht.
Die Ostlinge zuckten zusammen und hatten keine Gelegenheit mehr, sich zu rühren. Zwei überraschend kräftige Hiebe mit den flachen Seiten der Schwerter krachten auf ihre Hinter-köpfe. Wortlos brachen sie zusammen. Borko Stolzfuß schüttelte sich und machte ein un-gläubiges Gesicht.
"Ja, das nenne ich mal einen Glückstreffer." polterte er los. "Wenn ich das..."
"Halt den Mund." unterbrach ihn Pippin. "Wir packen unsere Sachen und verschwinden."
Merry schob schon in aller Eile die herausgerissenen Sachen in seinen Rucksack. Borko macht den Mund auf, um zu widersprechen, doch Pippin herrschte ihn an:
"Die beiden werden gleich aufwachen. Außerdem sind die ganz bestimmt nicht alleine. In der Nähe sind sicher noch mehr dieser Halsabschneider."
Borko wollte sich zwar nichts von Pippin sagen lassen. Schließlich hielt er Pippin ja für einen Aufschneider. Aber nach kurzem Überlegen befolgte er dennoch dessen Anweisung und bewegte sich wieselflink, um seine Siebensachen zu packen.
Gemeinsam liefen die drei Hobbits mit geschulterten Rucksäcken zur Oststraße. Der Mond schien hell, so dass sie sicheren Trittes vorwärts kamen. Sie waren noch nicht außer Sicht-weite der Lichtung, als sie Fluchen und Schreien in ihrem Rücken hörten. Dann war das Ge-trampel von einer ganzen Bande zu hören, die die Verfolgung aufnahm.
"Auf der Straße sind wir nicht sicher." stieß Pippin keuchend hervor. "Schlagen wir uns süd-lich der Straße in die Büsche."
"In...In...In den Alten Wald?" fragte Broko und schnappte nach Luft.
"Da gehe ich nicht mit."
Auch Merry machte ein entsetztes Gesicht. Die Geschichten über Spuk und Zauber und die eigenen Erinnerungen schreckten ihn ab.
"Nördlich von uns ist Grasland, da finden wir keine Deckung. Auf der Straße haben uns die Ostlinge gleich eingeholt. Also los." entgegnete Pippin.
Er lief durch hohes Gras auf den Waldrand zu, die beiden anderen Hobbits mussten wohl oder übel folgen. So rannten sie keuchend und schwitzend durch das hohe Gras zwischen Straße und Waldrand, Pippin voran, Borko mit klappernder Pfanne am Schluß.
Zwar können sich Hobbits, wenn sie es wollen, völlig geräuschlos bewegen. Sie hinterlassen sogar fast keine Spuren. Das ist übrigens der Grund, warum sie heute kaum noch jemand zu Gesicht bekommt. Das gelingt ihnen aber nicht, wenn sie auf der Flucht vor einer Horde Ostlinge sind, deren Anführer sie gerade einen Hieb auf den Schädel verpasst haben. Daher war es für die Verfolger, insgesamt 11 üble Burschen, nur ein kleines Problem, den Hobbits auf der Spur zu bleiben.
Zwar verloren sie die drei Halblinge im hohen Gras immer wieder aus den Augen. Da sie aber nur wenige Habseligkeiten am Körper trugen und nicht durch schweres Gepäck behin-dert wurden, konnten die Wegelagerer umso schneller laufen.
Alle starrten vor Dreck. Sie hatten Hunger und daher hatte sie der Essensgeruch rasend gemacht. Mit diesen drei kleinen Gestalten würden sie schon fertig werden. Auch wenn sie nach der Schlacht von Wasserau gehörigen Respekt vor den Halblingen hatten.
Pippin brach durch das dichte Gestrüpp des Waldrandes und nach wenigen Schritten wurde das Mondlicht fast vollständig verschluckt. Merry und Borko zögerten einen Moment, traten dann aber auch über die Schwelle, die den Wald von der vertrauten Welt trennte. Auch sie konnten die eiligen Schritte und das Klirren der Waffen der Ostlinge hören, die ihren Spuren folgten.
Die Reisegefährten blieben hinter der dichten Wallhecke versteckt stehen und beobachteten durch die Zweige, wie ein paar Ostlinge am Rand der Oststraße standen. Die anderen stan-den im Ried zwischen den Büschen und sahen sich suchend um. Nach ein paar halbgefluch-ten Worten der Fährtenleser drehten sich die zerlumpten Kerle zum Waldrand und beobach-teten diesen. Pippin war es, als könnten diese Halsabschneider sie sogar sehen. Er wusste aber, dass das nicht sein konnte. Immerhin lagen einige hundert Schritte zwischen ihnen.
Die Halunken hatten zu diskutieren begonnen. Einer, wohl der Anführer, zeigte dabei immer wieder auf die Spur im Gras und auf den Waldrand. Die anderen schüttelten die Köpfe, ris-sen sich los, als er sie zum Wald zerren wollte.
"Die haben genau so viel Furcht vor dem Alten Wald wie wir." flüsterte Merry.
"Ja. Sie sind bestimmt schon einmal hinein gegangen und wissen, was hier passieren kann." überlegte Pippin.
"Und da fällt den Herren nichts Besseres ein, als sich hier zu verstecken, wo sich womöglich Wölfe und andere Untiere herumtreiben." nörgelte Borko.
"Dann geh` doch zurück zur Straße, zu den Ostlingen." schlug Pippin vor, was Borko aber nicht befolgte. Er sah sich nur immer wieder um und auch Pippin und Merry liefen endlose Schauer über den Rücken, wenn sie in die dichte Dunkelheit des Waldes starrten. Leise Ge-räusche, Zirpen, Knacken, Rascheln und Wimmern, waren ohne Pause zu hören.
Die Ostlinge hatten sich inzwischen getrennt. Drei von ihnen blieben vor Ort, vier gingen nach Westen, fünf nach Osten.
"Sie werden die Straße und den Waldrand beobachten. Wer weiß, wie lange." sagte Merry.
"Können wir nicht in Sichtweite der Straße durch den Wald nach Westen bis zur Brandy-weinbrücke und von dort zurück nach Hobbingen gehen? Wir könnten ja nach der Aussaat im Frühjahr noch einmal..." fragte Borko.
"Oh, der Herr Stolzfuß möchte bei der ersten kleinen Gefahr aufgeben?" spottete Merry.
"Wir können ja auf die selbe Art und Weise Richtung Bree gehen."
"Mach Dich nicht lustig, Merry. Wir befinden uns tatsächlich in der Zwickmühle." schaltete Pippin sich ein.
"Und ich glaube nicht, dass wir direkt nach Bree gehen können. Diese Richtung werden die Ostlinge am genauesten beobachten. Schließlich haben sie ja fünf Mann nach Osten ge-schickt. Und vom östlichen Waldrand ist es noch ein halber Tagesmarsch bis nach Bree."
"Aber dann sitzen wir ja in der Falle." jammerte Borko.
"Uns bleibt immer noch der Weg durch den Wald." stellte Pippin fest.
Borko und Merry machten große Augen. Aber zumindest Merry sah ein, dass es die einzige Möglichkeit war.
"Wir machen für jeden Schritt nach Osten einen nach Süden. Dann kommen wir bei den Hü-gelgräberhöhen aus dem Wald." erklärte Pippin.
"Wenn wir sofort aufbrechen, können wir es bis zum Einbruch der kommenden Nacht schaf-fen. Wir rasten und gehen am Tag durch die Höhen, bis wir auf den Grünweg treffen. Der führt uns nördlich nach Bree."
"Durch die Hügelgräberhöhen? Und ich hatte gehofft, nie wieder dorthin zu müssen." seufzte Merry.
"Und Tom Bombadil ist sicher schon in den unsterblichen Westen gegangen. Sonst hätten wir ihn und Frau Goldbeere vielleicht getroffen."
Die beiden sahen Borko an, der sich fügen musste, wollte er nicht alleine nach Hobbingen zurückgehen.
Auch Pippin hatte gehofft, nie mehr in die Nähe der Hügelgräber zu kommen. Wären sie doch beinahe in einem der Gräber von einem Unhold umgebracht worden. Aber schließlich wollten sie den finsteren Ostlingen nicht in die Arme laufen. Und wenn sie nicht wieder den Lockrufen eines Geistes folgten und eines der Gräber der Kriegerfürsten betraten, würde alles gut gehen.
Durch die dichten Baumkronen waren der Mond und ein paar Sterne gerade noch zu erken-nen, so dass die Hobbits die Richtung bestimmen konnten, in die sie gehen mussten. Pippin ging voran. Vorsichtig tasteten sie sich in den Wald, der sie beinahe mutwillig mit Dornen-ranken in die Gesichter peitschte und ihnen mit seinen Wurzeln ein Bein zu stellen schien. So quälten sie sich Meile um Meile vorwärts und waren bald im Gesicht arg zerkratzt und hatten zahlreiche blaue Flecken an den Beinen
Eine Fackel zu entzünden wagten sie nicht. Vielleicht verfolgten die Halsabschneider sie doch. Und wer wusste schon, was für Gezücht sie mit dem hellen Schein einer Fackel an-lockten?
Sie hatten gerade ein paar Minuten Rast gemacht und dann die Rucksäcke wieder stöhnend geschultert. Nach ein paar Schritten durch die Finsternis blieb Pippin stehen. Merry und Bor-ko liefen in ihn hinein. Pippin schimpfte leise und fragte:
"Habt ihr das auch gehört? Ein Schaben, wie die Beine großer Insekten auf hartem Holz?"
"Ich weiß nicht genau." sagte Merry. Er hatte das Geräusch durchaus gehört, wollte sich aber ungern vorstellen, was sich dahinter verbarg.
Von dort, wo Borko Stolzfuß stehen musste, kam ein wimmerndes Geräusch aus der Dun-kelheit. Die Hobbits standen ein paar Herzschläge lang still, aber nichts war mehr zu hören. Schließlich nahmen sie wieder den Kampf gegen raue Äste und Wurzeln auf, die nach ihnen zu greifen schienen.
Sie waren kaum ein paar Schritte gegangen, als Merry anhielt und sagte: "Jetzt habe ich es auch gehört."
Borko wimmerte wieder, dann war alles still. Bei Merry und Pippin stellten sich die Nacken-haare auf. Sie lauschten wieder in die undurchdringliche Finsternis hinein. Knacken, Rau-schen, leises Wispern war zu hören. Kleine Tiere, die durch Blätterhaufen liefen, Wind in totem Laub, Stämme, die knarrend aneinander rieben. Aber das Schaben war wieder ver-schwunden.
Unruhig trat Borko von einem Fuß auf den anderen. Da war es wieder! Ganz kurz nur und sofort herrschte Stille. Die Hobbits hatten das Gefühl, von großen Spinnen oder anderem eklen Getier umstanden zu sein. Große schwarze Augen beobachteten sie und überlegten vielleicht, ob diese drei kleinen Wesen wohl gute Nahrung für die Brut seien.
"Wir wollen uns an den Händen fassen und vorsichtig weitergehen." entschied Pippin. Er tastete nach Merrys Hand, die kalt war und zitterte. Auch Merry suchte nach Borkos Hand, als das Scharren wieder zu hören war. Als wenn zwei gekreuzte Fangzähne aneinander ge-wetzt wurden.
Merry hatte plötzlich einen Einfall.
"Borko!" flüsterte er. "Komm an mir vorbei und gehe du hinter Pippin. Ich werde am Ende gehen."
Borko folgte mit zitternden Beinen der Aufforderung. So musste er wenigstens nicht am Ende gehen. Sicher wäre er sonst der erste, den die riesigen Fangzähne erwischten.
Die Hobbits hatten jetzt so etwas wie eine Lichtung erreicht. Ein größeres Stück Himmel war zu sehen und keine Bäume in Reichweite der Arme zu ertasten. Die Hobbits kamen einige Schritte gut voran. Als das Geräusch, das sie verfolgte, wieder deutlich zu hören war, tastete Pippin nach dem Griff seines Schwertes. Da hörte er Merry kichern.
"Bist du verrückt geworden, Merry? Was gibt es da zu lachen?", zischte Borko, um seiner Anspannung Luft zu machen. Auch Pippin schimpfte:
"Wir haben gerade andere Sorgen, Merry. Sei endlich still!"
Doch Merry kicherte weiter.
"Ich weiß, welches gefährliche Untier uns verfolgt." gluckste er.
Die anderen waren erstaunt, schüttelten in der Dunkelheit ungläubig die Köpfe, warteten ge-spannt auf die Lösung des Rätsels.
"Es ist Borkos Pfanne!"
Borko und Pippin dachten für einen Moment, Merry sei wirklich verrückt geworden Borko fühlte, wie Merry sich an seinem Rucksack zu Schaffen machte. Das Schaben war jetzt wie-der zu hören.
"Borkos Pfanne ist nicht richtig festgezurrt. Sie schabt über die Schnalle des Verschlusses." sagte Merry. "Hört mal!"
Das Geräusch ertönte jetzt im Rhythmus eines bekannten Kinderliedes. Da fiel die Span-nung auch von den beiden anderen Hobbits ab.
"Borko, du Trottel von einem Stolzfuß!" schimpfte Pippin.
Borko wollte zurückmaulen, aber dann begannen alle drei zu kichern.
Kommentare
romi schrieb am 2006-06-19 17:34:20:
Hi!
Ich weiß ja nicht wie ihr denkt, aber ich fand die Geschichte richtig gut! Sie war sehr interessant und abwechslungsreich geschrieben. Ich finde es gut, dass versucht wird, Tolkiens Ideen weiterzuführen. Du hast wirklich einen sehr guten Schreibstil! Mir hat es echt gut gefallen, wie du die Geschehnisse mit passenden Adjektiven und verschiedenen Verben beschrieben hast! Auch hast du dich sehr an die Orginalcharaktere gehalten, d.h. die bekannten Figuren (z.B. Pippin) haben sich in deiner Geschichte ähnlich verhalten, wie man es von ihnen aus "Herr der Ringe" erwartet hätte. Das ist dir wirklich gut gelungen!
Allerdings gibt es natürlich immer noch einige kleine Verbesserungsvorschläge: Dazu muss ich mich >steini< anschließen, denn ein >Borko< ist in Tolkiens Geschichten noch nie zuvor aufgetaucht, so dass du ihn vorher erstmal hättest beschreiben müssen, d.h. wie sieht er aus, in welcher Verbindung steht er zu Merry und Pippin, wer ist er überhaupt?? Diese Frage habe ich mir gleich am Anfang gestellt. Ich habe auf eine Antwort im Verlauf der Geschichte gewartet, aber es gab keine, leider.
Ein offener Beginn macht eine Geschichte immer spannend am Anfang, aber anschließend folgt meist immer eine kleine Beschreibung der Situation, d.h. wer befindet sich gerade wo und warum! Das fehlte hier, der Leser wusste praktisch zunächst gar nicht, worum es eigentlich geht! Das kommt meist nicht gut an und der Leser verliert dann oft die Lust am Lesen.
Außerdem solltest du deine Rechtschreibung nochmal bearbeiten. Sie beeinträchtigt das Lesen zwar nicht in vollem Maße, doch schädigen Rechtschreibfehler immer ein bisschen das Gesamtbild!
Dennoch im Großen und Ganzen finde ich deine Geschichte schon sehr gelungen. Du schreibst sehr eindrucksvoll. Man kann sich die Geschehnisse, die du beschreibst, sehr genau vorstellen, und ich finde, das macht eine gute Geschichte u.a. aus!
Weiter so!! =)
LG romi
steini_stoni@web.de schrieb:
Deine Geschichte ist sehr gut geschrieben und obwohl sie den Stil von Tolkin nicht traf, war sie flüssig. Aber Tolkins Stil ist sehr schwer zu schreiben und desshalb vergeb ich dir in diesem Punkt. Was mir noch aufgefallen ist, ist dass ein Borko in der Geschichte aufgefallen ist. Du hättest ruhig schreiben können, wer er ist und wie er aussiehr etc.
Grüße Stoni
wichtlmann@gmx.de schrieb:
Ich würde dazu raten, die grammatikalischen Schwächen noch ein wenig auszubügeln.Der Verhandlungsverlauf selbst ist ebenfalls überarteitungsbedürftig. Das liest sich alles so nach: "Erst geschah das, dann das, dann das ...." Ein guter Autor versteht es auch, an geeigneten Stellen ein wenig Ruhe einkehren zu lassen. Dies geschieht mit dem Einschieben von so genannten retardierenden Elementen.
Fazit:
Erzählung mit deutlichen grammatikalischen Schwächen. Teilweise sehr holprig erzählt.
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