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Kategorien > Mysterie > Engel

Gefallene Engel

von Stefanie Kreis

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Blutrot sieht der Mond auf die Erde herab umgeben von einem glitzernden Kranz aus Sternen, die von schwarzen Schleiern durchbrochen wird. Der Wind bringt wehklagende Lieder aus der Ferne mit und in der Nähe schreit eine Eule, ein Geschöpf der Nacht. Die Blätter der Bäume rascheln aneinander. Kalter Nachtwind spielt mit meinem Haar und kühlt meine erhitzte Haut. Mein Blut rauscht wie eine Droge durch meinen Körper. Leichter Nebel meines Atems steigt empor. Wie ein gehetztes Tier sehe ich mich um und lausche in die Nacht hinein. Keine Schritte, keine Stimmen die einen folgen. Ringsherum war nur Natur. Stumm standen die Bäume um den Hügel auf den ich stand. Schwarze Zeugen die wussten dass ich hier war. Erschöpft ließ ich mich nieder und starrte in den stetigen Begleiter meines Lebens, den Himmel über mir. Heiße Tränen rannen mir mein Gesicht herab. Beweise dafür dass ich meine Selbstbeherrschung verlor. Gebannt sah ich den blutroten Mond an, als wäre er mein Mahnmal. Das rauschen meines Blutes ließ langsam nach und ich spürte wie kalt es war. Ich legte mich auf den Rücken, als wolle ich den Puls der Erde spüren. Langsam sah ich wieder Bilder in mir aufsteigen. Ich weis nicht ob ich bereits träumte oder ob mir mein Verstand einen Streich spielt. Eine weiße Rose sah ich vor mir und entzückt wollte ich danach greifen, doch sie färbte sich rot und verlor ihre Blütenblätter. Erschrocken nahm ich meine Hand weg. Wieder sah ich mich selbst mit traurigem Blick stehen auf einer Sonnen beschienenen Wiese. Wind spielte mit meinem weißen Kleid. Plötzlich wurde die Sonne schwarz und Flammen loderten empor. Das Kleid verfärbte sich dunkel und ich begann zu schreien. Das Bild verschwand und ich sah die grauen Menschenmassen die an mir vor rüber gingen mit dem Blick stur gerade aus. Ich sah mich in der Mitte selbst stehen genauso grau und mich daneben als kleines Kind bekleidet mit einem weißen Kleid. Weinend versuchte ich die Aufmerksamkeit meines Erwachsenen Ichs zu erlangen. Ohne Erfolg. Die Tränen wurden zu Blut und ich sah mich wieder auf einen Stück Wiese in einem schwarzen Kleid stehen. Ich sah das kalte Gesicht meines Selbst. Doch wer ist diese Person von der eine Eiseskälte ausgeht? Jeder hat eine schwarze Seite an sich. Sollte diese Person die meine sein? Ich erinnerte mich wieder an die religiösen Überzeugungen meiner Eltern. Übelkeit überkam mich. Immer ein Engel sein. Immer engelsgleich. Schauernd zitterte ich am ganzen Körper. „Nein!“, schrie ich, „Ich bin kein Engel... Wer ist das schon.“ Seelenqualen zerrissen mich. Gesichter sah ich vor mir. Alle mit gequältem Ausdruck. Ihre Seelen wurden gequält vom Leben. Man muss Dinge tun die zu seinem wahren Wesen gehören. Immer und immer wieder. Mit weißer engelsgleicher Seele wird man geboren und stirbt mit einer vor Pein gequälten. Das Leben ist eine Strafe. Aber warum? Man war gefallen durch Taten die unentschuldbar waren. Ja, die schwarze Person vor mir war ich. Ich dachte wieder an den Tag zurück an dem ich ihn das erste Mal sah. Erstarrt war ich von seinem Anblick. Etwas Unheimliches ging von ihm aus, aber auch etwas Bekanntes. Später trafen wir uns öfters außerhalb der Stadt. Meine Eltern wussten es nicht. Besonders nicht das ihr reiner Engel keiner mehr war. Er öffnete meine verschlossenen Augen. Ich erkannte wie schön die Natur war und wie schön das Leben, auch wenn es eine Strafe war. Ich sah wie die grauen Menschen lebten. Ich hasste sie für ihre Blindheit, Oberflächlichkeit. Für ihre Grauheit, die Strafe das Leben gradlinig zu begehen. Ich sah ihre verkümmerten Seelen. Ich liebte sie aber auch weil sie etwas Wunderbares waren. Für ihre Gefühle zu dem sie fähig waren. Ihre Stärke die quälen des Lebens zu tragen. Der Tag an dem alles heraus kam war der heutige gewesen. Die ganze Verachtung schlug mir entgegen. Nun bin ich hier und vor mir stehe ich als gefallener Engel. Sind wir das nicht alle? Gefallene Engel. Wir haben vielleicht die größte Sünde begangen. Wir verleugneten unsere dunkle Seite. Verdrängt haben wir sie und waren immer bestrebt eine reine, weiße Seele zu haben. Dabei sind wir grau geworden, weil eine Seite ohne die andere nicht leben kann. So streckte ich der Dunklen Gestalt meines Selbst meine Hand entgegen. Lächelnd ging diese auf mich zu und vereinigte sich mit mir. Ich wusste tief in meinem Inner das ich wieder vollständig war. Über mir sah ich in den Antlitz des Mondes und ich lächelte. Endlich fühlte ich mich eins. Ich stand auf und spürte seine Nähe. Er kam endlich. Bei ihm nahm ich alles intensiver wahr. Meine Gefühle, die Farben… einfach alles um mich herum. Ich sah wie er auf mich zukam. Als er vor mir stand blickte ich in seine dunklen Augen. Ich gehörte zu ihm, das wusste ich mit jeder Faser meines Körpers. Ich spürte meine Seele in voller Kraft strahlen, wenn ein gefallener Engel dann aber doch eins mit sich selbst. Gemeinsam in dieser Hölle lebt es sich besser.

Manch werden ewig nach sich selbst suchen, wenn sie ihre Schattenseite nicht akzeptieren. Wie kann man denn seine reine Seite finden, wenn man nicht fähig seine Schwarze zu akzeptieren. Andere begreifen nicht einmal die Suche nach sich Selbst und leben ihr Leben. So geht das eine Selbst von einem Leben in das Nächst über immer von den Seelenqualen verfolgt. Die Hölle ist hier ohne dass wir es wissen. Gefallene Engel, weil wir erkannten dass eine leuchtende Seele aus weiß und schwarz besteht. Wann wird dieses Fegefeuer erlöschen? Hört ihr die Seelen nicht auch manchemal in der Nacht schreien.

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Kommentare

Jackson schrieb am 2007-05-26 19:43:28:
Toll Geschichte

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