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Kategorien > Romane > Abenteuer

Geheimnisse des Amazonas 1

von Theresa

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Erschöpft lehnte sie ihren Kopf an die raue Wand des Gebäudes. Eine Schweißperle rann an ihrer Stirn hinab zum Kinn, benutzte bereits einen der Wege, den schon viele Schweißperlen vor ihr benutzt hatten, und tropfte auf ihr feuchtes Hemd. Sie trug nicht besonders viel Kleidung, doch das bisschen, was sie hatte, schien schon zu viel zu sein. "Wieso habe ich mich bloß für den Dschungel entschieden?" Ein verräterisches Summen drang an ihre Ohren, doch ehe sie sich versah, spürte sie es schon. "Lästige Mücken! Halb nackt ist man ein Opfer von den Tieren, zugeknöpft bis obenhin rafft einen die schwüle Hitze dahin!" Um sich keine Krankheiten einzufangen, die die Mücke übertragen konnte und die beim Kaputtschlagen durch ihre Haut dringen konnten, schnippte sie die Mücke gewissenhaft von ihrem Oberschenkel weg. Seufzend und ohne jegliche Körperspannung ließ sie sich wieder gegen die Wand fallen. Ein müder Blick in die Ferne ließ sie wieder wissen, wieso sie vor langer Zeit hier hergekommen war. Ihre großen, frischen Augen, die mit der satten, blauen Farbe des Meeres konkurrieren konnten, schauten in den Dschungel. "Die Flora und Fauna im Amazonas sind einfach nur unfassbar! Diese Farbenpracht! Wie viele Tiere leben dort wohl noch, die noch keine Menschenseele zuvor gesehen hat, die ja noch nicht einmal die Indianer gesehen haben?" Doch bei diesem Gedanken verdunkelte sich ihre Stimmung schlagartig. Wieder sah sie diese seltsamen Tiere vor ihrem inneren Auge. Sie hätte ihre Hand dafür ins Feuer gelegt, dass es sich bei den Tieren um mexikanische Axolotls handelte, Lurche, die die Körperform von Kaulquappen besaßen, jedoch noch im Erwachsenenzustand Kiemen besaßen und nicht, wie Kaulquappen, zu voll entwickelten Lurchen heran wuschen, die fähig waren an Land zu leben. Sie behielten auf immer und ewig ihre Kiemen, sofern ihre Gene nicht manipuliert wurden. Doch diese Lurche waren gefährlich, was sie von der Art unterschied, für die sie ihre Hand geopfert hätte. Diese Axolotls waren monströs. Mit einer Länge von drei Füßen waren sie viermal so lang wie bisher bekannt, zudem hatten sie neben Kiemen eine Lunge, die sie befähigte, an Land zu atmen. Und diese Zähne, diese giftigen Zähne, die ihre Kollegin ins Krankenhaus gebracht hatten, waren auch nicht neutralen Ursprungs. "Was um alles in der Welt sind das für Tiere? Wir haben selbst Axolotls in unseren Teichen, doch die sind so zahm wie Spatzen!" In der Ferne lief Nathan, einer der klügsten Nachwuchsbotaniker des Landes und zudem noch Halbindianer. In festen Händen hielt er sein neu gepflanztes Pflänzchen, bei dem es sich um eine äußerst selten vorkommende Farnenart handelte. Als er sie so nachdenklich auf dem großen Stein sitzen sah, konnte er sich schon fast denken, was in ihr vorging. Den Pflanzentopf an die leicht behaarte Brust gedrückt, wischte er sich seufzend mit seinem Handrücken die vielen, salzigen Flüsse von seiner Stirn und bewegte sich mit lautlosen Schritten auf sie zu. "Sie ist doch auch nur ein Mensch und Menschen sind von Natur aus schreckhaft!" Hinterlistig näherte er sich ihr so leise und geräuschlos wie es seine Verwandten noch im tiefen Dschungel taten. Nicht ein Zweig knackte, nicht eine Spur hinterließ er im feuchten Waldboden. Ganz unverhofft tauchte er vor ihr auf, in großer Erwartung sie zusammen zucken zu sehen. Sie jedoch blickte ihn ruhig mit halb offenen Augen an, die zu funkeln begannen, als sie das Pflänzchen sahen: „Hast du wieder einem Pflänzchen das Leben geschenkt?“ Sie legte ihren Kopf seitlich und schaute ihn interessiert an. Auf einmal begann ihr Bauch zu zucken. Bei seinem enttäuschten Anblick musste sie unwillkürlich lachen. Seine smaragdfarbenen Augen musterten sie neugierig. Sie sah deutlichst, wie sein Kopf am Arbeiten war. „Nathan, seit Jahren nun versuchst du es schon!“, scherzte sie, „Und hattest du jemals auch nur ansatzweise Erfolg dabei gehabt?“ Äußerlich wirkte er ruhig, doch innerlich wunderte er sich über ihre Ruhe, aus der sie nicht gelockt werden konnte: „Warts ab! Irgendwann wirst du die Beine in die Hände nehmen und laut schreiend weglaufen!“ Wie gerne er sie auch erschrocken gesehen hätte, dass er sie jemals wirklich in diesem Zustand sehen würde, war mehr als nur unwahrscheinlich. Schon in ihrer Kindheit war sie auf die wildesten Tiere des Dschungels gestoßen und hatte so all ihre Verhaltensregeln spielerisch kennen gelernt, die Tiere haben sie gelehrt, ständig ruhig und befangen zu bleiben, was auch immer kommen mochte. Nathan erinnerte sich noch so klar an ihre Worte, als wäre sie erst vor wenigen Tagen lächelnd, und schüchtern, mit ihrem rundlichen Körper in das Forschungszentrum herein gestolpert: Dringst du in das Territorium eines fremden Tieres ein, das dich töten könnte, dann ordne du dich ihm unter! „Hast du schon etwas von Helena gehört?“, riss sie ihn aus seinen Gedankengängen, zu tiefst besorgt, wie er sehr leicht aus ihrer Stimme heraus hören konnte. „Sie ist auf dem Weg der Besserung. Wenn alles gut läuft, kommt sie in drei Tagen aus dem Krankenhaus raus“, antwortete er leise, doch zugleich auch sehr interessiert, „Hast du eine Ahnung, um was für eine Art es sich handeln könnte?“ Dass sie einfach nur ahnungslos den Kopf schüttelte und ihn mit großen, kugelrunden Augen ansah, gab ihm ernsthaft zu denken. Sie kannte sich mit Tieren perfekt aus, kannte ihre Verhaltensregeln, ihr Jagdverhalten, ihr Triebverhalten, sie kannte sie in- und auswendig. Sie wurde im Forschungszentrum insgeheim als „Tierdompteurin“ bezeichnet, weil sie durch ein gewisses Verhalten ihrerseits das gewünschte Verhalten bei jeglichen Tieren erzeugen konnte. „Ich glaube, dann habe ich einen Grund zur Sorge“, versuchte er sie ein wenig aufzumuntern, was bei ihr nur wenig half. Sie blickte bereits gedankenverloren wieder in den rätselumwobenen, immer dunkler werdenden Dschungel hinein, der sich in seiner ganzen Pracht, samt tausender Geheimnisse, um sie herum erstreckte. Nathan ließ sich langsam neben ihr auf dem warmen, feuchten Stein nieder, so dass sie seinen nach Schweiß riechenden Körper vernahm: „Penélope, du weißt doch, dass es im Dschungel noch mindestens hundert tausend Pflanzenarten und genauso viele Tierarten gibt, die es noch zu erforschen und zu benennen gibt. Da kommen solche Unfälle schon mal vor, man weiß ja schließlich nicht, was dort drinnen lauert, auch wenn dies ein sehr... bizarrer Unfall war.“ Sie spürte seinen warmen Atem auf ihrer porzellanfarbenen Haut, als er sich zu ihr umdrehte. Kaum merklich nickte sie: „Ich weiß! Ich weiß, aber wenn es einen Menschen trifft, den man kennt, dann ist es etwas anderes, als wenn man so etwas in einer Zeitung liest. Dann merkt man erst so richtig, wie wenig wir doch eigentlich wissen und wie weit uns die Natur voraus ist, auch ohne Technologie und den ganzen modernen Schnick Schnack.“ Nathan schnippte eine Mücke weg, die sein Blut in sich hinein saugen wollte. Dann spürte sie wieder seinen angenehmen und vertrauten Blick

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Kommentare

Kenshin Himura schrieb am 2008-12-05 14:23:57:
Phuler warum meinst du ist die Geschichte in der Rubrik Romane?
Mal überlegen...
Pfuhler schrieb am 2008-03-27 20:04:22:
also ich finde du solltest auf Romane umsteigen. sprachlich find ich den Text wirklich nicht schlecht doch alles ist bis ins kleinste detail ausgearbeitet. so etwas ist für kurzgeschichten eher unangebracht. das findet man öfter bei romanen.
wollte ich nur sagen

zu der geschichte:
joa hat mir ganz gut gefalln. kann nicht klagen, allerdings hat sie mich auch nicht vom hocker gerissen

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