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Kategorien > Gedichte > Humor/Nonsens

Geister

von Ömmel

1

G E I S T E R
Es ist heut ein schwarze Nacht,
die mich auch furchtbar bange macht.
Ich sitze hier und denkt an Geister
und warte auf den Obermeister.

Wir wollen heut die Geister bitten
uns etwas von der Macht zu schicken;
die uns so ängstlich werden läßt
und die wir fürchten wie die Pest.

Denn könnten wir die Macht bezwingen,
dann könnte es uns auch gelingen,
die Angst für immer zu vergessen
und darauf sind wir ganz versessen.

Nun ist der Obermeister da,
wir sitzen um den Schwuraltar.
Der Meister weise Worte spricht
ein altes Geister-Schwur-Gedicht.

Es ist ganz still um uns herum
die Luft kommt in der Stille um.
Die Spannung steigt ins uferlose
ich esse Nüsse aus der Dose.

Der Meister hebt die Hand beschwörend.
Ich stöhne laut und auch betörend.
Der Meister dreht die Augen rund
und schiebt sich Chips in seinen Schlund.

Der Raum wird hell, die Erde bebt.
Der Meister sich von Stuhl erhebt.
Die rechte Hand zu Himmel weist
und er erklärt voll Heiterkeit.

Die Dunkelheit hat nun ein Ende
wir stehen vor der großen Wende.
Das große Licht wird uns erscheinen.
Wir werden dann vor Freude weinen.

Nach dieser langen Dunkelheit
herrscht Freude und nur Heiterkeit.
Wir werden nur im Lichte leben
und nur noch nach dem Höheren streben.






Noch ist es dunkel um uns her,
der Meister sagt nun gar nichts mehr.
Es herrscht nur Stille hier im Raum.
Ich bin erstaunt und atme kaum.

Wie lange in der dunkeln Nacht
hab ich hier sitzend zugebracht?
Ich bin nicht sicher ob die Geister
noch hören auf den Obermeister.

Vielleicht stört sie das Chips-Gefresse,
vom Meister, bei der Geistermesse.
Auch bin ich müde durch das Konzentrieren
und Räucherstäbchen inhalieren.

Dann plötzlich zuckt es durch den Raum.
Es wird ganz hell ich atme kaum.
Sind da die Geister angekommen
und haben die Dunkelheit genommen ?

Ward jetzt des Meisters Geist erhellt,
wird jetzt die neue Welt erstellt ?
Ich zittere an Leib und Seele,
mit mir vibriert die Wandpanele.

Was ist passiert? So denke ich.
Der Meister sieht mir ins Gesicht,
und blickt total verstört.
Er findet das jetzt unerhört.

Denn unsere traute Zweisamkeit,
beendet mit viel Heiterkeit,
mein Weib, die einen Schalter drückte
und uns damit der Welt entrückte,



der Welt der Geister wie wir wissen.
Man wird nicht alles glauben müssen.
Denn in dem Licht von 150 Watt
wird auch der Glanz vom Guru matt.

So wurd die Sitzung jäh beendet,
weil Strom uns die Erleuchtung spendet
Doch Geister geben niemals Ruh
Und ich hab Angst so ab und zu
Im Dunkeln - und das geb ich zu.

1

Kommentare

Lexa schrieb am 2006-11-08 18:53:16:
Lässt sich gut an, Dein Gedichtstil, locker im Stoff und gut drauf. Ein bischen was vom "Zauberlehrling". Wäre schön wenn du noch mehr schreibst. LG Lexa
cryptic misery schrieb am 2006-11-05 19:55:22:
Ich finds iwie ziemlich gut gelungen :D
und auch ein wenig amüsant :D
mal das erste LANGE gedicht seit langem das ich zuende gelesen hab...und das auch mit guten grund...
weiter so

lg cryptic misery
Lucie Li schrieb am 2006-11-05 18:41:01:
Das ist spannend geschrieben. Hat echt Spaß gemacht, das zu lesen.
Liebe Grüße
Lucie Li

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